Fuerteventura – der Tourismus boomt.

Auf Gran Canaria Hollywood – auf Fuerteventura Strafkolonie.

Seit den Römern und der Wiederentdeckung der Kanaren durch die Spanier verlief die wirtschaftliche Entwicklung des Archipels als wilde Achterbahnfahrt. Zyklen etwas normales in der Wirtschaft, aber das kanarische Archipel tendiert dazu in Extreme abzugleiten oder hinaufzuschiessen. Das liegt unter anderem auch an der strategisch bedeutenden Lage, Drehscheibe zwischen Europa, Afrika, Amerika. Auch heute noch Teneriffa klassischer "last stop" bevor es mit dem Nordost Passat im Rücken und dem Kanarenstrom unter dem Kiel schnell und energiesparend über den Atlantik geht. Die Dieseltanks können auch noch preisgünstig gefüllt werden. Das kanarische Archipel der südöstliche Punkt des atlantischen Dreieck-Handels, der Jahrhunderte die Wirtschaft florieren liess. Ist irgendwo auf den Kontinenten Krise, dann trifft es die Kanaren. Ist wie in Zeiten der grossen Depression (1929–1939) auf allen Kontinenten Krise, dann werden die Kanaren gar nicht mehr benötigt. Ähnlich ist es bei den Rohstoffen. Entweder man schlug sich um sie, oder niemand hatte mehr Interesse daran. Zuckerrohr, Tomaten, Kali, Soda, Karmin, Purpur, das alles sind beste Beispiele dafür. Im Tourismus ist es nicht anders. Auch er ist seit dem 19. Jhd. von extremen Wellen gekennzeichnet.

Das Phänomen Tourismus entstand erst ganz langsam ab den 1950iger Jahren für die breite Masse. Davor war verreisen eine Sache der Reichen. Sommerfrische, Bildungsreise, Kuren und ähnliches in alten Filmen als Idyll verkauft, war nur einer ganz kleinen Schicht vorbehalten. Der Rest schlug sich mit 6 Tage Woche, einer Woche Urlaub im Jahr bei schmalem Gehalt durch das Leben. Weiter als z.B. in Wien mit der Strassenbahn zum Heurigen hinaus, den Proviant im Rucksack, führten die Reisen des Normalbürgers nicht. So fielen auch im 19. Jhd. die "Tourismuszahlen" gering aus. Genaue Statistiken gibt es nicht, aber es wird geschätzt, dass in den 1880igern rund 500 Touristen pro Jahr die Kanaren besuchten. Wer kein Naturforscher oder Astronom war, besuchte ausschliesslich Las Palmas de Gran Canaria oder Santa Cruz de Tenerife. Vor allem britische Ärzte entsandten ihr wohlhabendes Klientel aus dem feucht-kühlen britischen Wetter auf die Kanaren, um rheumatische - und Atemwegs-Erkrankungen zu mildern. Besonders beliebt zum Kuren Gran Canaria, denn nahe Las Palmas liegen die Orte Firgas und Teror in den Bergen, die fantastisches Mineralwasser bieten. Beide heute als Flaschenwasser erhältlich. "Firgas" ein leicht basisches Wasser mit feiner natürlicher Vulkan Kohlensäure, vergleichbar oder vielleicht besser als jenes aus "San Pellegrino" und "Fonte Teror" als "stilles" Wasser.

Los ging es mit dem exklusiven Tourismus ab 1925 in Las Palmas de Gran Canaria. Briten entdeckten die herrliche Bucht von Las Palmas und den noch 1910 völlig unbebauten kilometerlangen Sandstrand Playa de las Canteras. Innerhalb weniger Jahre stampften britische Investoren ein Hotel nach dem anderen aus dem Boden und es begann bei wolhabenden Briten schick zu werden, dem schlechten Wetter auf die Kanaren zu entfliehen. Las Palmas war beim internationalen Jet Set angesagt. Agatha Christie fand sich 1927 in las Canteras ein und schrieb dort an "Der rätselhafte Mr. Quinn" und "Mrs. Marpel und die 13 Probleme". Während sich die Hautevolle am Strand von Las Palmas einfand, traf sich in denselben Jahren eine andere Prominenz auf Fuerteventura. Z.B. im Winter von 1924 der ehemalige spanische Finanzminister Marticertia und Miguel de Unamuno y Jugo, später Proklamateur der 2. Republik. Aber nicht, um in die Sonne zu reisen, sonder weil Diktator Primero de Rivera die beiden unangenehmen Zeitgenossen verschwinden lassen wollte. Von Marticertia verliert sich auf Fuerteventura jegliche Spur, Miguel de Unamuno konnte, obwohl von spanischen Carabinieri bewacht, mit einem Segelboot fliehen, das ihm ein französischer Verleger zur Hilfe sandte.

Dann wurde es touristische ruhig auf den Kanaren. 1929 bis 1939 wütete die Weltwirtschaftskrise. Selbst die Schickeria hatte andere Sorgen als Sommerfrische. Sie sorgte sich um den Erhalt ihres Vermögens. Trotzdem tat sich wesentliches auf den Kanaren, denn am 18. Juli 1936 liesst sich General Francisco Franco Behamonde im Esperanza Wald (Wald der Hoffnung) auf Teneriffa von seinen Getreuen einen Treueid schwören. Wenig bekannt, der spanische Bürgerkrieg begann auf Teneriffa, wenn auch das ganze Archipel im Gegensatz zu Barcelona und anderen Städten vom Bürgerkrieg selbst nichts mitbekam. Als die grosse Depression ihr Ende fand, feierte Las Palmas und der Strand Playa de las Canteras ein fulminantes Comeback. Nun kamen nicht nur die Briten wieder, auch Hollywood hatte den Strand entdeckt und so drehte am "La Puntilla" Anfang der 1950iger John Husten mit Gregory Peck Moby Dick. Auch Teneriffa war wieder angesagt. Im 1950 errichteten Gran Hotel Mencey ("mencey" bedeutet in der Guanchen Sprache "König") gaben sich die Reichen und schönen ein Stelldichein. Die Lobby des Hotels übrigens aus Trachyt vom Montaña Tindaya ausgeführt. In den selben Jahren war auch Fuerteventura wieder sehr angesagt. Wie in den 1920iger diente es wieder, um unliebsame Gegner loszuwerden. So entsann sich General Franco, dass sein Vorgänger General Primero seine Widersacher auf Fuerteventura verschwinden lies und tat selbiges nur im grösseren Stil. Er legte 1954 oder 1956, über das genau Jahr wird gestritten, eine Strafkolonie bei Tefía an, das "91 Batallón Disciplinario de Soldados Trabajadores Penado", in dem Menschen unter schlimmsten Bedingungen Staudämme und anderes mit blossen Händen bauen mussten. Nicht alle überstanden das und die im spanischen gewählte Bezeichnung Straflager sollte wohl eher in "KZ" umbenannt werden. Während Anfang der 1960iger der Massentourismus auf Gran Canaria einsetzte, Linienflüge und Charterflüge nach Las Palmas angeboten wurden und Deutsche und Briten die Dünen von Maspalomas entdeckten und dort dem neuen FKK Kult frönten, um nahtlos braun nach Hause zu kommen, schufteten die Strafgefangenen von Franco nur 120 Km Luftlinie entfernt auf Fuerteventura in Tefía. Die Meisten hatten nichts auf dem Kerbholz ausser der Arbeiterbewegung beigetreten zu sein. Wer nicht in Tefía schuften sollte, wurde in der Kaserne auf der Halbinsel La Isleta, gleich gegenüber dem Strand von las Canteras, erschossen. So z.B. der Neffe des Tomatenpioniers Matías López Hernández, der die Tomate als erster auf Fuerteventura um Gran Tarajal kultivierte. Der Neffe des Unternehmers Matías López Hernández trat in die Arbeiterbewegung ein, sei Onkel fand nichts dabei, der Militärkommandant der Kanaren schon und so liess er den jungen Burschen kurzerhand ohne Gerichtsverfahren an die Wand stellen und im Morgengrauen erschiessen. Sein Abschiedsbrief ist erhalten.

Tourismus auf Fuerteventura – eine Erfolgsgeschichte seit 1965.

Fuerteventura – von der Strafkolonie zum Sonnenparadies.

Immer Sonne kann die Hölle bedeuten, wenn man einen Staudamm mit Muskelkraft zu bauen hat. Für jene, die sich mit Sonnengarantie zwei Wochen lang in feinem weissen Sand an türkisfarbenes Wasser legen wollen, für die ist kristallklarer Himmel und jeden Tag Sonne ein Traum. Erst als die herrlichen Strände von Fuerteventura Mitte der 1960iger touristisch entdeckt wurden, schloss das Straflager von Tefía 1966 seine Pforten. Das passte nicht gut ins Gesamtbild. Der legendäre Don Gustav Winter besass seit den 1940iger die Halbinsel Jandía. Wie genau ist dubios, erst Pacht dann angeblich von der Generalität für seine Verdienste geschenkt, ein anderes mal erzählte er, er habe sie gegen ein Auto der Marke "Horch" getauscht. Gustav Winter erzählte je nach Laune andere Geschichten, das Grundbuch spricht wiederum eine ganz andere Sprache, nämlich die der vielen Besitzer und der Widmung als Almende. Legal war es nach spanischem Recht ganz sicher nicht was Winter dort trieb. In Zeiten der Militärdiktatur galten aber andere Regeln, wenn man gute Kontakte hatte. Wie auch immer, Gustav Winter konnte über die Halbinsel verfügen, denn absolut niemand interessierte sich für die Sandwüste. Sie war wertlos. Doch Gustav Winter träumte von Tourismus und verbreitet er würde dem Ersten, der ein Hotel auf Jandía bauen würde, Grund schenken. Er tat es nicht selber, denn seine Pläne waren immer eine Nummer zu gross für ihn, finanziell wie von der Arbeitslust  her. Da Gustav Winter nicht nur in Jandía in der damaligen Einöde sass, sondern auch ein Haus in Las Palmas besass, machte diese Ankündigung die Runde und erreichte auch die Ohren des Flugpioniers Rul Bückle, Gründer der "Südflug".

Anfang der 1960iger sass der Airline Chef Rul Bückle im Stile Niki Laudas selber am Steuerknüppel einer DC-9 der Südflug, einst Jagdpilot im 2. Weltkrieg und pilotierte Sonnentouristen nach Teneriffa. Darunter waren auch die beiden Stuttgarter Architekten Manfred Heneke und Gustav Schütte. Sie sollten für einen betuchten Kunden aus Stuttgart ein Grundstück an einem herrlichen Sandstrand erwerben, um dort eine Villa zu errichten. Nur Heneken und Schütte waren enttäuscht, denn sie sassen in Puerto de la Cruz auf Teneriffa und weit und breit kein traumhafter Sandstrand. Ein generelles Problem auf Teneriffa, wie sie herausfanden. Da zu jenen Zeiten Chartermaschinen nicht landeten und in der nächsten Stunde mit voller Ladung zurückflogen, war auch der Südflug Chef Rul Bückle noch vor Ort und man kam ins Gespräch. Den beiden Stuttgarter Architekten teilte er mit, dass sie mit dem Auftrag auf Teneriffa nun völlig falsch gelandet seien, sie müssten nach Fuerteventura, denn dort gäbe es kilometerlange feinste Sandstrände und ein Deutscher Eigentümer würde sogar jenem, der das erste Hotel bauen würde, Land schenken. Hörte sich alles wie eine Biergeschichte an, als aber Gustav Winter von Rul Bückle kontaktiert in Puerto de la Cruz auftauchte und zusammen mit Rul Bückle, Manfred Heneke und Gustav Schütte nach Fuerteventura aufbrachen, schien die Geschichte doch vertrauenswürdig. Gustav Winter wollte aufgeigen, meinte er habe erste Kontakte zur Marine und würde ein Schiff organisieren. Das klappte nicht, man bestieg eine alte DC-3 und flog nach Fuerteventura, um am alten Flughafen in Los Estancos zu landen. Dann ging es stundenlang mit Jeep über holprige Piste, vor Jandía fuhr man sich noch im Sand fest, die Laune war nicht gut. Das änderte sich schlagartig, als die Küstenlinie erreicht wurde und sich kilometerlange weisse Sandstrände öffneten mit türkisfarben blitzenden Wasser. Das Paradies dachten Rul Bückle, Manfred Heneke und Gustav Schütte und es ging ihnen wie vielen Urlaubern heute: Euphorie brach aus.

Tourismus auf Fuerteventura – eine Erfolgsgeschichte seit 1965.

Das erste Touristenhotel entsteht – die "Casa Atlantica" mit 14 Zimmern.

In Morro Jable sassen Gustav Winter, Rul Bückle, Manfred Heneke und Gustav Schütte zusammen. Strände und Wasser waren motivierend, der Rest weniger. Keine zwanzig Fischerhütten, kein Strom, Wasser aus salzigen Brunnen und das Geschäft wurde auf den Klippen verrichtet. Es war klar, wenn hier etwas mit Tourismus geschehen sollte, dann musste alles neu entstehen. Bei Petroleumlampe sass man zusammen und verhandelte. Gustav Winter sträubte sich erst, willigte dann aber ein und hielt sein Versprchen und brachte Grund und einen Ziegenstall in das Projekt Hotel Morro Jable ein. Man ging sofort ans Werk und auf dem Ziegenstall entstand das erste touristische Hotel von Fuerteventura, die "Casa Atlantica" mit 14 Zimmern. Badewannen, WCs bis zu den Matratzen, alles musste aus Deutschland eingeflogen werden. War eine Südflug Maschine nach Teneriffa unterwegs, wurde jeder freie Zentimeter im Frachtraum der DC-9 mit Material vollgepackt, das bei einer Landung in Los Estancos entladen wurde. Mitte der 1960iger war es soweit: Die "Casa Atlantica" direkt am Strand Playa del Matorral empfing die ersten Gäste. Sie landeten noch am Flugplatz Los Estancos der 1950 in Betrieb gegangen war und wurden dann mit einem Kleinbus über holprige Pisten nach Morro Jable gebracht. Asphalt gab es keinen, die Fahrt dauerte ca. vier Stunden je nachdem, ob ein Reifen zu wechseln war.

Die Stuttgarter waren mit schwäbischem Fleiss bei der Sache und es ging Schlag auf Schlag. Schon 1968 wurde das zweite Haus das „Hotel Jandía Playa“ eröffnet. Leicht war der Tourismus nicht, denn weder gab es ein Restaurant noch eine Bar weit und breit und so erfand man zusammen mit dem Partner "Robinson Club GmbH", die von TUI und Steigenberger gegründet wurde, den All-in Urlaub. Aus der Not heraus entstand eine radikal neue Tourismusform. Im Gegensatz zum Club Med, der in der selben Zeit pleite machte, war die "Robinson Club GmbH" tatsächlich All-in und wirtschaftlich erfolgreich. Ende der 1960iger gab es kein Halten mehr, der Tourismus begann zu boomen. Der neue Airport in El Matorral ging am 14. September 1969 in Betrieb. Wurde bisher über Madrid angeflogen, startet Condor 1973 zum ersten Direktflug von Düsseldorf. Deutsche sonnenhungrige Touristen begannen Morro Jable zu stürmen. Gleichzeitig übernahmen die Briten, die noch wenige Jahrzehnte zuvor Fuerteventura als Händler dominiert hatten, das Ruder im Norden und entwickelten Corralejo, das so aussah wie Morro Jable, bevor die Stuttgarter Truppe Hand anlegte. Das erste Touristenhotel entstand im Norden mit dem schlichten Namen "Hotel Corralejo". In den 2010nern nur noch eine leere Ruine, wurde es von einem deutschen Pärchen zum wohl schönsten Haus der Insel renoviert. Das Boutique Hotel "Avanti" entstand.

Tourismus auf Fuerteventura – eine Erfolgsgeschichte seit 1965.

Costa Calma entsteht – "Meliá Gorriones" am Playa de la Barca.

In Morro Jable wurde es bald eng und so wurde begonnen Costa Calma zu entwickeln. Ausser einer Ziegenfarm am Playa de Matas Blancas gab es kaum etwas. Sie steht heute noch als Ruine über dem Strand. Unterhalb des heutigen R2 Hotels lag eine Saline am Punta de los Molinillos (am Kap der kleinen Mühlen). Dort, wo einst Windräder Wasser in die Salzfelder pumpten, liegen nun Touristen in der Sonne. Auf den alten Salzfeldern stehen Hotels. 1977 wurde an der Costa Calma das erste Hotel errichtet, das "Meliá Gorriones" am herrlichen Playa de la Barca mit seiner traumhaften Lagune. Nach Baugenehmigungen fragte damals niemand, Sandwüste, jeder machte was er wollte und so wäre ein derartiger Bau direkt am Strand heute undenkbar, erklärt aber die traumhafte Lage. Als der Surfpionier René Egli das "Meliá Gorriones" besuchte erkannte er die fantastischen Windbedingungen am Playa de la Barca und schloss mit dem Hotel einen Exklusivvertrag am Hotel eine Surfschule einrichten zu dürfen. 1984 fuhr René Egli mit rotem Golf und Schweizer Kennzeichen vor dem "Meliá Gorriones" vor, am Dach einige Surfbretter, das Auto mit Segeln vollgestopft. Mit enormer Energie entwickelte er das Surfcenter zum grössten Kite- und Windsurfcenter der Welt und machte es zum fixen Bestandteil des Surfweltcups.

Die Natur, Strände und das Meer begeisterten viele, aber es bedurfte echter hart arbeitender Pioniere Tourismus auf Fuerteventura zu entwickeln. Zu jener Zeit noch über 70% der Bevölkerung Analphabeten, kein Krankenhaus, des erste Wasserwerk zur Meerwasser Entsalzung nahm erst 1970 den Diest auf, davor waren Tankschiffe notwendig. Erst 1975 wurde das erste Kraftwerk der Insel in Betrieb genommen und langsam ein Stromnetz aufgebaut. All jene, die erfolgreich waren, legten eine enorme Energie und Ausdauer an den Tag und sind mit dem, was sie aufgebaut haben, heute noch führend auf der Insel oder ihre Nachfahren die übernahmen. Einwenig aus der Reihe tanzt Gustav Winter, immer mit hochfliegenden Plänen und nicht immer durchsichtig seriös, weshalb sich viele Legenden um ihn ranken. Angespornt durch die Erfolge in Morro Jable, die aber mehr der Energie der Stuttgarter Bückle, Heneken und Schütte zu verdanken waren als seiner eigenen Leistung, kaufte Gustav Winter die Isla de Lobos. Wieder spann er Fantastereien von Hotel, Casino und Flugplatz aber wie alle seine Ideen, denen sich nicht andere mit harter Arbeit annahmen, versandete das Projekt. Seine Nachfahren dürften recht nach dem alten Herren schlagen, denn Juan Miguel Winter-Althaus wird seit 2015 wegen Immobilien Betrügereien von der Staatsanwaltschaft Las Palmas per Haftbefehl gesucht. Bisher konnte er noch nicht dingfest gemacht werden.

Tourismus auf Fuerteventura – eine Erfolgsgeschichte seit 1965.

Tourismusboom – 2018 am Zenit.

Als die Welt 2008 in die Finanzkrise taumelte, lag der Tourismus auf Fuerteventura brach. Die Strassen waren leer gefegt, an manchen Tagen kam kein Touristenflieger auf der Insel an. Ausser den Turboprops auf die Nachbarinseln startete nichts. Per Auto war nur einmal pro Woche, mit einer winzige Autofähre ab Cadíz, auf die Kanaren zu kommen. Ruhig war es auf Fuerteventura, extrem ruhig. Für Individualisten, die auf der Insel nicht ihr Geld verdienen mussten paradiesisch. Surfer hatten die Line-ups für sich alleine, wer zum Leuchtturm Faro de Tostón spazierte wurde von keinen Mietwägen oder Touroperatoren oder gar knatternden Buggies gestört und selbst am Playa del Matorral war kaum ein Tourist zu sehen. Grosse Hotels machten pleite und schlossen. Eine morbide Stimmung machte sich auf der Insel mancher Ortes breit. Wer nur zum Surfen oder wegen der Natur auf der Insel war, durchlebte eine traumhafte Zeit. Zwar schrumpfte auch das Angebot im Supermarkt enorm, nur wenige Bars und noch weniger Restaurants waren in Betrieb, aber wegen Konsum oder einem Gourmettripp reiste noch nie jemand nach Fuerteventura.

Ein leises Lüftchen kündigte sich ab 2012 an, als sich herausstellte, dass der "arabische Frühling" nicht zu dem wurde, was sich westliche Naivlinge erträumt hatten. Als dann die Sicherheitslage in Ägypten, Tunesien und anderen Ortes eskalierte, wendete sich das Blatt 2014. Das erste Jahr, in dem der Tourismus wieder begann an alten Erfolgen anzuknüpfen. Ab 2015 begannen die Touristen die Insel zu stürmen, was im Jahr 2017 zu enormen Belastungen führte. Die Preise explodierten, Kläranlagen, Wasserwerk, Strom alles war am Limit bis hin zum Inselkrankenhaus. Enorme Anstrengungen wurden unternommen und so hatte man 2018 mit intensiven Bemühungen die Infrastruktur wieder halbwegs im Griff.

Der anhaltende Boom lockt Glücksritter auf die Insel. Vor allem Italiener haben Fuerteventura als ihr El Dorado entdeckt. Überall schiessen Cafés, Bars, Restaurants aus dem Boden, Geschäfte mit dem obskursten Angeboten öffnen, bei denen man sich fragt, ob die "Unternehmer" die Insel verwechselt haben. Unerfahren, ohne Fachwissen mit wenig Kapital rückt man an, um das schnelle Geld zu machen und mehr in der Sonne zu liegen als zu arbeiten. Keine Unternehmer des alten Schlages von Egli, Schütte, Bückle oder Heneken in Sicht, das Scheitern vorprogrammiert. Und so schliessen täglich Restaurants und Geschäfte die im Folgemonat schon wieder vom nächsten Glücksritter eröffnet werden. 2019 wird die grosse Marktbereinigung stattfinden, die Marktkräfte das Angebot auf ein sinnvolles Mass zurück schrauben. 2018 erreichte der Tourismus auf Fuerteventura den Zenit und wuchs nicht weiter. Inseln wie Gran Canaria mussten herbe Verluste hinnehmen. Man redete sich auf das Wetter aus, dass in den Werbeschriften als "ewiger Frühling" angepriesen wird. Daran wird es nicht gelegen haben. Fuerteventura würde ohnedies von der gegebenen Infrastruktur nicht mehr vertragen, die an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Ein Ausbau würde nur den Charakter der Insel zerstören und langfristig die wertvollsten aller Touristen vertreiben: Jene, die sich in die Insel verliebt haben, immer wieder kommen und die Insel und ihre Ressourcen mit Respekt behandeln.

Tourismus auf Fuerteventura – eine Erfolgsgeschichte seit 1965.

5 Touristenspots + viel Einsamkeit.

5 Touristenspots + viel Einsamkeit.

Die Ursprünglichkeit und Wildheit geniessen.

In Fuerteventura konzentriert sich der Tourismus auf 5 Touristenspots abseits derer, selbst in der Hauptstadt Puerto del Rosario oder im grossen Gran Tarajal, kaum ein Tourist zu treffen ist. El Cotillo, Corralejo, Caleta de Fuste, Costa Calma und Morro Jable sind die Spots. Werden diese Zentren verlassen, wird es schlagartig einsam auf der Insel. In den Orten, an den Stränden, in den Barrancos und den Bergen.

Fuerteventura die zweit grösste Kanareninsel. Pulsierende Touristenspots und Einsamkeit können gut nebeneinander. Wer kommt, um die Freiheit, Wildheit und Natur der Insel zu erleben, kann stundenlang Strände entlang wandern, ohne eine Menschenseele zu treffen. Findet einsame Buchten oder Line-ups. Es muss nur einwenig abseits der ausgetretenen Pfade gewandert werden und schon findet sich einsame Fischerorte wie die Casas de Jacomar.

Insider Tipp

"Turbulenzen" – die Geschichte eines Vollblutunternehmers.

Wer sich für die Tourismuspioniere von Fuerteventura interessiert, der sollte sich die Biographie des Rul Bückle, Gründer und Eigentümer der Südflug und Initiator des Tourismus auf Fuerteventura, besorgen. Ein Kapitel ist dem Fuerteventura Abenteuer gewidmet. Auch jene, die sich den Spinnereien um Gustav Winter hingeben, ist das Buch zu empfehlen, hört man doch von Rul Bückle, Geschäftspartner von Gustav Winter, ein müdes Lachen über die albernen U-Boot Geschichten. Auch Jungunternehmern, die auf Fuerteventura wie so viele andere Fuss fassen wollen, ist es ans Herz zu legen. Es klärt auf, das Erfolg vor allem harte Arbeit und Ausdauer bedeutet, insbesondere auf Fuerteventura. Wer das nicht leisten kann, bleibt besser im Schosse des warmen Deutschen Sozialsystems. Das Buch "Turbulenzen" ist im Antiquariat erhältlich.

Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Tourismus – wichtigste Einnahmequelle Fuerteventuras im stetigen Aufwind.Der Playa de la Clavellina Corralejo anfang der 1970iger.Der Playa de la Clavellina Corralejo anfang der 1970iger.Der Ort Morro Jable Fuerteventura: Morro Jable ca. in den 1950igern.Der Ort El Cotillo Fuerteventura: El Cotillo in den 1970igern.Die Südflug des ehemaligen Jagdfliegers und Luftfahrtpioniers Rul Bückle – Tourismuspionier von Fuerteventura.Die Südflug des ehemaligen Jagdfliegers und Luftfahrtpioniers Rul Bückle – Tourismuspionier von Fuerteventura.Links: Ehemaliger Jagdflieger und Luftfahrtpionier der Südflug sowie Tourismuspionier Fuerteventura Rul Bückle.