Corralejo – touristischer Hot Spot mit idyllischen Ecken.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Wer direkt vom Flughafen in die Shopping Meile, die Calle Nuestra Señora del Carmen einbiegt und nicht so der Dauer biertrinkende Typ mit Hängebauch ist, der diesen gerne mit blossem Oberkörper mitten in einer Stadt rot angebrannt ohne T-Shirt zur Schau stellt, könnte im Hochsommer einen kleinen Schock bekommen. Vor allem in Spanien, wo es noch heute für Männer als unpässlich gilt, mit kurzer Hose auf der Strasse herumzulaufen. Nein, man ist nicht in Brighton Grafschaft East Sussex in einer billigen Pub Strasse in Strandnähe gelandet, obwohl an jedem zweiten Haus "Full English Breakfast" angeboten wird und wer das zur Abschreckung für jene, die halbwegs auf Essen wert legen, noch toppen will, hinzufügt "Only English products used!", um den Appetit völlig zu verderben. Doch Entwarnung: Die Calle Nuestra Señora del Carmen konzentriert dieses Klientel, die sich auch den gesamten Urlaub nie weiter als zwischen angrenzendem Ressort und der Señora del Carmen bewegt. Wer also diesen Teil von Corralejo meidet, wird nicht weiter belästigt. Selbst am Strand taucht dieser Typus nicht auf. Viel bequemer und preiswerter all-in kann man sich den Tag am Hotelpool vernebeln und hat es nicht weit aufs Zimmer und zum Abendbuffet.

Schon wer die Calle Nuestra Señora del Carmen bis zum Ende an die alte Mole durchquert hat, denn dort endet sie am schönen Stadtrand und weiter Richtung El Charco de Bristol oder Fährhafen geht, betritt eine andere Welt. Schlagartig wird es ruhig. Dort wohnen die Einheimische. Kleine nette Bars, das eine oder andere Restaurant, das besucht werden könnte wie die Cofradía am Hafen zum Fischessen, die Lebensmittelläden haben plötzlich das halbe Preisniveau, Geschäfte wie in einer Kleinstadt für Schulbedarf oder Haushalt und mehr finden sich und alle machen traditionell zur Siesta dicht, also von 13:30 bis 17:00 Uhr. Man könnte das Gefühl haben, es wäre der Zutritt für Touristen verboten, denn sie sind vom Erdboden verschluckt. So abstossend die Calle Nuestra Señora del Carmen an manchen Ecken auch sein kann, wer durch Corralejo streift, durch die alten Häuser des Corralejo viejo, den Paseo in der Nähe des Fährhafens oder anderen Ecken, wird ein ganz anderes Corralejo finden. Eine nette ruhige Kleinstadt, an jeder Ecke eine einfache Bar, ein paar schattige Ecken mit Bank, echtes spanisches Leben. Der Gast beginnt Corralejo etwas abzugewinnen. So schlimm ist es doch nicht. In der Tat, es ist gar nicht so übel in Corralejo. Nein, wird die Touristenmeile ausgeklammert, liesse sich auch hier gut leben.

Links und rechts des Ortes ziehen sich die kilometerlangen Strände und egal wieviele Menschen über Corralejo herfallen, die Strände sind so lang, dass nach kurzem Spaziergang die Einsamkeit am Strand grüsst. Nach Süden erstreckt sich das grosse Sanddünen Feld El Jable, mit den endlosen, feinsandingen Stränden. Dort sind hauptsächlich die Sonnenanbeter zu Hause, die im türkisfarbenem Wasser, das ideal zum Baden ist, Abkühlung suchen. Nach Norden, auf der Küstenpiste, die nach El Cotillo hinüber führt, sind die Sportler unterwegs. Da sind die Spots für die Wellenreiter, Bodyboarder, Kitesurfer, Windsurfer und SUPer. Ein Spot reiht sich an den anderen. Es wird nach können und aktueller Wind- und Wellensituation gewählt. Vor Corralejo am Meer liegt die hübsche kleine Insel Isla de Lobos und etwas weiter nach Norden blitzen die weissen Strände des Playa blanca von Lanzarote hinüber. Ein schöner Tagesausflug, ist man doch in 20 Minuten mit der Fähre "drüben". Hinter Corralejo baut sich eine Vulkankette, die aus fünf Hauptkratern besteht, Richtung Lajares auf. Sie alle zusammen schufen vor 50 tsd. Jahren den Nordteil von Fuerteventura, ganze 110 Km2. Die Lava des Corralejo am nächsten liegende Vulkans, dem Bayuyo, ist die Insel Isla de Lobos zu verdanken. Als die letzte Eizeit vor 5, 6 tsd. Jahren endete und der Meeresspiegel radikal stieg, wurde die Landzunge zur Isla de Lobos überschwemmt. Bis dahin wurde die Isla de Lobos trockenen Fusses erreicht. Heute wird das überschwemmte Gebiet, durch das nun gemächlich der Kanarenstrom fliesst, "El Río", der Fluss genannt. Bei Normal Null ist er nur maximal 5 Meter tief, bei Ebbe fällt der Spiegel unter 4 Meter, weshalb auch keine grösseren Schiffe passieren. Für jene, die einen schönen Sonnenuntergang erleben wollen, ist Corralejo eine schlechte Ecke, denn dort geht die Sonne über dem Meer auf, wenn der Erholungssuchende noch im Bett liegt. Wer aber auf den Vulkan Bayuyo unschwierig über eine Pfadspur aufsteigt, sieht zur Westküste hinüber und kann dort oben einen ganz einzigartigen Sonnenuntergang erleben. Überhaupt ist es schön die gesamte Vulkankette bis Lajares zu durchwandern.

Wird die Calle Nuestra Señora del Carmen ausgeblendet und was einem dort so alles zwangsläufig vor die Sonnenbrille gesetzt wird, ist Corralejo durchaus ein kleines, hübsches Städtchen, das viel zu bieten hat. Ein schöner Paseo zieht sich entlang der Stadt und Strände, erstklassige Sportveranstaltungen für die sehr ambitionierten Hobbysportler, Musikfestival, Surffilm Festival, gute Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung im Centro de Salud oder in der Privatklinik Brisamar, deutscher Zahnarzt, deutsche Allgemeinmedizinerin, Ausflugsmöglichkeiten, herrliche Strände, der Fährhafen für Ausflüge nach Lanzarote oder die Isla de Lobos, Tauchstationen, Surfstationen, zwei erstklassige Fitnesscenter, der Acua Waterpark für Kids, Verleih hochwertiger Rennräder und Mountainbikes, Triathlon Shop, die grossen Mietwagen Unternehmen sind vertreten, auch schöne Hotels, die sich von der billig all-in Schiene abheben, ein Co-Working Hub, eine schöne Fiesta, gute Gastronomie, wenn man weiss wo zu fairen Preisen und eine erstklassige Busanbindung, mit der so ziemlich alles auch ganz ohne Mietwagen zu erreichen ist. Corralejo ist wirklich eine schöne Ecke, um Urlaub zu machen. Wer einfach das "Epizentrum" meidet, höchstens man ist der Typ dafür, denn auch das ist erlaubt, findet einen schönen Urlaubsort mit viel Erholung, herrlichen Stränden, tollem sportlichen Angebot und wer das mag, interessante Ausflugsmöglichkeiten in der Gruppe und kulturelle Veranstaltungen.

Der Ort Corralejo Fuerteventura: Der Playa de la Clavellina und das Avanti Boutique Hotel.

Geschichte – Kultur – Wirtschaft.

Vor allem im Süden von Corralejo in der Nähe der Dunas El Jable, wurden immer wieder Artefakte und klassische Rundbauten der Majoreros gefunden. Ein Grossteil davon fiel den unzähligen Bauvorhaben zum Opfer. Wer aber aufmerksam durch das Malpais streift, wird noch die einen oder anderen Relikte finden.

Unter der Conquista ist dokumentiert, dass Corralejo schon recht bald zu einem beliebten Hafen wurde. Gut und sicher liess sich die Küste durch den "El Río", die vor fünf, sechs tausend Jahren überflutete Landbrücke zwischen Fuerteventura und der Isla de Lobos, ansteuern. Es herrschte auch von Anfang an reger Austausch zwischen dem Brückenkopf der Normannnen auf Lanzarote, dem Fort Rubicon und der Befestigung auf Fuerteventura, dem heutigen El Roque. So pendelten schon bald Schiffe zwischen dem Playa blanca Lanzarote und Corralejo. Schon ab dem 15. Jhd. sind auch die ersten Schiffe dokumentiert, die Warenlieferungen von weiter her anlandeten. So lieferten die Portugiesen von ihrer "Holzinsel" Madeira Baumaterial nach Fuerteventura und landeten u.a. in Corralejo an. Corralejo wurde daher auch als Holzhafen bezeichnet.

Gewohnt wurde im Hafen aber nicht, wie so oft auf Fuerteventura. Weder war der Hafen Puerto del Cruz bei Puertito de Los Molinos bewohnt, noch der Hafen Puerto del Cabras, das heutige Puerto del Rosario. Auch die heutige Hauptstadt, wurde erst sehr spät besiedelt, obwohl sie schon seit Jahrhunderte als Hafen diente. Corralejo war kein guter Platz für Siedler. Das umliegende Land völlig versalzt und für die Landwirtschaft ungeeignet, ja noch nicht einmal Ziegen fanden in dem Gelände ihr Auslagen. Mangels umliegender Berge, die die Passatwolken einfangen, gab es auch keine Quellen, keinen Tropfen Wasser. Für die Schönheit der Strände interessierte man sich selbst redent nicht, denn zum Sonnen und Baden war keine Zeit. Trotzdem wurde die Gegend um Corralejo und auch gegenüberliegen die Isla de Lobos intensiv genutzt. An der salzigen Küste konnte zwar nichts angebaut werden, dafür wuchsen die Salzkraut Pflanzen wunderbar, Rohstoff für die Kali, Soda und Potasche Gewinnung und natürlich die Färberpflanze Orchillea. Sie wurden geerntet und verarbeitet, da mit ihnen gutes Geld zu machen war. Als dann die Konservendose und der Prozess der Konservierung erfunden wurde, erlangte der Fischreichtum im "El Río" grosse Bedeutung und man begannt sich auch intensiv der Küstenfischerei zu widmen. Auf der Isla de Lobos existierte für die Fischkonservierung in späteren Jahren auch eine Saline mit kleiner Konservenfabrik.

Beginnend mit dem 18. Jhd. kamen Anfang des 19. Jhd. die Boomjahre auf Fuerteventura. Die Bevölkerung wuchs, eine Kirche nach der anderen wurde gebaut, Windmühlen und da die Häfen immer lebendiger wurden und täglich angesteuert wurden, begannen sich die ersten Insulaner an den Häfen niederzulassen. Erst entwickelte sich Puerto de Cabras rund fünfzig Jahre später begann man auch die Bucht von Corralejo zu besiedeln. Im Jahr 1873 wurden in Corralejo die ersten Häuser errichtet, kaum zwanzig wurden es, die heute noch recht unscheinbar von Touristen unbeachtet mitten im Ort Corralejo, neben der Einkaufsmeile Calle Nuestra Señora del Carmen, am Strand Playa de Corralejo viejo liegen. Durch die lauschige Häusergasse zu schlendern, die noch immer aus Sand sind, lohnt. Wie eine andere Welt. 200 Meter neben der quirligen Einkaufsstrasse, an der Keiler Touristen in die Lokale ziehen wollen, Ruhe, kein Mensch, der Bougainvillea blüht das ganze Jahr, Palmen. Ganze 50 Einwohner zählte der Ort, aber das war nicht so wenig, denn Puerto de Cabras hatte auch nur rund 500. Die Gesamtbevölkerung von Fuerteventura erreichte keine 7 tsd. Nach den beiden Hungersnöten Ende des 17. Jhd. waren es nur noch 2.400.

Beschaulich ging es weiter. Bei den paar Häusern blieb es dann auch lange Zeit. Viel wurde nicht gebaut. 1920 errichtetet man am heutigen Platz der Ortskirche eine kleine Kapelle, die in den 1980iger abgerissen und durch die heutige Kirche Nuestra Señora del Carmen ersetzt wurde. Sie Schutzheilige des Dorfes, vor allem der Fischer. Am Tag der Schutzpatronin am 16. Juli steht Corralejo Kopf. Die Strassen sind mit Fahnen geschmückt, bis auf die Touristenbars und Geschäfte hat absolut alles geschlossen. Die Schutzpatronin wird von der Kirche zum Playa de la Clavellina getragen und dort auf einem Fischerboot samt Pfarrer eskortiert von einer ganzen Armada von Schiffen auf den "El Río" hinaus gefahren, um ihren Schutz, vor allem auf See, zu erbitten. Am Abend findet dann die "gran verbena", der grosse Tanz oder das grosse Fest, statt. Bühne, Festzelt befinden sich am grossen Parkplatz vor dem Sportstadion am Fährhafen. Es wird gefeiert, bis um Punkt 4 Uhr die Musik gekappt wird. Wer im Juli auf Fuerteventura ist, sollte dieses stimmungsvolle und ausgelassene Treiben, das schon vormittags beginnt, nicht verpassen. Die Madonnen Statue tragen oder auf seinem Boot zu haben, ist die höchste Ehre und wird jedes Jahr wechselnd wahr genommen. Jung wie alt sind voll bei der Sache, denn egal wie auch der Kirchgang der jungen Generation ausfällt oder auch nicht, man ist immer noch streng gläubig.

Generell ist Corralejo ein sehr aktives kleines Städtchen und das nicht nur zum Feiern. Neben dem Mountainbike, eines der Lieblingssportgeräte der Insulaner, die sich jährlich in einem zwei Tage Rennen "FudeNaS" – Fuerteventura de Norte a Sur – einmal über die gesamte Insel messen, ist auch der Schwimmsport und das im offenen Wasser sehr populär. Zwei wichtige Ereignisse finden jedes Jahr statt. Das eine ist die "Travesía a nado Isla de Lobos", die in mehreren Klassen ausgetragen wird und auf der es in der Königsklasse gilt zwischen den Inseln auf einem Dreieckskurs hin und zurück zu schwimmen. Wer es noch härter will, der kann durch die Seestrasse "Bocaina", so heisst der Wasserweg zwischen Lanzarote und Fuerteventura, schwimmen. Gestartet wird bei der "Travesía de la Bocaina" am Morgen am Playa blanca Lanzarote, die besten Schwimmer erreichen den Playa de la Clavellina in Corralejo gegen Mittag. Die Zeit variiert jedes Jahr abhängig von der Wellenhöhe, die im Bocaina vom Nordost Passat aufgetrieben sehr hoch werden kann. Wer sich schon einmal bei entsprechenden Wellengang am Bocaina befunden hat, auch nur mit der Fähre, kann abschätzen, was für eine Klasse Schwimmer hier unterwegs ist und wird von der Leistung beeindruckt sein!

Der Tourismus Boom setzte in Corralejo wie auch in Morro Jable in den 1970igern schlagartig ein. War zu diesem Zeitpunkt Corralejo noch eine Ansammlung einfacher Häuser samt dem ersten Hotel "Hotel Corralejo", dem heutigen Avanti Boutique Hotel, einer sandigen Hauptstrasse, der heutigen Shopping Meile, die an der alten Mole endete, da dies der einzige Hafen war, ging es plötzlich rasant weiter. Ein Bauboom entstand und Corralejo wurde in atemberaubendem Tempo aus dem Boden gestampft. Viele Bausünden und anderes zeugen davon. Im Verhältnis zur Costa blanca in Spanien hat es aber Corralejo noch richtig gut getroffen, denn Hotelburgen blieben dem Ort erspart. Auf Grund des vielen Platzes wurde in die Breite gebaut. Der neue Flughafen in El Matorral gewann zunehmend direkte Flugverbindungen nach kontinental Europa, später auch nach Grossbritannien. Eroberten Deutsche den völlig unerschlossenen und einsamen Süden für sich, war der Norden die Domain der Briten, denn sie hatten durch die vielen britischen Händler um Puerto del Rosario hier ihren Fuss in der Türe. Bis heute hat sich an diesem Szenario nichts geändert. Schlagen Wirte in Corralejo "Full English Breakfast" an die Tür, findet man in Morro Jable oder Costa Calma den "Sonntagsfrühschoppen" angeschlagen. Nach wie vor machen Deutsche und Briten so gut wie den gesamten Tourismus aus und das ca. zu gleichen Teilen. Nur im August fallen Kanarios ein, denn Fuerteventura hat bei ihnen den Beinamen "Der Strand der Kanaren". Wenn es überall zu heiss zum Arbeiten wird, verabschiedet sich wer kann zur "Sommerfrische" nach Fuerteventura. Die Fähren quellen mit Wohnmobilen über und man erkennt die ansonsten doch noch immer recht ruhige Insel kaum wieder. Wer es sich aussuchen kann sollte den August auf der Insel meiden. Schlagartig mit dem 1. September ist wie von Geisterhand alles vorbei.

Der Ort Corralejo Fuerteventura: Das alte Corralejo viejo.

Los Molinos de Corralejo – die Mühlen von Corralejo.

In Corralejo finden sich abseits des Touristenrummels Richtung El Charco de Bristol drei Windmühlen, die Ende des 19. Jhd. Anfang des 20. Jdh. errichtet wurden. Bis auf eine der Mühlen stehen sie allesamt noch am original Platz, denn am El Charco pfeift der Nordost Passat besonders gut. Daher liegt auch dort die Seewasser Osmose Anlage mit den beiden Windturbinen. "El Charco de Bristol", die "Pfütze", eine flache Bucht, an der auch Surfer immer wieder auf eine gute Welle lauern. Es mag verwundern, dass sie Mühlen direkt im Ort liegen, aber zur Zeit der Errichtung gab es in Corralejo kaum 20 Häuser und die lagen weit weg direkt am Strand Playa de Corralejo viejo, am Strand des alten Corralejo.

Die Windmühlen stehen aufgefädelt in einer Linie an der heutigen Calle Pizarro. Ein geradezu perfekter Ort, um den Nordost Passat auszunutzen, der sogar noch von den Geländegegebenheiten beschleunigt wird. Wer einen Blick auf die Karte wirft (siehe Bildgalerie) sieht schön, wie der stetig wehende und über das Meer streifend Nordost Passat zwischen Lanzarote und Isla de Lobos durch eine "Düse" muss und noch einmal beschleunigt wird und mit voller Wucht am El Charco de Bristol auf Land trifft. Der Passat weht tief über das Wasser und wird an der aufsteigenden Geländeflanke von El Charco gestaut. Die maximale Windenergie lässt sich dort einfangen. In den Häuserschluchten ist dies heute nicht mehr wahr zu nehmen, wer aber an starken Passat Tagen auf das Feld über die Bucht von El Charco de Bristol geht, kann am eigenen Leib spüren, welche Energie vom Meer auf Land trifft.

Aus Süden von der Einkaufsmeile Calle Nuestra Señora del Carmen kommend, wird als erstes auf die "Molina de Manolo Hierro" am kleinen Platz "Plaza J. Antonio Umpierrez Bolaños" gestossen. Die Mühle lag ursprünglich etwas weiter die Strasse hinunter aber auf selber Linie, wo sie tatsächlich bis 1989 in Betrieb war und ihr durch einen Sturm die Flügel abgerissen wurden. Sie wurde 2014 von der Gemeinde gekauft und auf dem Platz "Plaza J. Antonio Umpierrez Bolaños" neu aufgebaut und restauriert. Sie soll dort freistehend  besser zur Geltung kommen. Dies war leicht möglich, da die "Molina de Manolo Hierro" schon einem modernen und portablen Baukonzept entsprach. Sie besteht aus drei Einheiten: Turm, Maschinenteil mit Mahlwerk und Gebäude. Das Gebäude konnte ein einfacher Kastenbau sein. Turm und Maschine waren abnehmbar und konnten jederzeit auf einen anderen "Kasten" gesetzt werden. Die Mühle wird mit 6 Flügeln betrieben, die bereits morden mit Segeltuch bespannt sind. Wie auf einem Segelboot wird je nach Windstärke gerefft oder Tuch gesetzt.

Manolo Hierro, der erste Eigentümer der Mühle, kaufte die gesamte Anlage 1925 in Llanos de la Concepción, erwarb ein Grundstück am El Charco und liess Turm und Maschine auf Mauleseln und Kamelen nach Corralejo transportieren. Das Kastengebäude war schnell aufgemauert und die "Apparatur" musste nur noch auf das Dach gesetzt werden. Die gesamte Konstruktion der eigentlichen Mühle ruht nämlich auf einem massiven Stahldorn und -platte, um sie in den Wind drehen zu können und ist selbsttragend.

Don Manolo Hierro war ein umtriebiger Mann. Geboren 1893 in Jandía und Sohn des Spaniers Jose Hierro Garrido aus Huelva, der auf die Insel gerufen wurde, da der Leuchtturm Faro de Punta de Jandía einen neuen Leuchtturm Wart benötigte. Manolo Hierro dürfte nicht nur unternehmerischen Antrieb gehabt haben. Er war auch Bürgermeister von Corralejo und als das spanische Militär das erste Telefon in Corralejo 1943 installierte, um nach Puerto de Cabras schnell Meldung über Vorkommnisse in der Meerenge machen zu können, war Manolo der "Telefonwärter", der auf Anrufe zu achten hatte und Meldungen durchgab. Falls mal was los war, denn spätestens seit der Schlacht von Tamasite 1740, wollte niemand mehr die Insel entern. Dienstlicht klingelte es wohl eher selten.

150 Meter der Calle Pizzaro weiter Richtung Norden, wird schon auf die nächste Mühle getroffen und zwar die erste, die in Corralejo stand. Die Mühle Molino Domingo Estévez Rodríguez" Ecke Calle Pizzaro / Calle Bajo del Mejillon an der Hauptpost, steht noch am original Platz. Auch ihr Eigner war ein umtriebiger Geschäftsmann. Estévez Rosdríguez kam aus Lanzarote und ihm lag das Geschäft im Blut. Eigentlich ausgebildeter Bootsbauer fing er bald an auch Boote für sich selber zu bauen und sich eine kleine "Handelsflotte" zuzulegen, mit der er Warentransporte zwischen Fuerteventura und Lanzarote abwickelte. Nach langen Durstjahren, im wahrsten Sinne des Wortes, prosperierte Fuerteventura wirtschaftlich im 19 Jhd. enorm, als Lieferant von Kali, Soda, Potasche, Farbstoffen und Kalk. Interessante Rohstoffquellen taten sich unerwartet auf. Und da immer alles zusammen kommt, war auch das Klima gut, die Feldwirtschaft war ertragreich, die Inselbervölkerung verdoppelte sich nicht nur auf Fuerteventura und so herrschte grosser Bedarf an Mehl. Also beschloss Domingo Estévez Rodríguez 1898 auf der Anhöhe bei Corralejo ein Grundstück zu erwerben, um dort eine Windmühle zu errichten. Mit Verwandten legte er noch einen Erdhügel an, um noch mehr Wind einzufangen und mauerte mit deren Hilfe eine klassische Mühle aus Lavagestein und Kalk auf. Rodríguez dürfte auch ein Ästhet gewesen sein, denn wenn man genau hinschaut, zimmerte er der Mühle ein Walmdach. Als Bootsbauer waren runde Formen kein Problem für ihn. Das ist einzigartig und sonst nirgends zu finden. Einzigartig ist auch die Größe, denn es ist die kleinste Mühle Fuerteventuras. Als Rodríguez die Mühle fertig stellte und in Betrieb nahm, war der 1878 auf Lanzarote geborene Jungunternehmer erst 20 Jahre alt. Nicht nur für das damalige Umfeld eine enorme Leistung. Im Gegensatz zu anderen Mühlen, vertraute Rodríguez auch nicht auf eine Segeltuch Bespannung der Flügel. Er setzte je nach Windstärke mehr oder weniger Planken auf die vier Flügelblätter. Er war eben gelernter Bootsbauer.

Noch einmal wenige hundert Meter die Calle Pizzaro weiter, wird auf die "Molina de Juan Morera" am "Plaza de la Molina de Juan Morero", gleich gegenüber des grossen Hyperdino Supermarktes, gestossen. Wie auch die Mühle von Manolo Hierro, ist auch sie eine weibliche Konstruktion, als ein geschössiger Bau, in dem alle Arbeitsschritte der Mehlerzeugung auf einer Ebene stattfinden. Die weibliche Windmühle das anspruchsvollere Mühlen Konzept, das nur mit entsprechender Getriebetechnik umsetzbar ist. Die Molina de Juan Morero wurde zur selben Zeit wie die Molina de Manolo Hierro errichtet und war wie die Molino Domingo Estévez Rodríguez bis in die 1970iger Jahre in Betrieb.

Der Ort Corralejo Fuerteventura: Die Los Molinos de Corralejo – die Windmühlen von Corralejo.

Für wen lohnt der Besuch?

Corralejo ist ein sehr vielseitiger Urlaubsort. Erholungsuchende finden an den endlosen weissen Sandstränden samt türkisfarbenem Bilderbuch Meer die idealen Bedingungen, um zu entspannen. Wer einwenig Fussmarsch in Kauf nimmt, findet völlig einsame Strandabschnitte. Ambitionierte Triathleten haben mit dem Papagayo Center, neben Las Playitas das zweite Trainingscenter auf Fuerteventura, ein ideales Ressort mit olympischen Becken und besten Asphalt auf den Landstrassen, um Kilometer in die Beine zu bekommen, samt erstklassigem Gym, um die Muskulatur auf Vordermann zu bringen. Kite Surfer finden am Flag Beach ein Traum Revier, die Individualisten unter jenen, die auch dem Brandungs-Surfen frönen wie auch die Windsurfer fahren an den Northshore in unmittelbarer Nähe der tolle Spots bereit hält. Dort sind auch die Wellenreiter ab Sonnenaufgang unterwegs, die auf höherem Level surfen. Viele Ausflugsmöglichkeiten und Veranstaltungen sorgen dafür, dass es nun auch der Unrast in Person garantiert nicht langweilig wird. Und wer das Arbeiten so gar nicht lassen kann, kann sich einen Schreibtisch oder Hotdesk im Co-Working Hub in Hafen- und Strandnähe buchen. Wer sein Spanisch aufpolieren will oder erste Schritte in der Sprache machen möchte, hat auch hierzu Gelegenheit. Mit gelangweilten Kinder kann man im Acua Wasserpark ein erlebnisreichen Tag verbringen, entnervte Eltern können sie dort auch in Kindergruppen zum Toben geben, die von erfahrenen Betreuern geleitet werden. Angenehm auch, das Corralejo vom Flughafen in nur 30 Minuten über die neue Inselautobahn ganz stressfrei erreicht wird. Wer auf Budget reist, ist mit den modernen komfortablen Bussen der Insel mit nur einmal Umsteigen für wenige Euro auch schnell und komfortabel vom Flughafen in Corralejo. Der Bus stoppt an vier Haltestellen jeweils in Nähe der Ressorts, sodass nur ein paar hundert Meter zu Fuss samt Gepäck geschafft werden muss.


Messen in der Ermita Nuestra Sennora del Carmen:

  • Mo, Di, Mi, Fr: 8:30 Uhr

  • Do, Sa: 19:30 Uhr

  • So: 10:00 Uhr

Infrastruktur.

In Sachen Infrastruktur bleibt in Corralejo kein Wunsch offen. Geht ein Zahn kaputt, steht ein deutscher Zahnarzt mit moderner Praxis bereit. Passiert was Gröberes, wird medizinische Betreuung auf Basis der Europäischen Sozialversicherungskarte im Centro de Salud geboten, eine Privatklinik gibt es auch. An keinem Ort auf Fuerteventura, auch nicht in der Hauptstadt Puerto del Rosario, kann so gut Mode und Sportequipment eingekauft werden wie in Corralejo. War vor einigen Jahren das Mieten eines ordentlichen Rennrades noch unmöglich, hat die Rental Branche einen richtigen Boom hingelegt, der noch kein Ende gefunden hat. Alles kann gemietet werden: Carbon Renner, E-Bike, KTM Cross Maschine, Harley, Seekajak, Jeep, Surfequipment, Segelboot, Tauchausrüstung bis hin zu unzähligen Gehhilfen wie jene, die nicht mehr gut zu Fuss sind. Alles wird auf Wunsch auch geliefert.

Wer alleine ist oder Dinge in der Gruppe machen will, findet reichlich Anbieter geführter Ausflüge. Sportler können sich für Triathlon oder Radcamps anmelden, wer den Surfstyle leben will, findet Anschluss und Unterkunft in Surfcamps samt Morgenyoga und veganer Ernährung. Das Angebot an Restaurants ist gross. Quartiere finden sich in allen Klassen. Günstiges Hostel, AirBnB, 5-Sterne Haus mit dem üblichen Beauty und Verwöhnprogramm, All-in Ressorts, das schönste Boutique Hotel der Insel und noch das eine oder andere 4-Sterne Haus mit Niveau, das bezahlbar ist und angenehm aus der Masse der lärmenden Hotels heraussticht. Bei der Auswahl sollte man sich Zeit nehmen, denn man kann in Corralejo zu vernünftigem Preis sehr schön und angenehm in Strandnähe wohnen, oder auch "ganz furchtbar". Eine gute Alternative sind auch die diversen Casitas am Meer oder das Hinterland z.B. mit Villaverde.

Einwenig Nachtleben gibt es in Corralejo auch, denn das findet auf Fuerteventura kaum statt. Das Publikum ist dafür nicht geeignet. Die einen suchen Erholung und wollen alles andere als sich die Nächte um die Ohren schlagen, sie Sportler haben keine Lust die erste perfekte Welle des Tages wegen einem Kater zu verpassen. So geht es generall auf der Insel ab Mitternacht sehr ruhig zu.

Die Busanbindung an die Insel ist sehr gut.

Schnell gefunden.

Corralejo wird schnell und problemlos über die neue Inselautobahn FV-2 erreicht. In 30 Minuten ist das vom Airport aus geschafft. Mit dem Bus wir Corralejo von El Cotillo über die Linie 8 bedient, von Puerto del Rosario über die Linie 6. Wer vom Flughafen mit dem Bus nach Corralejo will nimmt die Linie 3 zum zentralen Busterminal und dann weiter die Linie 6. Die Fahrt ist in den modernen, klimatisierten Bussen in einer Stunde für wenige Euro geschafft. Dabei hat der Reisende vor allem im Gebiet El Jable einen wunderbaren Blick auf die Strände und das türkisfarbene Wasser, sodass die Zeit wie im Flug vergeht.


Dunas El Jable Corralejo Fuerteventura.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Sonnenaufgang in El Jable – Naturerlebnis in den Wanderdünen!

19 Km2 misst es, Europas grösstes Gebiet aus Wanderdünen. Wer El Jable im Urlaub durchwandert und ein Jahr später zurück kommt, wird wenige Dünen noch dort finden, wo sie noch vor 12 Monaten lagen. Der Nordost Passat verschiebt die Sandberge nach Lust und Laune. An der Luv Seite ist der Sand hart, keinen Zentimeter gibt er nach, wenn man über ihn geht, auf der Lee Seite, wo der Sand aus dem Wind rieselt, der Drift unterliegt, ist er pudrig fein und weich. Knöcheltief sinkt der Wanderer ein.

Wer in Corralejo wohnt, sollte einen Urlaubstag dem zeitigen Aufstehen widmen und vor Sonnenaufgang in die Dünen wandern. Kühl und feucht ist es, der Tau der Nacht liegt im Sand. Dann beginnt das Farbenspiel am Himmel, die Sonne geht auf, mit einem Schlag wird es warm. Das Dünenfeld präsentiert sich dann so schön wie zu keiner anderen Tageszeit. Das Streiflicht profiliert es, arbeitet seine Struktur heraus. Was in der hohen Mittagssonne langweilig aussieht, wird im ersten Licht zum filmreifen Spektakel. Wer es den Spaniern nachmacht und in der Mittagshitze Siesta hält, wird mit dem zeitigen Aufstehen keine Probleme haben.

Insider Tipp

Zum Greifen nahe – Tagesausflug nach Lanzarote.

An klaren Tagen blitzen sie besonders herüber, die weissen Strände von Lanzarote. Nur 20 Minuten liegen sie mit der Fähre entfernt. Ein gutes Ziel für einen Tagesausflug. Vor allem das Übersetzen in einer der modernen Fähren ist schon ein Erlebnis für sich. Wem es aber mehr nach Kultur steht, der kann sich einwenig umsehen, was der berühmteste Sohn Lanzarotes, der international renommierte Künstler und Architekt César Manrique so alles auf seiner Heimatinsel geschaffen hat.

Corralejo viejo – das alte Corralejo.

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Corralejo – der Paseo kilometerlang.

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Corralejo – das touristische Corralejo.

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Corralejo – die "Los Molinos" von Corralejo.

Die Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molino Domingo Estévez RosdríguezDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molino Domingo Estévez RodríguezDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molino Domingo Estévez RodríguezDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molina de Juan MoreraDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molina de Juan MoreraDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molina de Juan MoreraDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molina de Juan MoreraDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molina de Manolo HierroDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molina de Manolo HierroDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molina de Manolo HierroDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Molina de Manolo HierroDie Windmühlen von Corralejo Fuerteventura: Der Nordost Passat trifft auf den Norden Fuerteventuras.

Corralejo – der Fährhafen.

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