Toto – schön anzusehender Biolandbau.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Toto, eine Ansammlung von Gehöften, zu denen sich nach und nach Wohnhäuser gesellten, eine kleine Kapelle wurde zur Pflege des Seelenheiles errichtet. Damit ist der Ort in einem Satz beschrieben. Interessant ist in Toto die klassische aus Nordafrika "importierte" Landwirtschaftsform der Gavias. Ausser in El Cardón kann man diese nirgends mehr so schön wie im Wasserlauf Barranco de Toto in Betrieb erleben. Die Aufgebrochene Erde zeigt wie erstaunlich fruchtbar Fuerteventura auch sein kann und erklärt, dass Orte wie Vega de Río Palmas und Agua de Bueyes einst von Obstgärten und Weinanbau geprägt waren. Das erstaunt.

Besonders hübsch ist Toto im späten Nachmittagslicht. Dann leuchtet die fruchtbare Erde intensiv auf. Eine Eigenschaft, die fruchtbaren Ecken der Insel den Zusatz "rosa" einbrachte. So wurden die besonders fruchtbaren Gehöfte der Insel immer als "rosa" – beispielsweise "Rosa Catalina García" – bezeichnet. In den Gavias finden sich die klassischen Windräder der "Aermotor Windmill Company" aus Chicago. In Fuerteventura heissen die Windräder kurz "Chicagos". Nachdem zwei verheerende Dürrejahre im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts zu zwei Katastrophen auf der Insel führten, wurde begonnen, die vor kurzem entwickelten und patentierten "Chicagos" zu importieren. Robuste Arbeitstiere mit hohem Wirkungsgrad, die recht symbolhaft für den amerikanischen Westen stehen.

Einige Aeromotor auf Fuerteventura sind noch erste Originale. Ersatzteile gibt es auch heute noch und gerade erfahren sie, wie auch die Landwirtschaft, eine Renaissance auf der Sonneninsel Fuerteventura. Und die "Aermotor Windmill Company" gibt es immer noch. Sie hat zwar einige male den Besitzer gewechselt, aber aufgegeben wurde der Betrieb selbst in harten Jahren nie, denn "Chicagos" sind wie "Harleys" Kult.

Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.

Geschichte – Kultur – Wirtschaft.

Als der gefürchtete nordafrikanische Pirat Xabán Arráez 1593 Fuerteventura überfiel, wütete er furchtbar. Alle Insulaner, die ihm "brauchbar" erschienen, versklavte er, was er ansonsten in die Finger bekam, brachte er um. Wertgegenstände wurden geraubt. Dem nicht genug, er brannte auch Betancuria nieder, die Kathedrale Santa María und das Franziskaner Kloster San Buenaventura. Denn bei den Überfällen der "Barbaresken" aus Nordafrika, ging es immer auch um eine Retourkutsche der Mauren gegen die spanische Krone. Mit der Kapitulation Muhammad XII. in Granada, fiel am 2. Januar 1492 die maurische Herrschaft auf der iberischen Halbinsel final. Muhammad XII. kein Feigling, er wollte die Schönheit Granadas nicht beschädigen. So übergab er kampflos die Schlüssel der Stadt. Das Juwel blieb unbeschadet erhalten. Die Mauren liebten ihr "Al-Andalus", sie prägten und gestalteten es. Der Verlust sass tief und auch heute ist er nicht ganz verdaut. Mit dem Niederbrennen der Inselhauptstadt von Fuerteventura, wurden auch alle Dokumente und Schriften der Inselverwaltung und des Kloster vernichtet. Die Inselbevölkerung selbst, da Analphabeten, führten keine Aufzeichnungen. So liegt vieles der Geschichte von Fuerteventura, das sich vor dem Jahr 1593 ereignete, im Dunkeln.

Toto wird wohl aus dem Ort Pájara, irgendwann im 15. oder 16. Jhd., aus vorgelagerten Höfen heraus entstanden sein. Der Barranco de Toto fruchtbar und logischer Weise wurde in Gehöften neben der Landwirtschaft gelebt. Heute ist das nicht anders. Für jene, die keine Landwirtschaft betreiben, ist Toto Schlafstätte. Sie pendeln in die Tourismus Hotspots im Süden.

Etwas mehr ist über die kleine hübsche Dorfkirche, die Ermita de San Antonio de Padua, bekannt. Sie wurde erst im 18. Jhd. errichtet. Gebaut und bezahlt wurde sie von in Toto ansässigen Familien, zum grössten Teil aber von Señora Ana Cabrera, die der Lehensdynastie der Insel entstammte, wie ihr Name schon verrät. Geöffnet wird die kleine Kirche, wie allgemein üblich, nur zu den Messen. Ohnedies lassen sich im Inneren keine grossen Kunstschätze bewundern. Es ist ein Ort der Spiritualität, Gemälde und Möbel stammen aus Spenden der armen Bevölkerung. Die Priester der Insel haben einen harten Arbeitstag. Kein Schäfchen wird alleine gelassen. Sie Touren durch ihre Gemeinde und versuchen mindestens eine Messe pro Monat in jeder Kapelle zu lesen. Und wenn gar nichts mehr hilft, wird auch zu alternativen Mittel gegriffen: Dann legt der Messdiener einen Mittschnitt einer Messe als CD ein und der Gottesdienst nimmt verblüffend einen ganz normalen Lauf.

Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.

Für wen lohnt der Besuch?

Eigens besuchen wird Toto niemand, denn zu sehen gibt es nicht wirklich etwas. Toto wird mehr beiläufig besucht, wenn beispielsweise die Wanderung hinauf zum Morro de los Olivos und Filo de Fénduca unternommen wird, oder die Überschreitung hinüber zum Mirador de Fénduca gegangen wird. Auch Geocacher interessieren sich für Toto als Ausgangspunkt einer Tour, denn am Morro de los Olivos liegt ein Sunnyfuerte Cache.

Messen in der San Antonio de Padua:

  • Jeden 1. und 3. So im Monat, 17:30-18:00.

Infrastruktur.

Keine Einkaufsmöglichkeit oder Gastronomie. Nächste Möglichkeiten unweit in Pájara.

Schnell gefunden.

Toto liegt direkt an der gut ausgebauten FV-30, die von Tuineje via Toto und Pájara  Betancuria erreicht. Wahrscheinlich die schönste Strasse der Sonneninsel Fuerteventura, die jeder befahren haben sollte.

Mit dem Bus wird Toto aus Morro Jable mit der Buslinie 09 und Gran Tarajal mit der Buslinie 18 erreicht. Die Haltestelle liegt direkt an der FV-30. In den Ort hinein gefahren wird nicht.


Palmenoase Madre del Agua nahe Ajuy.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Kleinod – Palmenoase Madre del Agua.

In der Nähe von Toto liegt die wenig bekannte kleine Palmenoase Madre del Agua. Ein einzigartiger und einmaliger Ort der Insel. Quellen entspringen, die früher einmal in Becken gefasst wurden und über ein Leitungssystem umliegende Felder bewässerten. Eine andere Welt wird betreten: Schattig, Wasser plätschert, ein anderes Fuerteventura wie es wenige kennen.

Für ambitionierte Fotografen ist Madre del Agua eine Fotolocation, wie sie nicht besser sein könnte. Exotisch wirkende Aufnahmen lassen sich inszenieren, das Licht ist weich aber kräftig. Abgesehen von der Schönheit der Oase, dort könnten einige der schönsten Urlaubsbilder entstehen.

Insider Tipp

Hunger – in die Casa Isaítas in Pájara.

Wanderer oder Geocacher, die den Morro de los Olivos und Filo de Fénduca bestiegen haben, könnte zurück in Toto recht hungrig sein. Gastronomisches Angebot gibt es im Ort nicht. Macht nichts, gleich um die Ecke ist die Casa Isaítas in Pájara zu finden. In einem hübschen Innenhof werden Salate, Tapas und kanarisch Traditionelles angeboten. Die recht eigenen Öffnungszeiten sollten notiert werden, um nicht vor verschlossenen Toren zu stehen.

Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.Die Ortschaft Toto nahe der Gemeindehauptstadt Pájara Fuerteventura.