La Oliva – alte Garnisonsstadt und Sitz des Königs von Maxorata.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Wer nach La Oliva (223 m) kommt, muss sich erst einmal orientieren. Es gibt zwar eine Kirche mit Kirchplatz, daneben ein kleines Gemeindeamt mit Rathaus, immerhin verwaltet La Oliva alles nördlich von Puerto del Rosario inklusive der Isla de Lobos, aber ein Stadtzentrum gibt es so recht nicht. Alles liegt in der Ebene zerstreut, was man sich ansehen könnte. Aus der Not wollte die Gemeinde eine Tugend machen und zeichnete die "Ruta de los Coroneles" auf ein Schild, die motivieren soll, alles abzugehen. Aber das ist besonders im heissen Sommer den meisten Leuten doch zu weit. Und durch nichtssagende Strassen zu marschieren, geht, ist aber nicht das Schönste. So wird in der Regel das Auto genommen. Es kann auch überall direkt vor den Sehenswürdigkeiten geparkt werden, denn eines hat La Oliva im Überfluss: Platz, jede Menge freies Feld und Raum.

Denn La Oliva ist eine grosse, weite und sehr wasserreiche Ebene, samt fruchtbarem Boden. Intensiv wurde Getreide und Gemüse Anbau betrieben. Die ersten kastilischen Siedler taten das wohl im 16. Jhd. La Oliva, der Name wird von den wilden Ölbäumen stammen, die in der Ebene wahrscheinlich einmal standen. Sie gedeihen gut auf der Insel, sind aber fast gänzlich "ausgerottet". Entweder mussten sie dem Ackerbau weichen, wie das vermutlich in La Oliva der Fall war, oder wurden als gut brennendes Brennholz zur Befeuerung der hunderten Kalköfen oder zur Endtrocknung des Salzes in den Salinen verfeuert. Denn im Gegensatz zur Meinung vieler Touristen war Fuerteventura nie bewaldet, wie viele andere Kanareninseln. Ausser einwenig kanarische Kiefer und kanarische Palmen gab es keine Bäume. Der Bewuchs wurde an der Küste von Salzkraut Pflanzen bestimmt, darüber von Wolfsmilch und in höheren Regionen der Ölbaum. Sehr wenige dieser Exemplare sind noch zu finden. Wer bei Wanderungen in den Bergen rund um Betancuria die Augen offen hält, kann einsame Exemplare finden wie im Parra Medina. Botaniker, die sie untersucht haben, schätzen ihr Alter auf einige hundert Jahre. Aber da ist Vorsicht geboten. Der berühmte Drachenbaum auf Teneriffa, der "älteste der Welt" wie er angepriesen wurde, sollte auch 1.000 Jahre oder noch viel ältern sein. Kürzlich stellte sich heraus, mehr als 300 Jahre werden es nicht sein.

La Oliva hat eine interessante Geschichte. Es lohnt sich damit vor dem Besuch der Stadt zu befassen, um das Gesehene auch zu verstehen und einordnen zu können. Vor Ort ist wenig erklärt, meist nur auf Spanisch und die Zusammenhänge werden leider nie erklärt. Die meisten Touristen besuchen zu erst die dreischiffige Kirche, die einzige Fuerteventuras mit drei Schiffen ausser jener in Betancuria und Pájara. Wer Prunkvolles erwartet, wird enttäuscht. Das wertvolle Altarbild des Barrock Meisters Juan Ventura de Miranda Sejas y Guerra (* 1723, Gran Canaria – † 1805, Teneriffa) ist auch wirklich nur von absoluten Kennern der Barrock Kunst als solches auszumachen. Einen Blick nach oben vergessen viele der heutigen Besucher, doch dort oben gibt es die wertvolle und kunstvolle Holzdecke im Mudéjar Stil zu bewundern. 

Danach empfiehlt sich die Casa de los Coroneles. Im Inneren bietet sie mehr als von draussen zu erwarten ist. Als Abschluss kann auf die Dachterrasse gestiegen werden, die einen wunderbaren Ausblick auf das umliegende Land und die erloschenen Vulkane, wie den Montaña de la Arena (420 m), bietet. Als nächstes wäre ein Besuch des Zehenthaus lohnend, der Casa la Cilla, in welcher der Klerus den zehnten Teil der Ernte lagerte, den er den ohnedies schon bitter armen Bauern mit biblischer Rechtfertigung abpresste. Heute zeigt ein schönes Museum sehr anschaulich mit welchen Techniken und Mühen dem Boden auf Fuerteventura eine Ernte abgerungen wurde.

Die angepriesene Casa de Coronel hat zwar nichts Sehenswertes zu bieten, dafür hat sich in ihr über die Jahre ein Wochenmarkt etabliert, der recht interessant ist. Er öffnet zweimal wöchentlich und ist auch bei Extranjeros mit besser gefüllter Brieftasche beliebt, um Bio direkt vom Bauern einzukaufen.

Als Abschluss der Runde sollte noch die schöne Casa Mané besucht werden, die private Kunstsammlung mit fester und wechselnder Ausstellung in historisch interessantem Haus. Wer die Runde zu Fuss gemacht hat, der kann im Garten auf einer Bank Platz nehmen und die Füsse ausruhen lassen. Gastronomisch bietet sich nicht all zuviel in La Oliva an. Da sollte eher nach Lajares oder Villaverde gefahren werden. Das Museo de Tradiciones, das wie soviele in der spanischen Immobilien- und Finanzkrise geschlossen wurde, wird seine Pforten wohl nie mehr regelmässig öffnen. Wer eine Handvoll Interessierte zusammen bekommt, kann aber beim Gemeindeamt vorsprechen oder anrufen. Dann wird es ein Gemeindebediensteter öffnen. Atemberaubendes gibt es in ihm nicht zu sehen.

Eine besondere "Attraktion" hält Fuerteventura auch noch bereit. Wenig bekannt, General Franco begann den spanischen Bürgerkrieg auf Teneriffa, als er seine Generäle im Esperanza Wald auf sich einschwor. Das Denkmal, der Franco Obelisk, das den spanischen Faschisten bis heute als Pilgerstätte diente, wurde erst 2017 (!) geschliffen. Basis das "Gesetz des historischen Gedenkens“ (Ley de Memoria Histórica) von 2008, welches das Entfernen aller Franco Zeichen, Symbole etc. vorschreibt. Im besonders Franco treuen Fuerteventura, gerne spricht man darüber nicht, scheint das noch nicht angekommen sein. Ganze fünf Strassen tragen noch (illegal) den Namen des Generals, so auch die FV-101, die beim Durchqueren von La Oliva zur "Avenida General Franco" wird. Wer es nicht glaubt, Google Maps oder gute Strassenkarten geben Auskunft.

Auf Grund der Gemeindegrösse und des boomenden Tourismus kann La Oliva auch auf reiche Steuereinnahmen zurückgreifen. Das hat dem kleinen Ort ein grosses Hallenbad beschert, etwas, mit dem Puerto del Rosario nicht aufwarten kann. Dort wurde zwar eines gebaut, ging aber noch nie in Betrieb, da man seit Jahren von der Behebung eines Baumangels zum nächsten taumelt. Neben dem Hallenbad gibt es auch einen grossen Skater Park, am südlichen Rand findet sich die obligatorische Ringkampfarena und das Centro de Salud, das Gesundheitszentrum.

Keinesfalls sollte in La Oliva die Fiesta zu Mariä Lichtmess – La Candelaria verpasst werden. Eine Woche wird gefeiert samt stimmungsvoller Messe und Prozession.

La Oliva Fuerteventura – Iglesia Nuestra Señora de las Candelarias.

Geschichte – Kultur – Wirtschaft.

Die normannischen Eroberer waren keine Forscher sondern Abenteurer, die fremdes Land überfielen, ausraubten und jede Art des Widerstandes sofort mit allen Mitteln radikal blutig beendeten. Verhandeln war nicht ihre Sache, mehr die List und falsche Zusagen. Im spanischen Geschichtsbewusstsein heisst dies "Conquista". Daher ist auch wenig darüber bekannt, wie die normannischen Eroberer Fuerteventura und die Majoreros vorfanden. Die einzige Originalquelle, die darüber von den beiden Missionaren, die den Eroberungszug begleiteten, verfasst wurde, "Le Canarien", gibt es zwar noch im "Original", doch es ist zurecht geschrieben. Als der Partner von Béthencourt Gadafir de La Salle das Werk in die Hände bekam, das einzige Exemplar, denn Kopien gab es zu der Zeit nur in Form von Abschriften, missfiel es ihm derart, dass er es nach seinen Vorstellungen umschreiben liess. Was wir heute als "Le Canarien" lesen, ist also die schön gefärbte Geschichte von Gadafir de La Salle so wie er wollte, dass die Nachwelt die Geschehnisse sehen sollte.

Es scheint aber sicher, dass es zwei Stammesgebiete, die oft hochtrabend Königreiche genannt werden, auf Fuerteventura gab. Maxorata im Norden und Jandía im Süden. Wie es die berbischen Ureinwohner gewohnt waren, zogen sie auch auf Fuerteventura als Halbnomaden mit ihren Ziegenherden über die Insel. Die erste ständig besiedelte Wohnstätte scheint in der Ebene von La Oliva gelegen zu sein. Reste von Rundbauten und Felderwirtschaft lassen darauf schliessen. Die Gegend von la Oliva war auch geradezu ideal. Ein Becken, das sich vom Nordost Passat wegduckt und reiche Quellen, wie die Fuente de Tababaire, die ganzjährig Wasser in die Ebene liefert.

Auch die ersten kastillischen Siedler erkannten die Fruchtbarkeit der Ebene und so wird berichtet, dass dort im 16. Jhd. Siedler einige Gehöfte errichteten. Aber erst ab 1708 entwickelte sich La Oliva etwas, als dort eine Militär Kommandantur errichtet wurde. Die Lehensherren von Fuerteventura und Lanzarote zogen es vor das kulturelle Leben auf Teneriffa zu geniessen, als ein spartanisches Leben auf Fuerteventura zu führen und waren daher nie zugegen. Dort wurde auch das richtige Geld mit Zuckerrohr, Wein etc. gemacht. So bestand immer die Gefahr, dass sich Briten das strategisch bedeutende Fuerteventura unter den Nagel rissen und so bestimmte Madrid, dass immer ein Befehlshaber samt militärischer Truppe, ein Coronel, auf der Insel zu sein habe, der verteidigungsbereit war. Das System der Coroneles entstand, die uneingeschränkt als Vertreter der spanischen Krone spanisches Recht und Interessen durchsetzten und darüber hinaus für die katholische Kirche die Inquisitions-Gerichtsbarkeit wahr nahmen. Eine nicht nur beängstigend wirkende sondern umgesetzte Machtfülle, welche die Bewohner faktisch zu Leibeigenen machte samt Residenzpflicht. Ortswechsel oder verlassen der Insel ohne Genehmigung des Coronel waren verboten. Um den Herrschaftsanspruch auch einer Bevölkerung die nicht lesen und schreiben konnte symbolisch vor Augen zu führen, wurde die Casa de los Coroneles errichtet.

Bereits 1711 wurde La Oliva Pfarre und zum Machtzenturm und Garnisonssitz der Insel. Wer sich nun eine richtige Stadt vorstellt, mag das Bild (Galerie) aus 1891 betrachten. La Oliva bestand aus der halbfertigen Iglesia Nuestra Señora de la Candelaria, der Casa de los Coroneles, der Casa de Coronel, der Casa la Cilla, einigen Gehöften, der Casa del Inglés und vielen Feldern. Das war es. 1859 wurde La Oliva von Madrid als Militärverwaltung aufgelöst. Das System war untragbar geworden. Die Coroneles beherrschten die Insel absolutistisch, die Bewohner waren mehr Sklaven als freie Menschen. Demonstrativ wurde das Regiment aufgelöst und eine neue Militäreinheit nach Puerto del Rosario, das damalige Puerto de Cabras, entsandt, welches auch 1860 Inselhauptstadt wurde. Das La Oliva in diesem Zusammenhang auch, wie meist zu lesen, die Hauptstadtfunktion abgab, ist falsch. La Oliva war nie Inselhauptstadt. 1403 – 1834 war es Betancuria als erste Hauptstadt und zweiter Bischofsitz der Kanaren überhaupt, übergab die Staffel dann kurzzeitig an Antigua, welches nach 26 Jahren bereits an Puerto de Cabras übergeben musste.

Die Wirtschaft bestand damals wie heute rein aus Landwirtschaft. Getreide und Gemüse wurden angebaut. Während in La Oliva die Landwirtschaft heutzutage recht eingeschlafen ist, blüht sie im Nachbarort Villaverde, in der sich die Landwirte zur Cooperative del Campo Villaverde zusammen geschlossen haben. La Oliva ist heute mehr "Schlafstadt", die tagsunter recht ausgestorben ist. So richtig zum Leben erweckt wird sie nur zur Fiesta an Mariä Lichtmess.

La Oliva Fuerteventura – die Casa de los Coroneles.

La Candelaria – Mariä Lichtmess in der Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria La Oliva.

Die Kirche in La Oliva ist der Nuestra Señora de la Candelaria geweiht. La Candelaria, Mariä Lichtmess, eines der ältesten Feste des Christentums, das in Mitteleuropa fast vergessen ist und ausser in Bayern wohl kaum noch gefeiert wird. Der 40. Tag nach Weihnachten, der 2. Februar, ein Tag mit grosser Bedeutung, der schon 650 in Rom zum Feiertag erklärt wurde. Traditionell werden am 2. Februar die Krippen abgebaut, die Weihnachtszeit ist nun kirchlich zu Ende. Dienstboten bekamen am 2. Februar ihren Jahreslohn ausbezahlt und waren dann frei und konnten sich wieder für ein Jahr verpflichten oder weiter ziehen. Bis 5. Februar hatten sie frei, sozusagen bezahlter Urlaub, die einzigen freien Tage im Jahr ausser dem Sonntag. Das vertraglich garantierte "Nichtstun" nannte man "Schlenklweil". Auf den Höfen begann man sich ab dem 5. Februar auf das neue Jahr vorzubereiten. Maschinen, die Aussaat wurde vorbereitet. Bald ging es wieder aufs Feld. Die ruhige und besinnliche Weihnachtszeit war vorbei.

Mariä Lichtmess ist auch ein Tag der Reinigung. Im 11. Jhd. kam der in Mitteleuropa schon fast vergessene Brauch der Lichterprozessionen und der Kerzensegnungen auf. Die für das Jahr kirchlich und privat benötigten Kerzen wurden gesegnet. Der alte christliche Brauch der Kerzenweihe und Lichterprozession wird in der Iglesia Nuestra Señora de la Candelaria hoch gehalten. Am 2. Februar ist die Kirche in La Oliva bis auf den letzten Platz voll, wenn die Messe zu La Candelaria gelesen wird. Alle Gläubigen nehmen am Gottesdienst mit einer brennenden Kerze in der Hand teil, die vom Pfarrer geweiht werden und mit denen es dann zur Lichterprozession geht. Wer die Kirche ohne Kerze zum Gottesdienst betritt, bekommt sogleich von eifrigen älteren Damen eine kleine entzündete Kerze in die Hand gedrückt und egal wie voll es wird, jeder ist willkommen und findet sich vielleicht unverhofft und überrascht als Teilnehmer von Mariä Lichtmess wieder. Nicht das Schlechteste, vielleicht einwenig Zeit, in sich zu gehen. Als Touristenattraktion und Fotomotiv sollte man die Feierlichkeiten nicht missbrauchen. Jeder sollte wissen, wann er den Finger vom Auslöser lassen sollte. Für Gläubige oder auch nur ein bisschen oder gar nicht Gläubige wird La Candelaria in La Oliva zu einem bleibenden Erlebnis werden. So hatte es für jeden Sinn. Vor allem wird der Fremde überrascht sein, wie offen ihn die Gemeinde in der Kirche empfängt.

Fiesta de las Candelas La Oliva Fuerteventura.

"Casa del Inglés" – der Orchilla Händler Julián Leal Sicilia und britische Militärspionage.

An der FV-101 linker Hand Richtung Villaverde liegt ein altes Bürgerhaus, die "Casa del Inglés". Ein schönes Zeitdokument der Geschichte Fuerteventuras. Symbol des aufstrebenden Handels des 17. und 18. Jhd., in dem vor allem britische Händler zu grossem Wohlstand kamen und diesen mit für Fuerteventura luxuriösen Bauten zur Schau stellten. Der Handel mit Soda, Kali und Farbstoffen explodierte derart, das Grossbritannien sogar eine eigene Botschaft in Pueto de Cabras unterhielt.

Julián Leal Sicilia (* 1730, Los Llanos de Aridane, La Palma – † 1822, La Oliva) war kein Brite, sondern stammte aus einer wohlhabenden Handelsfamilie aus La Palma, die im Lateinamerika Handel ein Vermögen machte. Julián Leal Sicilia war auch nicht faul und erkannte das grosse Potential der Orchilla Pflanze, aus der Karmin gewonnen werden kann und die auf Fuerteventura reichlich vorkommt und stieg erfolgreich in das Orchilla Geschäft ein. Sicilia kam dabei zu entsprechendem Vermögen und liess zwischen 1788 und 1790 die Casa del Inglés in la Oliva für sich errichten. Für damalige Verhältnisse war sie ein Prunkbau, ausgeführt mit zwei Stockwerken, was höchst selten war und als Statussymbol galt. In der näheren Umgebung findet sich nur die Casa de los Coroneles oder die Casa Alta in Tindaya, die derart ausgeführt wurden. Die Casa del Inglés wurde um einen grossen Patio gebaut, unter der eine ebensolche Zisterne liegt. Viele Wände waren teils mit kostbaren arabischen Fliessen belegt. Die üblichen Holzbalkone, die schon lange verrottet sind, zeigten den Wohlstand noch einmal demonstrativ, wie das auf den Kanaren üblich war. In der Calle de los Balcones in La Orotava auf Teneriffa besonders schön zu sehen oder auch in Betancuria. Auf der Westseite ragt ein eigenartiger Kubus aus dem ersten Stock. Das war die Toilette. Es wurde sozusagen im freien Fall das Verrichtete der Natur übergeben. Die hygienischen Zustände waren bis weit in das 20. Jhd. auf den Kanaren atemberaubend. Besucht man in Las Palmas de Grand Canaria das Haus des berühmten Literaten Benito Pérez Galdós (* 1843, Las Palmas – † 1920, Madrid), so findet man in der Vagueta von Las Palmas ein repräsentatives, grosses Stadthaus vor, das weder Bad noch Toilette besitzt. Ebenso das Haus der wohlhabenden Arztes Doctor Mena in La Ampuyenta. Julián Leal Sicilia, der Erbauer des Anwesens, war auch Mezen. In der Casa del Inglés schuf der renommierte Barrock Meister Juan Ventura de Miranda Sejas y Guerra (* 1723, Gran Canaria – † 1805, Teneriffa) die Gemälde im Westschiff der Iglesia Nuestra Señora de la Candeleria, die Sicila zusammen mit der Kanzel der Kirche spendete. Der Meister Juan Ventura war nicht irgendwer. Seine Bilder hängen unter anderem auch in der königlichen Akademie in Madrid.

Wahrscheinlich erst Nach dem Tod von Julián Leal Sicilia erwarb der Brite John Parkinson das Anwesen. Er gab sich als Getreidehändler und als Naturforscher aus, der die Flora und Vogelwelt von Fuerteventura erkunden wolle. Als Getreidehändler machte man auf Fuerteventura nicht das grosse Geschäft, das scheint eher unwahrscheinlich, auch ist kein einziges botanisches Werk von John Parkinson bekannt. Nach derart langer Forschungszeit die er auf der Insel verbrachte, wäre zumindest eine Publikation das Mindeste. So könnte es gut sein, wie in einer Nachbarsfamilie der Casa del Inglés seit Generationen überliefert wird, das John Parkinson ein britischer Spion war. Der Ort war geeignet, denn er sass nur mehrere hundert Meter von der Casa de los Coroneles entfernt, die bis 1859 die Militärverwaltung der Insel beherbergte. Vielmehr ist über John Parkinson (* 1793, London – † 1868, La Oliva) auch nicht bekannt, obwohl er auf der Insel, wie alle reichen Gringos, ein bekannter Mann war, der "Don Juan Parkinson", wie man ihn nannte. Parkinson starb in La Oliva im Alter von 75 Jahren ohne Bleibendes zu hinterlassen. Sein Forscherdrang scheint also mehr Zeitvertreib oder vorgeschoben gewesen zu sein. Er ist auch nicht mit dem britischen Arzt und ernsthaften Botaniker John Parkinson (* 1567, Nottinghamshire – † 1650, London) zu verwechseln. 75 Jahre sprechen für die damalige Zeit für eine ausgezeichnet Gesundheit. Der Erbauer der Casa del Inglés brachte es sogar auf 92 Jahre. Da die Geburten- und Sterbetabellen auf der Insel akribisch geführt wurden und noch Jahrhunderte zurück im Inselarchiv in Pueto del Rosario aufliegen, dürfte es verlässlich sein. Nicht nur um John Parkinson spinnt sich in La Oliva eine Räubergeschichte, auch um Julián Leal Sicilia, den Erbauer der Casa del Inglés. Er musste angeblich die Casa del Inglés an Parkinson verkaufen, weil er ein von Piraten gekapertes Schiff, auf der seine Liebste war, freikaufen musste und dringend Geld benötigte. Da geht dann doch eher die Phantasie der Einheimischen durch, wenn man sich die Lebenszeit der Herrschaften anschaut. Mit Ende 80ig noch ein feuriger Liebhaber? Das scheint fraglich. Auch war die Zeit der Korsaren in den kanarische Gewässern mit dem Ersten Barbareskenkrieg (1801 – 1805) durch die United States Navy gänzlich beendet.

Nach Parkinson durchlebte die Casa del Inglés eine wechselhafte Geschichte mit ungeklärten Eigentumsverhältnissen. Sie wurde als Haus zur Pflege von Kranken und Alten verwendet. Ab den 1950iger wurde sie von dem durch General Franco installierten Infanterie Regiment beschlagnahmt und genutzt. Dieses veranlasste auch den Picón Abbau in der Gegend, der poröse Lavakies, der zur Feuchtigkeitsspeicherung auf die Felder als Deckschicht gestreut wird. Es war eine vieler Massnahme, zur Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft. Der La Oliva gegenüberliegende Montaña de la Arena weisst z.B. grosse unschöne Löcher auf. Aus diesen holte man in den 1950iger u.a. den Picón für die Felder von La Oliva.

Als in den 1970iger der Spuk der Militärdiktatur vorbei war, begann die Casa del Inglés leer zu stehen, verfiel zunehmend. 2005 wurde das Gebäude zum Kulturgut erklärt und die Inselverwaltung von Fuerteventura kaufte Grund und Casa von der Gemeinde La Oliva für 400 tsd. Euro, mit der Intention sie wieder her zustellen. Dies geschah bis heute leider nicht. 2017 war sie endgültig in so desolatem Zustand, dass das Haus nur noch abgestützt stehen bleibt. Grosse Zäune und Warnschilder verhindern das Betreten, denn bis 2015 konnte man sich noch, halb legal, einwenig im Gebäude umsehen. Ob das schöne Kulturgut überhaupt noch zu retten ist, mehr als fraglich. Ein herber Verlust die der Untätigkeit, wie so oft, der Inselregierung zu verdanken ist.

Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.

Für wen lohnt der Besuch?

Für Reisende, die sich mit der Geschichte Fuerteventuras befassen wollen, für die ist der Besuch der Gemeindestadt La Oliva Pflicht. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Museum in der Casa La Cilla nicht wie Case Mané und die Casa de los Coroneles täglich geöffnet hat. Um einen Besuch dieses sehr interessanten Museums nicht zu verpassen, sollte der Besuch an diese Öffnungszeiten geknüpft werden. Ein recht eigenartiger und unverständlicher Sachverhalt. Mit der fortschreitenden Privatisierung der Museum auf Fuerteventura wurde begonnen, die Zustände wesentlich kundenfreundlicher zu gestalten, wie bereits im Museo de la Sal in Salinas del Carmen zu bemerken ist!

Einige schöne und leichte Wanderungen bieten sich in La Oliva an, auch führt der Wanderweg GR-131 durch La Oliva, der von Corralejo die gesamte Insel Nord-Süd bis an den Punta de Jandía quert. Auch Teilstücke wie jenes Villaverde – Lajares zu gehen ist sehr lohnend.

Messen in der Iglesia Nuestra Señora de la Candelaria:

  • Jeden Mittwoch 18:00 Uhr

  • Jeden Sonntag 12:30 Uhr

Öffnungszeiten Hallenbad:

  • Mo–Fr: 8:15–22:30

  • Samstag: 8:00–14:00; Sonntag geschlossen

Infrastruktur.

La Oliva besitzt ein Hallenbad mit angeschlossenem einfachen Gym, einen Skaterpark, das zweite Centro de Salud, aber kleiner als jenes in Corralejo, der Gemeinde, eine Ringkampfarena, die Gemeindebehörde samt Sozialamt und die einzige Tankstelle in der Gemeinde neben den beiden in Corralejo.

Ausser Casas Rurales und AirBnB gibt es keine Beherbergungsbetriebe. Einwenig sehr einfache und preiswerte Gastronomie wird für die Einheimischen Angeboten, eine Apotheke und ein Tante Emma Laden. Post gibt es auch eine gelegen an der FV-101, zwei Touristen Shops für Aloe Vera, die gemieden werden sollten. Sie werden von Tourveranstaltern angefahren. Daneben finden sich noch einige Gewerbebetriebe die Touristen nicht interessieren werden: Ein Dachmarkisen Geschäft, ein Hap-Ki-Do Club, Hundeschule, Veterinär und ähnliches. Alles auf Anwohner ausgerichtet, denn auch die haben ein ganz normales Alltagsleben auf einer Touristeninsel.

Wer dem Touristenrummel völlig entkommen will, was in La Oliva an sich schon perfekt gelingt, der sollte sich in die "Bar La Oliva" trauen und einen echten "potaje de canario" essen, einen kanarischen Eintopf. Preiswerter und schmackhafter kann man nicht satt werden. Wer also in das echte Fuerteventura eintauchen will oder per Rucksack auf Budget am Weg ist, hier ist der Ort, um preiswert satt zu werden.

Wem nach Süssem oder frischem Brot der Sinn steht, der sollte sich die Mühe machen, die abseits gelegene Bäckerei / Konditorei "Panadería El Rubio" in der Calle las Portadas No. 19 zu suchen. Dort bekommt der Frühaufsteher schon ab 6:15 Köstlichkeiten und frischen Café sehr preiswert. Die Panadería El Rubio richtet sich an werktätige Einwohner des Ortes.

La Oliva wird von zwei Buslinien angefahren: Linie No. 7 Puerto del Rosario – El Cotillo und der Linie No. 8 El CotilloCorralejo.

Schnell gefunden.

La Oliva liegt an der Ost – Westverbindung der FV-10, die "coast to coast" Puerto del Rosario mit El Cotillo verbindet. Von der neuen Inselautobahn FV-1 wird bei der Abfahrt La Oliva entsprechend den Wegweisern auf die FV-101 abgebogen und La Oliva über Villaverde erreicht.

Mit dem Bus wird La Oliva von Puerto del Rosario mit der Linie 7, von Corralejo, Lajares, El Cotillo mit der Linie 8 gut erreicht.


Zur Fuente de Tababaire wandern.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Den Überblick haben – zur Fuente de Tababaire.

Wer z.B. vom Dach der Casa de los Coroneles Richtung Südosten blickt, wird im gegenüberliegenden Berg Morro Tabaiba (529 m) eine Schräge entdecken, die wie eine kleine Strasse aussieht. Es ist aber ein Wasserweg, über den das kühle Nass der Quellen Fuente de Tababaire auf die Felder von La Oliva geleitet wurde. Ein guter Fussweg führt entlang des Kanals auch.

Von der Fuente de Tababaire hat der Besucher einen traumhaftes Ausblick über La Oliva und die Westküste. Der Ort ist einsam und traumhaft schön, im Hochsommer schattig und kühl. Wer Bewegung sucht, kann erst über die Felder dann den Wassersteig zur Quelle aufsteigen. Die Orientierung ist leicht. Einfach dem Riss in der Flanke entgegen. Wem das zu mühsam ist, findet etwas versteckt von Vallebron aus eine Piste zur Quelle, die mit dem normalen Auto gut fahrbar ist.

Insider Tipp

Casa Mané – Kunst für zu Hause und das sehr preiswert.

Wer Kunst für die Wand daheim sucht oder ein nicht ganz alltägliches Mitbringsel aus Fuerteventura, wird in der Casa Mané fündig. Eine grosse Auswahl qualitativ hochwertiger Lithografien in allen erdenklichen Grössen zeitgenössischer Kunst wird angeboten und das schon beginnend für ein paar Euro. Es wurde auch daran gedacht, alles unbeschadet nach Hause zu bringen. Es wird ganz in Ruhe in einem Ausstellungsraum an einem grossen Ständer gustiert, die Nummern der gewünschten Werke auf einem Zettel notiert, der an der Kasse abgegeben wird. Kurz danach bekommt man alles in einer Transportrolle ohne Knicke perfekt aufgerollt zum sicheren Transport.

Der Ort La Oliva.

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Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.

Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.Der Ort La Oliva Fuerteventura: Die Casa del Inglés aus dem 18. Jhd.