Casas de Felipito – grillen, Brot backen und kanarisches Boccia.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Die Casas de Felipito sind ein typischer spanischer Ort, wie es ihn in Gran Canaria, Andalusien, Katalonien, Galizien usw. auch gibt. Das Höchste in Spanien ist die Familie und da das Klima so angenehm ist, wird ungern zu Hause gesessen. So brechen am Wochenende die Familien samt Freunden auf, um irgendwo einer der Lieblingsbeschäftigungen der Spanier nachzugehen: Soziales Leben mit Familie und Freunden geniessen, dazu ausgiebigst Essen und Trinken, plaudern, dösen, faul sein, sich mit den Kindern beschäftigen. Schweisstreibende Aktivitäten werden nicht ausgeübt, es bleibt meist beim Angeln oder dem Bola Canaria, dem kanarischen Boccia.

So ein Ort sind die Casas de Felipito bei Puerto del Rosario, in Betancuria das besonders schöne Castillo de Lara Area Recreativa Betancuria im aufgeforsteten Kiefernhain,oder z.B. in Ampuyenta die Fuentes del los Pocitos. Grillplätze, auf denen Würste, Fleisch und Fisch gegrillt wird, Öfen, um Brot zu backen oder die Zicklein klassisch im Ofen über Stunden mürbe zu schmoren, Sanitäranlagen. Die Señoras sind den ganzen Tag intensiv damit beschäftig dafür zu sorgen, das ja niemand hungrig bleibt.

Manche Familien kommen ganz früh, um die beste Bola Canaria Bahn und Ofen zu bekommen, andere rücken spät an, weil sie bis mittags geschlafen haben. Das alles läuft entspannt und völlig ohne Streit und Konkurrenzkampf ab. Tranquilo lautet die Devise. An jedem dieser Orte sind Regeln ausgehängt, die nicht nur kosmetischer Natur sind, sondern auf Punkt und Beistrich eingehalten werden müssen. Interessanterweise ist an spanischen Stränden und solchen Erholungsorten generell Musik verboten und auch Hunde sind nicht erlaubt. Ein Mitarbeiter des Cabildos, der sich mit seinem Pickup postiert, wacht mit strengem Auge über das Treiben. Er scheucht Leute die frech parken, hält die Grillplätze im Auge, damit keine Brände entstehen und unterbindet jeden Versuch, einen noch so kleinen Hund einzuschmuggeln. Eine Art Hausmeister im Freien, mit dem der Besucher gut gestellt sein will, denn er lässt keinen Zweifel aufkommen, wer das Sagen hat.

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Für wen lohnt der Besuch?

Die Casas de Felipito sind etwas für Grill und Back Fans, für Leute, die gerne das kanarische Boccia "Bola Canaria" spielen, für Menschen, die gerne das Wochenende an öffentlichen Grillplätzen verbringen und ein ausgeprägtes "Sozialverhalten" haben. Auf einer Insel mit 70 tsd. originären Einwohnen kennt "jeder jeden" und wenn ein Gringo an den Casas de Felipito auftaucht, wird er wohl oder übel neugierig beäugt werden. Viele Majoreros wirken sehr rau, sind aber gastfreundlich und sehr offen. Freundliches Grüssen und einwenig Spanisch öffnen die Tore auf Fuerteventura.

Infrastruktur.

Weder in den umliegenden Orten in Guisguey oder El Time ist ein Lebensmittelgeschäft zu finden. Es heisst also alles, was gebraucht wird, in Puerto del Rosario einzukaufen. Hier bietet sich z.B. der grosse und gerade renovierte preiswerte Supermarkt Mercadona in Rosa de la Arena am Nordende von Puerto del Rosario an. Alternativ auch der einzige Lidel der Insel an der Westausfahrt von Puerto del Rosario im Gewerbegebiet Risco Pietro an. Kleinigkeiten, die vergessen wurden, gibt es auch im kleinen Supermarkt in der Disa Tankstelle vor dem Abzweig auf die Piste zu kaufen. Der Mercadona bietet neben Lebensmittel auch einiges an Haushaltsware und Hardware an. Einen Klappstuhl, Grillkohle und mehr gibt es auch zu kaufen.

Schnell gefunden.

Die zentrale Ausfallstrasse von Puerto del Rosario Richtung Westen nach Tindaya, La Oliva, Lajares, El Cotillo ist die FV-10. Gleich am Kreisverkehr wo sie beginnt, kurz vor der langen Steigung, liegt links und rechts eine Disa Grosstankstelle. Exakt 400 Meter nach der Tankstelle zweigt rechter Hand nach Norden eine Piste ab. Diese ziert seit Neuestem ein schönes Schild mit der Aufschrift "Casas de Felipito". Bei den extremen Winden auf Fuerteventura weiss man nie, wie lang so ein Schild stehen wird.

Der Piste exakt 4,6 Km kurvig immer aufwärts folgen. Dreimal bietet sich die Möglichkeit links auf eine Piste abzubiegen, es wird immer auf der gut auszumachenden Hauptpiste geblieben, die zum 100 Seelen Dorf Guisguey führt. Die Casas de Felipito sind erst kurz bevor sie erreicht wird auszumachen und liegt kurz vor dem Dorf Guisguey. Warum das Dorf ausgerechnet als "Whiskey" bezeichnet wird ist nicht bekannt.

Der Zustand der Piste variiert, ist aber mit normalem Auto ohne Probelem zu schaffen. Es gibt diverse andere Möglichkeiten die Casas de Felipito zu erreichen, für den nicht Ortskundigen ist die hier beschriebene die einfachste.


Erlaubte Nutzungszeiten:

  • Juli–September: Mo–Do: 10:30–18:00 + Fr–So: 8:00–22:00

  • Oktober–Juni: Mo–Do: 11:30–17:00 + Fr–So: 8:00–22:00

GPS Position:
N 28° 33' 08,8" | W 013° 52' 53,2"


Playa Los Pozos Puerto del Rosario Fuerteventura.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Playa Los Pozos – nach dem Grillen an den Stadtstrand von Puerto del Rosario.

Nach dem Grillen auf den Casas de Felipito bietet sich ein spät nachmittägliches Bad an. Am schnellsten wird der Playa Los Pozos, den die EInheimischen nur "Playa Chica" nennen, in Puerto del Rosario erreicht. Er und eine neue Mole wurden in einem EU geförderten Projekt 2017 neu angelegt und erweitert. Er präsentiert sich nun als grosser, muschelartiger feiner Sandstrand auf dem es sehr ruhig zugeht. Städter kühlen sich hier nach der Arbeit ab. Touristen weden keine angetroffen.

Das Wasser ist durch die Mole ruhig, keine Strömungen und so lässt sich toll schwimmen. Sportler nutzen ihn, um im freien Wasser Trainingslängen zu ziehen. Am feinen Strand lässt sich wunderbar in der Sonne liegen. Danach bietet sich interessante Gastronomie in Puerto del Rosario an.

Insider Tipp

Bola Canaria spielen – ohne Mannschaft wird das nichts.

Versuche sich "mal schnell" einer Runde Majoreros anzuschliessen, um einwenig Bola Canaria mit zu spielen, werden scheitern. Das liegt nicht daran, dass die Majoreros zu unfreundlich wären, sondern an der Spielweise. Im Gegensatz zum italienischen Boccia ist der Bola Canaria, wie auch der kanarische Ringkampf, ein Mannschaftssport. Zwei Mannschaften treten gegen einander an und keine Einzelperson sondern die Mannschaft siegt oder verliert. Genauso wie beim Ringkampf, dem Lucha Canaria, kommt nicht jeder einer Mannschaft der Reihe nach dran, sondern das Team wählt aus, wer für die aktuelle Situation der Beste ist. So bekommt vor allem der Lucha Canaria auch eine strategische Spiel-Komponente. Wann wird wer ins Rennen geschickt.

Kurzum, wer Bola Canaria spielen will braucht eine Mannschaft. Entweder er gründet selber eine oder er sucht eines der Kulturzentren auf, von denen jedes Dorf eines hat und fragt nach, ob es eine Anfänger Mannschaft gibt. Bola Canaria ist ernster Nationalsport und es wird eine Liga ausgespielt. D.h. jede Mannschaft erwartet entsprechend ihres gesamten Niveaus einen Spieler, der ins Team passt.

Generell ist bei spanischen Nationalsportarten zu sehen, dass es fast ausschliesslich Teamsportarten sind, ob das nun die Menschentürme der Katalanen sind oder das Bola Canaria. "Jeder gegen jeden" ist in Spanien unüblich. Familie und Gemeinschaft steht ganz oben auf der Werteskala.

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