Wie heisst es so schön – die Sprache ist der Schlüssel.

Die Meisten scheitern – Spanisch ein "Lernfach" für Fleissige.

Nicht jedem ist bekannt, dass Spanien 5 Amtssprachen hat. Die Sprachen jener Provinzen der iberischen Halbinsel, die Carlos primero, also der Habsburger Karl V. (* 1500 – † 1558) samt unzähliger anderer Besitzungen ausserhalb der iberischen Halbinsel zu Spanien einte. Die Provinzen auf der iberischen Halbinsel waren eigenständige Königreiche, ein komplexes System herrschte. So war Katalonien an Aragón angegliedert, jedoch schon damals mit weitreichender Autonomie, die Carlos primero strich. Der Katalonien Konflikt ist eigentlich so alt, dass er auf die Zeit rückgeführt werden kann, in der die Römer Barcelona von den Karthagern eroberten und es in die römische Provinz eingliederten. Seitdem kämpf die Provinz für ihre Autonomie.

Die Sprache der Provinz hat in Spanien eine eminente Bedeutung, ist sie Ausdruck der Identität und so waren Sprachen wie catalan zu Zeiten Francos verboten. Sie zu verwenden, darauf stand Gefängnis. Heute ist das Kastilische, castellano, die übergreifende Sprache und Unterrichtssprache in gesamt Spanien. In den Provinzen herrscht sozusagen Zweisprachigkeit. Die Sprachen der Provinzen sind castellano, catalan, vascuence (baskisch), gallego (galicisch) und nur wenigen bekannt auch das aragonés (aragonesisch).

Generell sind Spanier, wie alle Romanen, sehr resistent Fremdsprachen zu lernen. Besonders auch Spanier, ist Spanisch doch nach Englisch die am meisten verbreitete Fremdsprache weltweit. Heutzutage steht zwar Englisch auf dem Lehrplan der Schulen, in Touristenregionen kann sogar oft Deutsch gewählt werden, jedoch ist die Ausbildung leider in den meisten Schulen, vor allem in Fuerteventura, sehr dürftig. Gibt jemand an, fünf Jahre Englisch erfolgreich in der Schule absolviert zu haben, ist er von einem A1 Niveau noch weit entfernt, da die Lehrer meist selber nicht wirklich Englisch beherrschen, einfach Bücher falsch vorlesen.

Ausserhalb deutscher Touristenressort, deutscher Tauchschulen, Surfschulen etc. spricht absolut niemand Deutsch. Wer nun glaubt mit Englisch weiter zu kommen, hat sich auch in den Finger geschnitten. Die Gastronomie ist in italienischer Hand, die britische sollte man weiträumig meiden. Sobald Ressorts verlassen werden, geht nichts mehr, wenn nicht spanisch gesprochen wird. Der Spanier sieht es als selbstverständlich an, dass man in Spanien spanisch spricht, womit er prinzipiell Recht hat. So heisst es auch ein Sprachdiplom A2 zu erwerben, um spanischer Staatsbürger zu werden. Wer als Touristenführer arbeiten möchte, auch wenn das nur auf Deutsch geschehen soll, brauch ein B2 Diplom und wer auf die Uni will, oder sich als Arzt in Spanien betätigen will, sollte sich mit C1 anfreunden. Schwere Kost. Behördenwege finden ausschliesslich auf Spanisch oder der Sprache der Provinz statt. Übersetzer auf Ämtern oder Websiten wie in Deutschland jene des BMI, die den Inhalt auch in "leichter Sprache" anbietet, in Spanien undenkbar.

So heisst es für alle Gringos, die nach Fuerteventura kommen, um zu bleiben, als Alterssitz, längere Auszeit oder zum Arbeiten, Spanisch lernen. Briten kommen mit festem Entschluss dies nicht zu tun und leben in ihren Ghettos mit englischen Pubs etc. Deutsche treten meist mit dem Spruch "die Sprache ist der Schlüssel" motiviert an, geben aber fast allesamt nach kurzer Zeit auf. Der Grund ist einfach: Spanisch ist eine überaus logische Sprache und nicht schwer, aber sie ist ein sogenanntes Lernfach. Es heisst büffeln wie ein Streber. Kann man Deutsch noch halbwegs passabel direkt ins Englische übersetzen, denn es hat dieselben Wurzeln, ist das im Spanischen völlig unmöglich. Es muss "spanisch gedacht" werden. Das Sprachkonzept ist gänzlich anders, streng und strikt, der Satzbau nicht so nachgiebig wie im Deutschen, die Verwendung der Zeiten folgt anderen Regeln auch abhängig vom Verb, der Konjunktiv mit erweiterten Funktionen, das Passiv ganz anders, das im Deutschen kaum noch verwendete Gerundio zentral. Die Liste liesse sich ewig fortsetzen und wer in der Schule Latein hatte und von Albträumen verfolgt wurde, nicht nur übersetzen sondern Latein auch noch sprechen zu müssen, dessen Albtraum wird war, denn Spanisch ist ein sogenanntes "vulgär Latein", vereinfacht für die Völker auf der iberischen Halbinsel. Die Konjugation der Verben blieb erhalten, was Spanisch für Britten zum absoluten Rätsel werden lässt. Dieser Mammutaufgabe des täglichen Büffelns will sich kaum jemand stellen, der in Spanien in den Ruhestand tritt und so geben gute 95% auf und sprechen nach 10 Jahren und mehr keine 3 Sätze Spanisch. Neben dem Wollen spielt auch das Können eine wesentliche Rolle. Menschen, die 40 Jahre nicht mehr lernen mussten, werden es nicht schaffen, wie auch Menschen, die 40 Jahre keinen Sport mehr gemacht haben, keine Triathleten mehr werden können. Sich hinzusetzen und 4.000 Vokabeln samt vieler unregelmässiger Konjugationen zu lernen, um einen A2 Wortschatz aufzubauen, ist für viele intellektuell nicht mehr machbar.

Das alles sind die herben aber ehrlichen Tatsachen. Wer nach Spanien zieht und nicht in einem Ghetto leben möchte, sondern integriert am Leben teilhaben will, was nebenbei viel Spass macht, dem steht hartes Lernen bevor. Und zwar nicht einmal die Woche sondern permanent. Ausdauer ist gefragt. Wer sich ins echte Leben hinauswagt und seine ersten rudimentären Spanisch Kenntnisse ohne Hemmungen einsetzt, wird grosser Erfolgserlebnisse haben und noch mehr Motivation erhalten. Der Spanier zeigt sich jenem, der ihn mit seiner Muttersprache begegnet als anderer Mensch. Sehr zugänglich, freundlich, hilfsbereit. Schon mit einfachem Spanisch wird man echte Anerkennung erfahren, spricht doch der Spanier selber kaum eine Fremdsprache. Wer bereits halbwegs flüssig Sätze intonieren kann, wird laufend Lob von seinem spanischen Umfeld bekommen. Ein paar falsche Konjugationen reinzuhauen macht gar nichts, das wird schon mit der Zeit und Spanier haben nicht den Drang zum Nörgeln und Besserwissen und hören darüber hinweg. Das hat auch Nachteile, denn man wird leider nie korrigiert, da das für den Spanier einem unhöflichen Affront gleichkommen würde.

Spanisch ist eine wunderbare Sprache, sehr logisch und schön. Teils mit südländisch blumigen Ausdrücken, die Grammatik mathematisch präzise.

Spanische lernen – ohne Español geht es nicht auf Fuerteventura.

Spanisch lernen auf Fuerteventura.

Spanisch – eine tolle Sprache.

Die Schulbank drücken – wer meint es geht anders, wird es nie lernen.

Wer sich motiviert in sein Spanisch Abenteuer stürzt und für viele hundert Euro Lernsoftware kauft, wird scheitern. Dort lernt er "Sätze aufsagen" aber nicht sprechen. Das ist keine Kommunikation sondern Papageien Stil. Um Spanisch zu erlernen muss ein erfahrener Lehrer das Konzept der Sprache erklären. Der Einsatz der Zeiten ist von zentraler Bedeutung, denn der hängt nicht nur wie im Deutschen vom "Zeitstempel" ab, sondern vom Verb oder bringt einen Zustand zum Ausdruck. Z.B. wird das Plusquamperfekt verwendet, um Überraschung auszudrücken. Alle Versprechungen der Anbieter locker, flockig mit modernem Konzept durch Wiederholung  zu lernen ist Unfug. Wiederholung prägt ein, bringt aber kein Konzept bei.

Der Weg heisst Sprachschule. Wer meint in Fuerteventura eine echte, zertifizierte zu finden, der wird enttäuscht. Angebotener Privatunterricht findet meist von Italienern statt, die etwas nebenbei verdienen wollen und besser selber eine Sprachschule besuchen sollten, denn sie sprechen eine italo-español Mischung. Die nächste Lösung heisst Sprachschule in Las Palmas. Dort finden sich ausgezeichnete Schulen, in denen man mit Fleiss rasante Fortschritte erzielt. Jede Woche ein, zweimal Unterricht ist zu wenig. Es muss konzentriert stattfinden. Und die Gruppe ist besser als Einzelunterricht, denn am Anfang wird man wenig Möglichkeit haben ausserhalb der Schule Spanisch in der Konversation einzusetzen.


Insider Tipp

Die Angst vor der Aussprache – das ist das Leichteste!

Der Spanisch Novize ist meist von der Aussprache abgeschreckt. Doch keine Angst, kein gebildeter Spanier rollt das "R" so wie in einem mexikanischen Western oder einem Werbespot. Und wenn man verstanden hat, dass es nicht im Hals sondern vor den Zähnen gerollt wird, dann ist es auch für einen Deutsch sprechenden machbar. Dazu müssen ein paar Dinge verstanden werden, dass z.B. Spanisch Buchstaben besitzt, die es im Deutschen nicht gibt wie "ll" oder "ch". So gibt es im "spanischen Duden" auch eine eigene Rubrik "ll" und "ch". Das Meiste spricht sich aus wie im Deutschen, wird nur anders geschrieben. So ist "ca" einfach ein "k" in der Aussprache. Jeder sollte sich mit dem System vertraut machen, dann ist es recht einfach. Alles folg Regeln. Selbst der Grossteil der "unregelmässigen Verben" wird nach Regeln unregelmässig konjugiert.

Schwieriger ist die Betonung, denn die ist zentral für die Bedeutung und ändert Verben komplett. Wie schön man das "R" rollen kann ist nicht so wichtig. Zentral ist die richtige Betonung drauf zu haben, sonst wird man einfach nicht verstanden. Das erklärt auch die "Kraft der Sprache". Nur mit akzentuierter Betonung klappt die Kommunikation und da das im Flüstermodus schwer ist, findet die spanische Konversation generell etwas lauter statt.

Die Sprache – wer bleiben will muss Spanisch lernen.