Auswandern – Fuerteventura ruft!

Irgendwann wird der Traum zum besseren Alltag oder Albtraum – je nachdem.

Fuerteventura ist eine herrliche Insel zum Windsurfen und Kitesurfen, zum Wellenreiten, für Triathleten, die sich auf die Wettkampfsaison vorbereiten, für Erholungssuchende und Sonnenhungrige, Wanderer, Stargazer, Birdwatcher, Menschen die Weite und Ruhe suchen, auf Selbstfindung sind, meditieren wollen, Yoga in einer puristischen Landschaft oder dem Strand praktizieren wollen und viele andere Menschen auch noch. Es kann eine herrliche zweite Heimat werden, auf Dauer oder nur temporär. Für junge Menschen, die sich, bevor es die nächsten 40 Jahre im Job zur Sache geht, nochmal ein, zwei Jahre eine unbeschwerte Zeit gönnen wollen, in der man sich mit dem einen oder anderen Job durchschlägt und sich ein solides Spanisch aneignet. Für Künstler, die an einem grossen Werk arbeiten, musikalisch, ein Buch schreiben, eine Oase, in der sie ganz fokussiert sein können. Für digitale Nomaden auf Zeit eine gute Heimat und für Menschen, die online ihr Geld verdienen und denen es das Surfen angetan hat, für Pensionisten, die jeden Tag Sonne haben wollen, für Ärzte, die eine Praxis auf schweizer, österreichischem oder deutschem Niveau eröffnen wollen, für Handwerker ebensolcher Nationalität, die mit Können und Qualität punkten wollen, die auf den Kanaren nicht zu finden ist, gleichzeitig aber türkisfarbenes Wasser und endlose feine Sandstrände als ihr Lebenselixier betrachten, ja, für die alle könnte Fuerteventura auch eine gute Idee sein. Könnte, vielleicht.

Aber es gibt auch die andere Seite, die auch zu sehen ist und die irgendwann in der einen oder anderen Form im Alltag eine Rolle spielen wird. Das kulturelle Angebot wird kaum einen intellektuellen Menschen befriedigen. Wer aber in das Flugzeug steigt und 40 oder 20 Minuten Flug in Kauf nimmt, der findet im Auditorium in Santa Cruz de Tenerife oder im Auditorio Alfredo Kraus Las Palmas ein kulturelles Angebot auf internationalem Niveau. Immerhin ist Las Palmas die 7. grösste Stadt Spaniens, in Deutschland würde sie auf Platz 5 gereiht. Einige der reichsten Spanier nennen sie ihre Heimat, das Gabinete Literario einst Wiege der spanischen Aufklärung und der Grundriss der Stadt die Blaupause für die Städte in der neuen Welt. Auch das Gesundheitssystem auf Fuerteventura verdient sich keine Sterne und wer Kinder in die Schule zu schicken hat, der sollte ihnen das besser nicht antun. Sie werden eine schöne Schulzeit durchleben, die Ausbildung wird ihnen keine gute Zukunft eröffnen.

Rein technisch ist es ein leichtes für EU Bürger nach Fuerteventura auszuwandern. Durch die Niederlassungsfreiheit und Gleichstellung ist alles so, als wäre der neue Bürger Spanier. Selbes Meldeamt, keine Policia Nacional wie bald für Briten, anmelden bei der Sozialversicherung wie ein Spanier, dieselben Vergünstigungen, Ausbildung und Befähigung werden anerkannt, nur in einigen Bereichen sind Spanisch Kenntnisse eines bestimmten Niveaus nachzuweisen wie bei einem Fremdenführer (B1) oder einem Arzt (C1). Der Neuling, der erstmalig in ein anderes Land zieht, wird erstaunt sein, wie schnell der Alltag das Leben einholt, wenn nicht im Urlaubsmodus gelebt wird. Behördenwege sind zu erledigen, Rechnungen zu bezahlen, Handwerker versetzen einen, das Auto geht kaputt, ein Zahnarztbesuch steht an. Dann entscheidet sich ob der Alltag zu einem besseren wird oder zu einem Albtraum. Beides ist möglich. Nur eins ist sicher: Miese Tage gibt es überall, sie sind aber bei herrlichem Sommerwetter besser zu ertragen als bei dunklem, feuchtkaltem Schmuddelwetter.

Fuerteventura ist nicht für jeden geeignet. Menschen, die schon in mehreren Ländern gelebt haben wissen, dass zwischen Urlaub und dann an einem Ort auch tatsächlich zu leben, Welten liegen. Denn alles ist dann plötzlich anders. Keine Animateure, die sich kümmern, dass dem Gast nicht langweilig wird, keine Rücksicht mehr, wenn die Landessprache nicht gesprochen wird. Dinge, die man im Urlaub noch ganz toll fand wie der heftige Wind zum Surfen oder täglich intensive Sonne können zum Problem werden: Immer Wind, immer Sonne, kommt man damit klar? Die Einsamkeit und Weite, die puristische Landschaft, alles Balsam für die Seele des nervlich angeschlagenen Grossstädters können aber auch zur Qual werden. Fuerteventura ist etwas für starke Persönlichkeiten, die solide und fest im Leben stehen, klare Ziele haben, Disziplin und Interessen besitzen. Menschen, die schon erfolgreich sind, dort wo sie gerade Leben, aber auf Dauer oder Zeit etwas anderes suchen. Wer es sich irgend leisten kann, sollte einen Testlauf absolvieren, sechs Monate auf die Insel ziehen, aber nicht ins Hotel. Danach weiss er, ob er mit der Insel, der Kultur und den Menschen klar kommt. Manche werden begeistert sein ander abgeschreckt gerne "nach Hause" zurückkehren. Um eine gute Infrastruktur zur Verfügung zu haben und in ein Netzwerk eingebettet zu sein, könnte beispielsweise Coworking und Coliving in Corralejo eine Überlegung wert sein.

Abgesehen von all dem, sollte sich der Auswanderungswillige im Vorfeld einige zentrale Fragen beantworten, um sich nicht blauäugig in ein Abenteuer zu stürzen, das im Fiasko endet.

Als EU Bürger nach Fuerteventura auswandern.

Some basics to check – unos pocos basos para chequear.

Sprache
Schaffe ich es, die Sprache zu lernen? Viele wollen Spanisch lernen, recht wenige schaffen es. Dann heisst es im Ghetto zu leben und kaum die Chance einen Job zu finden.

Wohnsitz
Werde ich "komplett Spanier", also mit Hauptwohnsitz in Spanien, oder ist eine hybrid Lösung für mich doch besser?

Gesundheitssystem
Wie steht es mit meiner Gesundheit? Auf was bin ich angewiesen? Vieles, das in Deutschland Standard ist, wird man auf Fuerteventura nicht finden. Die spanische Sozialversicherung zahlt auch keinen Zahnarzt Besuch. Das ist 100% Privatsache. Das erklärt den Zustand der Zähne der Majoreros.

Sozialversicherung
Was gebe ich auf, wenn ich in das spanische Sozialversicherungssystem eintrete? Viel!

Kinder
Tue ich meinen Kindern das Schulsystem auf Fuerteventura an? Ein klarer Nachteil für das spätere Leben.

Wo kommt mein Geld zum Leben her?
Welche realen Chancen habe ich als Angestellter oder als Unternehmer?

Welches finanzielle Polster habe ich?
Wie lange halte ich durch, wenn es nicht so läuft wie geplant? Habe ich ein Rettungsboot?

Steuern
Steuern, für jene, dir ihr Geld schon gemacht haben ein grosses Thema: Renten / Pensionen werden heftig besteuert, Vermögenssteuer existiert ebenso Luxussteuer, Vererben ist enorm teuer.

Preisniveau
Hurra, alles so billig hier! Ja, für einen Ingenieur, der bei Daimler schafft, ganz gewiss, für den Grossteil der Residente, die mit dem spanischen Mindestlohn von rund 870,- Euro nach Hause gehen, so sie einen ganztags Job finden, alles ganz schön teuer. Was werde ich monatlich zur Verfügung haben?

Was werde ich den ganzen Tag machen?
Eine zentrale Frage für jene, die nicht mehr vorhaben zu arbeiten. Wie bringt man den Tag rum? 4 h Sport, 2 h Strand, 3 h lesen, 3 h Haushalt, kochen und einkaufen, 8 h schlafen, bleiben immer noch 4 h übrig. 4 h aus dem Fenster starren? Und wer macht schon 4 h Sport?

Euphorie und Begeisterung ist schön und gut, aber nur, wenn man etwas hat, in das sie investiert werden kann.

Als EU Bürger nach Fuerteventura auswandern.

Wer hat's geschafft? Herausragende Auswanderer.

Die Liste der Auswanderer, die auf Fuerteventura bei dem Versuch den Unternehmer zu geben gescheitert sind, ist lang. Täglich wird sie länger. Sich dadurch demotivieren zu lassen, der falsche Ansatz. Es lohnt aber einen Blick darauf zu werfen, warum es diese Menschen nicht geschafft haben und da ist durchgängig ein Muster zu erkennen: Keine Marktkenntnis, kein auf Herz und Nieren geprüftes Geschäftsmodell, hoffen statt denken, prüfen und wissen, kein Working Capital, keine einschlägige fachliche Qualifikation, keine Erfahrung, hart und ausdauernd arbeiten für diesen Typus Mensch ein Fremdwort usw. usf. Auf den Punkt gebracht: Fast alle die scheitern sind keine Vollblut Unternehmer Typen. Sie wollen schnell und ohne Arbeit reich werden, um nichts zu tun. Vollblut Unternehmer arbeiten immer, auch wenn sie schon lange finanziell ausgesorgt hätten. Der Antrieb liegt ihnen im Blut. Das ist ihr Lebensweg. Die gute Nachricht, die es auf Basis dessen zu berichten gibt: Fast alle, die auf Fuerteventura eine Bauchlandung gemacht haben, hätten diese in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch gemacht. Was auch immer sie probiert hätten. Wenn es auch in einem anderen sprachlichen Kulturkreis schwerer ist, sich als Unternehmer durchzusetzen, so war bei den meisten der Stolperstein weniger die Insel als die mangelnden Fähigkeiten. Und nicht zu vergessen: Vieles ist schwerer, einiges aber auch leichter. Unter dem Strich ist es im Grossen und Ganzen wieder ausgeglichen.

Der Blick auf "die Anderen", jene die es geschafft haben, lässt ebenso ein Muster erkennen. Jeder Einzelne nutzte die Gunst der Stunde, kam mit etwas auf die Insel, für das die Welt, die Nachfrage reif war: Technisch, finanziell, vom Zeitgeist her. Alle waren sie sehr risikobereit, aber keine Spieler, sie gingen ein kalkuliertes Risiko ein, das nicht Existenz bedrohend war. Jeder kann scheitern, sie hatten einen Plan B. Von ihrer Arbeit waren und sind sie besessen und alle berichten, nachdem sie auf Fuerteventura begannen Hand anzulegen, sahen sie den Strand, das Surfbord oder ähnliches wenn, nur noch im Zuge ihrer Arbeit. Das Leben wurde durch die Arbeit bestimmt, immer, auch am Wochenende. Ein grosses Opfer für jene, die ihre Projekte des Geldes wegen starten, für jene, die aus Lust an der Sache ihre Projekte beginnen, ist es Passion, kein Opfer und Teil des Willens Erfolg zu haben.

Einige Persönlichkeiten stechen besonders heraus, die Fuerteventura nachhaltig prägten. Da sind die drei Tourismus Pioniere aus Stuttgart Gustav Schütte, Manfred Heneken und Raul Bückle. Sie verstanden ihr Handwerk und hatten die Ressourcen, nicht zuletzt daher, da Gustav Winter ihnen Land zur Verfügung stellte. Dieses Triumvirat machte den Süden Fuerteventuras auf Basis der Landressourcen des Don Gustavo zum Touristenspot der Insel. Ihre Geschichte ist hier zu lesen und sie ist spannend und zeigt Unternehmertum wie aus dem Lehrbuch. Macher und keine Fantasten.

Heraus ragt auch René Egli. Seine Geschichte war Motivation für viele es auf Fuerteventura auch zu schaffen. Mit einem roten Golf und Windsurfbrettern am Dach, Erfahrung in Sachen Surfschule und selber Freak dieses Sports und Lifestyle, kreuzte er auf der Insel auf. Nicht blauäugig sondern mit einem Vertrag in der Tasche, an einem Hotelspot exklusiv unterrichten zu dürfen. Der Rest ist eine nicht endende Erfolgsgeschichte, geprägt von Innovation und harter Arbeit. René holte den Surfweltcup auf die Insel, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mittlerweile betreibt er das weltgrösste Kitesurf und Windsurfcenter, Hotelbeteiligungen, Modelabel, eigene Shops. Das wurde aus einer Idee und Wagemut durch Kompetenz und harte Arbeit. René Egli ein Unternehmertyp und daher liegt er auch immer noch nicht auf der faulen Haut, ist engagiert und umtriebig wie eh und je. Die Geschichte von René Egli ist hier zu lesen und motiviert. Ohne Motivation geht es nicht, aber sie alleine ist zuwenig.

Als EU Bürger nach Fuerteventura auswandern.

Umzugsgut steuerfrei nach Fuerteventura einführen.

Nicht vergessen – Fuerteventura ist EU-Freihandelszone.

Nur deklariertes Umzugsgut muss nicht versteuert werden!

Oft erstaunlich, wie wenig sich Auswanderer über ihre neue Traumheimat informieren. Es sind zwar die Anzahl der Sonnentage und die besten Bars, in denen Deutsch gesprochen wird, bekannt über rechtliche Rahmenbedingungen, Steuern und ähnliches ist kaum bis nichts im Wissensfundus. Das Paradies wartet. Dort gibt es keine Probleme!

Fuerteventura ist EU Sonderwirtschaftszone ohne Umsatzsteuer, nur eine IGIC, eine Verbrauchssteuer, existiert. Und wer dauerhaft bestimmte Dinge nach Fuerteventura einführt, hat diese IGIC abzuführen. Es sei denn, es handelt sich um Umzugsgut für einen Hauptwohnsitz auf der Insel. So mit den richtigen Formularen angemeldet, geht das Gut unversteuert durch. Das gilt auch für das Auto, so es mindestens 12 Monate an der alten Adresse zugelassen war. Es ist übrigens binnen einem Monat umzumelden. Mit "durchschmuggeln" ist nichts. Beim Befahren und Verlassen der Fähre wird streng kontrolliert.


Insider Tipp

Keine verbrannte Erde hinterlassen – bei manchen geht es schneller retour als sie glauben.

Bei vielen Auswanderern herrscht die Einstellung: "Nach mir die Sintflut". Es wird sich vom Acker gemacht, ein Scherbenhaufen hinterlassen. Nur weil sich der Auswanderer von Problemen geografisch entfernt, verschwinden sie nicht. Ganz im Gegenteil, sie werden grösser. Gerade in unserer vernetzten Welt. Unbezahlte Rechnungen wachsen mit Zinsen und Vollstreckungsanstrengungen in astronomische Höhen. Sobald ein Exekutionstitel besteht, ist auch nichts mehr mit Verjährung. Und ganz nebenbei: Mit Amtshilfe lassen sich auch Schulden bestens auf Fuerteventura eintreiben. Auch das kommt zum Entsetzen einiger vor. Und fast jeder bekommt irgendwann eine Pension, die evtl. pfändbaren Anteil enthält.

Noch eine schlechte Nachricht: Seit geraumer Zeit werden Finanzdaten zwischen Spanien, Deutschland und Österreich automatisiert (permanent nicht auf Anfrage!) ausgetauscht und sobald irgendwo offiziell Geld verdient wird, Sozialversicherung fällig wird, leuchtet im Fall der Fälle bei einer deutschen oder österreichischen Behörde eine rote Lampe auf. Auch als Selbstständiger, "autónomo", zu arbeiten, nutzt nichts, denn im Gegensatz zu Deutschland ist der autónomo in Spanien wie in Österreich in einer Pflichtversicherung wie sein angestellter Kollege. Kurzum, wer nicht nach Venezuela oder Vietnam geht, entkommt weder dem Fiskus noch seinen Gläubigern. Und irgendwann läuft auch mal der Pass ab.

Auch nicht klug sich mit jedem zu überwerfen, weil ohnedies gerade alles egal ist. Gerade Menschen, die aus nicht geregelten Verhältnissen fliehen, sind jene, die am ehesten scheitern. Deshalb keine verbrannte Erde hinterlassen, denn bei vielen geht es schneller zurück nach Hause als ihnen lieb ist. Nicht alle Türen zuschlagen. Ein Grossteil wird es später bereuen.

Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.Als EU-Bürger auf die Kanaren auswandern – rein rechtlich und organisatorisch nicht aufwändiger als ein Urlaub.