Los Hornos aka Playa de los Pozos, de los Hornos, de Chica.

Der Strand.

Die Hauptstadt Puerto del Rosario hat sich einen schönen Stadtstrand gegeben. Im wesentlichen ist er im Rahmen eines EU geförderten Projektes entstanden. Zuständig für alle spanischen Küstenlinien ist die Küstenverwaltung in Madrid, oder "Costa", wie man sie kurz nennt. Sie plante den Strand, legte eine grosse Mole zum Promenieren und Sitzen an, die Strömung und Brandung aus dem so geschaffenen grossen Naturschwimmbecken heraushält. Der Sand kommt aus dem Hafenbecken selbst und wurde einfach "umgepumpt", vom Grund auf die Küste. Daraus entstand der nun herrliche Sandstrand aus feinem Muschelkalk. Das Ganze gelang hervorragend und wurde 2017 abgeschlossen. Zur gleichen Zeit wurde ähnliches am Playa del Castillo in Caleta de Fuste versucht, was bautechnisch ziemlich daneben ging. Der Strand wird unterspült und entwickelt sich in Caleta de Fuste zu einem Schlick Morast.

Vor den Bauarbeiten war der Strand in Puerto del Rosario unscheinbar und klein und wurde kaum beachtet. Es gab auch keinen richtigen Namen für ihn. Nun wo er mehr Interesse anzieht, wird von ihm auch in der Presse in unterschiedlichsten Bezeichnungen geschrieben. Jeder nennt ihn anders. Einen offiziellen kartographischen Namen hat er derzeit jedenfalls nicht. Unter alten Insulanern wird er meist "Playa de Chica" genannt, Mädl Strand. So werden viele Strände auf den Inseln genannt, wo gesonnt und gebadet wird. Öfter wird er auch als "Playa de los Hornos" bezeichnet. Die Bucht vor dem nun geschaffenen Sandstrand trägt den Namen "Los Hornos", da dort die grossen und restaurierten Kalköfen aus den 1940igern der Familie Morales liegen. Der südliche Lavaspitz dem ein Hafenleuchtfeuer auf den Resten einer alten Mole vorgelagert ist, nennt sich "Punta de los Pozos", also der Ort der Brunnen. Hier mündet der grosse und wasserreiche Barranco de Tuneras in den Atlantik. Sein Wasser wurde in Brunnen, "los pozos", aufgefangen. Daher wird der Stadtstrand von Puerto del Rosario auch oft als "Playa de los Pozos" bezeichnet. Jeder kann sich also getrost einen Namen für den Strand aussuchen. Amtlich sind alle falsch, denn er ist derzeit offiziell namenlos.

Die Reste einer Mole, die den Playa Chica südlich begrenzen und auf denen ein Hafenfeuer steht, ist die historische Mole aus dem 19. Jhd., der "El embarcadero o muelle Chico de Puerto de Cabras". Sie wurde bei einem Sturm im Oktober 1898 zerstört und nicht mehr aufgebaut, denn es wurde an einem günstigeren Ort mit tieferem Wasser, dort wo heute die Handelsmole liegt, mit einem neuen Bau begonnen. Üblicherweise wurden die Frachtschiffe über Lastkähne, die bis ins seichte Wasser an den "Playa Chica" gerudert wurden, beladen und entladen. Tiere wurden zum Entladen einfach vom Frachtschiff über Bord geworfen und schwammen intuitiv an Land. Passagiere wurden von Seeleuten auf den Schultern und Damen in den Armen der Seeleute durch das Wasser zum Lastkahn getragen, damit sie nicht nass wurden. Damen trugen dazu lange Röcke und Ärmel, denn das Berühren ihrer Haut durch einen Seemann galt als absolut anstössig, auch wenn dies unbeabsichtigt geschah. Selbst Knöchel waren tabu. Eine schwierige Aufgabe für die Seeleute. Wurde trotz aller Vorsicht blosse Haut berührt, erzählen alte Reiseberichte, dass sich bei derartigen sittlich bedenklichen Vorfällen die betroffenen Damen sofort erschrocken bekreuzigten. Nachdem Puerto de Cabras Ende des 19. Jhd. auch Hauptstadt von Fuerteventura wurde und nun dort auch der wöchentliche Postdampfer anlegte, beschloss das "ayuntamiento" die "El embarcadero o muelle Chico de Puerto de Cabras" zu errichten. Am Ende der Mole führte, wie das heute noch schön an der alten Mole von Corralejo zu sehen ist, eine Treppe hinunter, über die Passagiere in die Lastkähne einsteigen konnten. Historische Quellen berichten, dass nun endlich die Damen nicht mehr in den Armen der Seeleute an Bord geschafft werden mussten. Auch die Lastkähne konnten so besser mit einem Kran beladen werden. Der wöchentliche Postdampfer legte um 17 Uhr in Puerto de Cabras ab und erreichte erst, je nach Wetterlage, zwischen 19 und 20 Uhr Gran Tarajal. Entsprechend der Zeit, die dort das Be- und Entladen benötigte, ging es dann zwischen 21 und 22 Uhr in die Nacht hinaus und am nächsten Morgen wurde Puerto de la Luz Las Palmas de Gran Canaria erreicht. Die Fähre Bonanza Express von Fred Olsen benötigt für die Passage heutzutage von Morro Jable aus 100 Minuten.

Abgesehen davon, dass man dem schönen Strand bei seiner Einweihung eigentlich einen neuen, offiziellen Namen hätte geben sollen, ist der Stadtstrand eine wirklich exzellente Idee Puerto del Rosario aufzuwerten, einwenig Flair zu verleihen. In der Liga des Playa de las Canteras kann man zwar nicht mitspielen, aber im Rahmen des Machbaren ist das Projekt sehr gelungen. Einheimische nehmen Strand und Paseo freudig an und so trifft man hauptsächlich nach der Arbeit oder zur Siesta Sportler, Badegäste, Spaziergänger. Touristen werden nicht gesichtet. Der Paseo, der im Zuge der Bauarbeiten erweitert wurde, verbindet nun Los Hornos mit dem Playa blanca. Ein schöner Spaziergang, abends stark frequentiert von Läufern.

Besonders am Abend entsteht städtisches Leben, junge Paare sitzen an der Mole, alte Herren treffen sich zum Plaudern auf den Bänken, am Strand wird gefaulenzt, Leistungsschimmer ziehen Bahnen, ein Alleinunterhalter spielt auf. Schade, dass wenige Bauprojekte der Insel so gelingen und sinnvoll sind, wie der Playa de los Pozos.

Die Strände Fuerteventuras: Playa los Pozos (Playa los Hornos – Playa de Chica)

Wassersport + Entspannung.

Abgesehen davon, dass am Strand wunderbar und auch gut windgeschützt in der Sonne gelegen werden kann, eignet sich die Bucht fantastisch zum Schwimmen. Und zwar zum richtigen Schwimmen, nicht nur baden. Folglich ziehen auch hier immer wieder Leistungsschwimmer ihre Bahnen, die sich zum Beispiel auf das knallharte Rennen "Traversia Internacional La Bocaina" vorbereiten, ein Schwimmwettbewerb von Lanzarote nach Fuerteventura. Über die Sicherheit am Strand wachen zwei Lifeguards.

Wassersport ist im Becken vor dem Playa de los Pozos nicht erlaubt. Das kann nördlich der Mole ausgiebig betrieben werden. Hier liegt auch der nautische Club von Puerto del Rosario der Segelkurse für Kids in Optimisten abhält, einen Seekajak Club hat, Windsurfen unterrichtet und mehr. Nicht nur Touristen müssen Wassersport lernen oder betreiben ihn, wie manch ein Urlauber glaubt. Wer längere Zeit auf der Insel verbringt und Wassersport Unterricht sucht, einen Bootsführerschein machen will oder Tauchschein, sollte sich bei diesen Zentren umsehen. Das ist um nichts schlechter aber deutlich preiswerter.

Infrastruktur.

Direkt am Paseo liegen einige wenige Restaurants, Cafés, Bars. Alles nichts Besonderes, einfach, für die schmale Geldtasche gedacht. An Touristen richtet man sich nicht, denn die gibt es nicht. Legt eines der dicken Kreuzfahrtschiffe an wie jene von TUI, wandern die Touristen schnurgerade hinauf ins grosse Shopping Center Las Rotondas und bleiben dort, bis das Schiffssignal sie wieder an Bord zurück ruft. Man glaubt es nicht.

Wer bereit ist einwenig in die Stadt hinauf oder den Paseo entlang zu spazieren, wird, so er sich auskennt, überaus nette und gute Gastronomie finden wie das El Perenquén, das La Candela, das La Jaira, die Cofradía und andere. Schönes Ambiente, gute Küche zu erstaunlich fairen Preisen frequentiert von Beamten der Inselverwaltung, Geschäftsleuten, Angestellten der umliegenden Geschäfte die Mittagspause machen, authentisches Leben einer verschlafenen Hauptstadt, die deutlich mehr zu bieten hat, als ihr Ruf verkündet. Langsam und zäh entwickelt sich Puerto del Rosario. Potential hätte es sehr viel.

Der Weg zum Strand.

Der Weg zum Playa de los Pozos muss nicht näher erklärt werden. Nach Puerto del Rosario und hinunter in den Hafen. Dort liegt er unübersehbar.


GPS Position:
N 28° 29' 38,1" | W 013° 51' 44,9"


El Perenquén Tapas in Puerto del Rosario Fuerteventura.

Orte + Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Ins El Perenquén – Tapas und Hafenpanorama.

Auf den ersten Blick wirkt Puerto del Rosario so, als ob es nichts zu bieten hätte, vor allem gastronomisch. Das stimmt nicht. Ein grosses Problem ist, dass Insulaner bei der Vermarktung ihrer Dienste verblüffend untalentiert sind. Manch einer beginnt mit viel Elan und Liebe ein Geschäft, dann sperrt er auf und wartet. Aktiv zu werden, Kunden zu werben, auf die Idee kommt er nicht und liegt ihm auch so gar nicht.

Das El Perenquén zählt zu diesen Betrieben. Touristen spazieren vom Kreuzfahrtschiff vorbei, es fällt auch nicht weiter auf und bedienen sich lieber an teurem Fastfood im Shopping Center. Das El Perenquén hingegen ist eine hübsche Tapas Bar, ein Familienbetrieb mit Flair und Ambiente. Gesessen wird auch auf einem schönen Holzbalkon, von dem der Hafen überblickt wird, dazu nimmt man gute, schmackhafte Tapas, ein kühles Bier oder hervorragenden Café. Ein sicherer Tipp, das El Perenquén. Sein Name ist übrigens alte Majorero​​​​​​​ Sprache. Ein "el perenquén" ist eine endemische  Gecko Art von Fuerteventura.

Insider Tipp

Eine verrückte Sache – Regata de Achipenco!

Zur Karneval Zeit herrscht Ausnahmezustand auf dem kanarischen Archipel, so auch auf Fuerteventura. Es wird lateinamerikanisch gefeiert. Jede Gemeinde stellt ein Programm auf, das sich über eine Woche zieht. Im Uhrzeigersinn wandert der Karneval einmal um die Insel. Mancherorts wird es besonders verrückt wie in Tetír oder auch in Puerto del Rosario, wenn die Regata de Achipenco stattfindet. Die verrücktesten Schwimmkörper werden zu Wasser gelassen, Gestartet wird an der alten Fischermole, Ziel ist der Playa de los Pozos. Es geht also durch das gesamte Hafenbecken. Nicht alle kommen an. Ausnahmezustand am Paseo und Strand, danach wilde Party. Wer zum Karneval auf Fuerteventura ist, sollte die Regata de Achipenco auf keinen Fall verpassen! "el achipenco" oder auch "el achupenco" bezieht sich auf die wild zusammen gezimmerten Schwimmkörper, die an der Regatta teilnehmen. Ein Spanier von der iberischen Halbinsel versteht den Begriff nicht. Er kommt aus dem lateinamerikanischen Spanisch und kann viel aber nichts Positives bedeuten. Er steht z.B. für ein desolates Haus aber auch für Personen von zweifelhaftem Character.

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