Birdwatching auf Fuerteventura.

Einsam im Atlantik – Zwischenstation + Brutgebiet der Zugvögel.

So richtig hat es sich bei Birdwatchern noch nicht herum gesprochen, aber Fuerteventura ist ein wahres Paradies für Zugvögel. Neben einigen Endemiten und anderen Standvögeln der Kanaren, wird das Archipel und vor allem Fuerteventura von Zugvögeln als Gebiet zum Überwintern und brüten genutzt. Fuerteventura ist durch die Weite und Einsamkeit und durch die vielen Barrancos mit steilen Felswänden besonders gut als Brutgebiet geeignet. Ausser der eingeschleppten und sich rasant vermehrenden Plage des Atlashörnchens, das regelmässig Nester plündert, haben die Brutvögel kaum natürliche Feinde zu befürchten. Leider ist das Cabildo von Fuerteventura wie in so vielen Agenden völlig lethargisch und unternimmt nichts gegen die ausufernde Plage des Atlashörnchens. Auch wenn das Tier von Touristen als niedlich empfunden und verbotener Weise laufend gefüttert werden, stellt das Atlashörnchen einen massiven Schädling dar. Es sollte dem Beispiel von Lanzarote und Gran Canaria gefolgt werden, die den Schädling erfolgreich ausrotten konnten.

Wieviele Vogelarten der Birdwatcher auf Fuerteventura wirklich beobachten kann, da teilen sich die Geister. 600 Arten gilt als sicher, andere vertreten die These es wären über 700. Seit 2018 geht die ornithologische Gesellschaft der Kanaren dieser Frage in einem Forschungsprojekt nach. Ende 2019 wird man mehr wissen. Lohnendes Beobachtungsgebiet für Birdwatcher ist gesamt Fuerteventura. Natürlich gibt es besonders empfehlenswerte, die folgend aufgeführt sind. Ausgewählte Barrancos sind mit einem Betretungsverbot von 15. Februar bis 31. Juli belegt, was kaum kontrollierbar ist. Das sich der ernsthafte Birdwatcher daran hält steht ausser Frage. Trotzdem muss auch in diesen Regionen nicht auf das Beobachten seltener Arten verzichtet werden. Wer in den Sperrzeiten die Klippen der Barrancos entlang wandert, hat einen perfekten Blick auf die Felsflanken, in denen die Vögle brüten.

Ein zentrales Beobachtungsgebiet ist der Staudamm Embalse de Los Molinos. Das verlandete General Franco Projekt scheiterte zwar als sumpfiger See wirtschaftlich, das freut Heute die Brut- und Zugvögel besonders. Sie finden ein stilles ruhiges Paradies mit viel Wasser und Insekten. Am Nordufer betreibt der ornithologische Gesellschaft der Kanaren eine kleine Beobachtungsstation. Touristen werden am Embalse de Los Molinos selten angetroffen, obwohl der Fischerort Los Molinos gut besucht ist. Zu versteckt liegt der Staudamm, wenige Touristen kennen ihn. Vom Staudamm führt der Barranco de la Cruz zum wunderschönen Naturhafen Puerto de la Cruz. Er kann durchwandert werden und ist auch ein lohnendes Beobachtungsgebiet.

Noch besser eignet sich aber der Barranco de Los Molinos, der nördlich des Barranco de la Cruz liegt. Auch er kann durchwandert werden und führt direkt in den Hafen Los Molinos. Während der Brutzeit gilt in ihm Betretungsverbot. Er lässt sich jedoch hervorragend über die Klippen erwandern, die einen besonders guten Einblick in den Barranco bieten.

Auch der Staudamm Presa de las Peñitas im Barranco de las Peñitas ist ein verlandetes Staudammprojekt aus Zeiten der spanischen Militärdiktatur. Auch er ist ein interessantes Beobachtungsgebiet.

Gleich um die Ecke des Presa de las Peñitas liegt der Barranco de Acebuche, der sehr schöne und einsame Parque Parra Medina. Wer ihn besucht wird überrascht sein, welche dichte an Wiedehopf er dort balzend antrifft, die den Menschen kaum beachten und ihm in wilder Balz um den Kopf fliegen. Aussergewöhnliche Erlebnisse für Birdwatcher sind dort möglich. An der schönen Jugendherberge mit einem Hain aus kanarischer Palme am Ende des Barranco de Acebuche, findet sich auch eine kleine ornithologische Beobachtungsstation. Die Herberge der Gemeinde Betancuria hat sich zur Aufgabe gemacht der Jugend Flora und Fauna der Insel näher zu bringen. Schulklassen und Vereine sind dort gelegentlich an Wochenenden oder in den Sommerferien anzutreffen. Der Barranco de Acebuchee ist übrigens auch botanisch hoch interessant, finden sich dort einige der letzten Bestände wilder Ölbäume der Insel.

Nahe des Ortes Villaverde liegt westlich der Montaña de los Saltos. Um ihn herum alte brachliegende Felder, durchzogen mit den klassischen Steinmauern, die nun von Vögeln als Nistgebiete übernommen wurden.

Wer von Villaverde über den GR-131 nach Lajares wandert, passiert den Montaña de los Saltos. Nach Lajares wird auf den Vulkan Calderón Hondo gestossen, von dem bis nach Corralejo gewandert werden kann. Um die Vulkankette herum werden Birdwatcher einiges in ihr Beobachtungsbuch einzutragen haben.

Ein ganz besonderes Beobachtungsgebiet ist der Barranco de Río Cabras bei El Matorral. Einst war er die Süsswasserader von Puerto del Rosario und wurde intensiv wassertechnisch bewirtschaftet. Rückhaltebecken, kleine Staudämme finden sich in ihm. Der Barranco wenig bekannt, mächtig und lang und völlig einsam. Er kann von El Matorral von der Küste aus oder vom Landesinneren von Casillas del Ángel, den Häuschen der Engel aus begangen werden. Im Barranco de Río Cabras hat der Birdwatcher das Gefühl auf eine andere Insel gekommen zu sein. Graureiher belagern die einsamen, verlassen Staubecken und andere Vögel verblüffen den Wanderer.

Südlich vom Barranco de Río Cabras liegt der Barranco de la Torre mit Ursprung am Morro Velosa. Ebenfalls lohnend für Birdwatcher. Er wird am besten vom Puerto de la Torre bei Salinas del Carmen aus begangen.

Wiederrum weiter südlich des Barranco de la Torre beginnt ab Pozo Negro das grosse Naturschutzgebiet Cuchillos de Vigán, ein interessantes Beobachtungsgebiet, das südlich vor Las Playitas am Leuchtturm Faro de la Entallada am Punta de la Entallada endet. Dort stehen die steilsten und höchsten Klippen von Fuerteventura, die auf rund 180 m ansteigen und senkrecht in den Atlantik abfallen. Die letzte Population der Seeadler von Fuerteventura leben dort. Ihr Bestand ist stark gefährdet. Seit Jahren haben sie nicht mehr gebrütet. Sie stehen unter der Beobachtung der Federación Ornitológica Canaria, die alles versuchen, um den seltenen Vögeln das Brüten wieder schmackhaft zu machen.

Auch der einst gut verbreitete Schmutzgeier hat nicht mehr so recht Lust sich zu vermehren. Daher werden an strategisch interessanten Orten tote Ziegen ausgelegt, um sein Futter sicher zu stellen. So z.B. am Montaña de San Andrés bei Tetir, den Quellen Fuente de Tababaire und dem Barranco de los Mozos im Valle de Santa Inés. Wer sich dort auf die Lauer legt, wird die grossen Vögel zu Gesicht bekommen. Bei den Fuentes de Tababaire auch den Mäusebussard, der sich dort besonders wohl fühlt.

Birdwatching auf Fuerteventura.

Wem könnte das gefallen?

Birdwatching ist wie Golf. Die Einen hassen es und finden es stink langweilig, für die Anderen wird es zur Sucht. Dazwischen tut sich nichts. Niemand geht ab und zu einwenig golfen oder einwenig birdwatchen.

Wer ambitionierter Birdwatcher ist, der wird auf Fuerteventura begeistert ein einmaliges Revier finden. Auf einsamen Wanderungen, auf denen er kaum mal eine Menschenseele trifft, wird er überraschend nahe an die Vögel heran kommen. An einigen Ecken haben sich Vögel auch an den Menschen gewöhnt. So spazieren hübsche Kanarienvögel wie selbstverständlich nur wenige Meter von Touristen entfernt in den Salzwiesen neben dem Strand Playa del Matorral in Morro Jable herum. Sie haben gelernt, dass Menschen die Wiesen nicht betreten dürfen.

Anbieter.

Interessanter Weise hat sich noch kein Anbieter etabliert, der geführte Touren für Birdwatcher auf Fuerteventura anbietet. Wer eine Geschäftsidee für Fuerteventura in einem Bereich sucht, der nicht schon völlig übersättigt ist wie Gastronomie und Surfschulen, dies wäre eine.

Alternativen.

Wen die Faszination Greifvogel gepackt hat, die Jagd der Könige und Kaiser, der sollte die beeindruckende Greifvogel Vorführung im Oasis Park bei La Lajita nicht verpassen. Von zwei mächtigen Türmen auf einem Hügel starten die Vögel anmutig in die Luft, zeigen ihre bestechenden Flugkünste und beeindrucken, wie sie aus enormer Höhe das kleinste angebotene Futter an den Türmen erkennen und präzise anfliegen können.


Embaise de Los Molinos Fuerteventura.

Embaise de Los Molinos – hier spielt die Musik.

Verlandeter Franco Staudamm – heute Vogelschutzgebiet.

Blühende Landschaften sollten zwischen Tefía und Los Molinos entstehen. So stellte sich das jedenfalls General Franco vor. Er richtet eine Strafkolonie für politisch anders denkende und Homosexuelle bei Tefía ein, man könnte es auch KZ nennen. Arbeitskräfte gab es so genug und die liess er u.a. den Staudamm Embalse de Los Molinos errichten. Von Hand mit Schubkarren wie alte Bilder zeigen. Nicht jeder überlebte die Schufterei unter der heissen Sonne. Wurde es so heiss, dass die Arbeiter drohten umzufallen, ging es alternativ nachts in die Berge von Tefía, um Steine als Baumaterial zu klopfen. Pause gab es nur am Sonntag.

Das Projekt scheiterte wie jeder Staudamm auf Fuerteventura, verlandete und so lag alles brach. An sich schon versteckt gelegen wurde er auch von Einheimischen nicht mehr besucht, denn er war völlig nutzlos. Dieses sumpfige Feuchtgebiet in der Abgeschiedenheit entdeckten Zugvögel und so wurde es für sie zum Brutparadies für Birdwatcher zum Beobachtungsparadies.

Insider Tipp

Der Wiedehopf im Winter – Barrancos Montaña Tindaya + Parque Parra Medina Betancuria.

Wer in den Wintermonaten auf Fuerteventura ist und durch die Barrancos um den Montaña Tindaya oder den herrlichen Naturpark Parque Parra Medina spaziert, wird eine verblüffend grosse Zahl an Wiedehopf Pärchen antreffen. Im wilder Balz fliegen sie umher und beachten den ruhigen Wanderer kaum. Ein besondere Gelegenheit diesen so besonders schönen Vogel ganz nahe zu sehen und das übermütige, wilde Balzverhalten zu beobachten.

Aktivitäten Fuerteventura – ein Paradies für Birdwatcher - Birdwatching.Aktivitäten Fuerteventura – ein Paradies für Birdwatcher - Birdwatching.Aktivitäten Fuerteventura – ein Paradies für Birdwatcher - Birdwatching.Aktivitäten Fuerteventura – ein Paradies für Birdwatcher - Birdwatching.Aktivitäten Fuerteventura – ein Paradies für Birdwatcher - Birdwatching.Aktivitäten Fuerteventura – ein Paradies für Birdwatcher - Birdwatching.Aktivitäten Fuerteventura – ein Paradies für Birdwatcher - Birdwatching.Vogelwelt von Fuerteventura – Kanarienvogel – Serinus canaria forma domestica.Vogelwelt von Fuerteventura – Kanarienvogel – Serinus canaria forma domestica.Vogelwelt von Fuerteventura – Kanarienvogel – Serinus canaria forma domestica.Vogelwelt von Fuerteventura – Kanarienvogel – Serinus canaria forma domestica.Vogelwelt von Fuerteventura – Kanarischer Schmutzgeier – Neophron percnopterus majorensis.Vogelwelt von Fuerteventura – Mäusebussard – Buteo buteo.Vogelwelt von Fuerteventura – Atlantikmöwe – Larus michahellis atlantis.Vogelwelt von Fuerteventura – Atlantikmöwe – Larus michahellis atlantis.Vogelwelt von Fuerteventura – Atlantikmöwe – Larus michahellis atlantis.Vogelwelt von Fuerteventura – Atlantikmöwe – Larus michahellis atlantis.Vogelwelt von Fuerteventura – Moschusente – Cairina moschata.Vogelwelt von Fuerteventura – Seeadler – Haliaeetus albicilla.Vogelwelt von Fuerteventura – Kanaren-Austernfischer – Haematopus meadewaldoi.Vogelwelt von Fuerteventura – Silberreiher – Ardea alba.Vogelwelt von Fuerteventura – Steinwälzer – Arenaria interpres.Vogelwelt von Fuerteventura – Steinwälzer – Arenaria interpres.Vogelwelt von Fuerteventura – Steinwälzer – Arenaria interpres.Vogelwelt von Fuerteventura – Steinwälzer – Arenaria interpres.Vogelwelt von Fuerteventura – Steinwälzer – Arenaria interpres.Die Fauna Fuerteventuras – Vögel und Zugvögel der Insel.Vogelwelt von Fuerteventura – Wiedehopf – Upupa epops.