La Matilla – fruchtbare Felder am Fusse des Montaña de la Muda.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

La Matilla ist ein wichtiger wenn auch kleiner Ort der Insel, der nie mehr als 200 Einwohner hatte. Heute sind dort rund 150 Menschen gemeldet und gehen auch zum Grossteil in La Matilla ihrer Arbeit nach: Landwirtschaft, die gar nicht schlechte Tapas Bar gab 2018 endgültig auf und schloss. Der 1550 gegründete Ort ist der Pass, der Tefía, Tindaya und Tetir verbindet. Von Tindaya geht es über die FV-10, die Ost-West Verbindung von Puerto del Rosario, hinauf nach La Matilla auf 353 m Seehöhe, weiter im Osten wieder hinunter in das Becken um Tetir.

Dazwischen lieg eine schöne Hochebene, die nach der Regenzeit tief grün und bunt wird. Begrenzt wird sie von drei Bergen: Dem Montaña de la Muda (686 m) im Westen, an dessen Flanke die FV-10 von Tindaya hinaufführt, gegenüber südlich der Montaña de la Caldera (615 m) und im Osten begrenzt der Montaña de Piedra Sal (465 m) die Hochebene. Dort geht es kurvig hinab nach Tetir. Die Erde um La Matilla ist eine der fruchtbarsten der Insel. Dazu kommen wasserreiche Quellen am Montaña de la Muda wie die Fuentes del Chupadero, zu der ein netter Wanderweg führt oder die sehr ergiebige Fuente del Valle del Valhondo. Direkt am Ort La Matilla entspringt sogar eine Quelle, die über einen Barranco zum schönen Strand Playa de Jarubio führt und dort für Grün sorgt. Interessant ist geschichtlich die Quelle Fuente de Refugio de Cabras, denn sie wurde 1606 zum Allgemeingut. Eine weit verbreitet Sache auf Fuerteventura und auch Almenden, die Halbinsel Jandía z.B. ist eine solche. Wenn das Morgen- und Abendlicht über die Ebene von La Matilla streicht, verwandelt sich die Ebene in eine interessante Bilderbuch Kulturlandschaft.

Die Ortsbezeichnung "La Matilla" weisst auf eine Pflanze hin, die früher dort heimisch war: "Die Strandsode". Eine der vielen krautigen Salzpflanzen die auf Fuerteventura heimisch sind, denn aus ihr wurde Pottasche und Soda gewonnen. Die Strandsode ist übrigens auch an den Norddeutschen Küsten heimisch. Mit dem Aufstieg der chemischen Industrie in Deutschland verlor die Pottasche-, Soda-, Kali- oder, Farben-Erzeugung aus Pflanzen ihre Bedeutung.

Die Landwirtschaft von La Matilla Fuerteventura – im Hintergrund die Radarstation am Montaña de la Muda.

Geschichte – Kultur – Wirtschaft.

1550 erkannte Augustín de Herrera, Padron auf Fuerteventura und Lanzarote, den Wert der Hochebene und holte sich vom Lehensherren von Fuerteventura und Lanzarote die Erlaubnis zur Gründung von La Matilla. Es wurde eine Ansammlung von 20 Gehöften samt Wirtschaftsgebäuden, typische landwirtschaftliche Fincas der spanischen Eroberer wie man sie auch z.B. auf Kuba findet, errichtet. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Das Bild ist ziemlich original.

Die meisten Fincas wurden an den Hängen des Montaña de la Muda und Montaña de Piedra Sal errichtet. Dort führen die ergiebigsten Quellen in die Ebene. Das Wasser so reich, dass nicht mit Gavias gearbeitet wurde, sondern grosse runde Becken bis auf die versiegelnde Lehmschicht ausgehoben wurden, um dort das Wasser bei Regen abzuleiten und zu sammeln. Wer sich die Mühe macht über die Pisten zu wandern oder zu fahren, wird über 30 dieser Becken entdecken. Auf der südlichen Seite, am Montaña de la Caldera, sind terrassenförmige Gavias zu finden wie auch Richtung Tefía. Jedes Stück Land wurde für Anbau genutzt. Es ist lohnen durch dieses Gebiet zu erwandern.

Im 18. Jhd. holten sich Francisco Cabrera und Andrés Xuárez Béthencourt beim Bischof von Las Palmas die Erlaubnis zur Errichtung einer Einsiedelei, einer Ermita und bauten ein einfaches Gebäude. Im 19. Jdh. wurden die Ambitionen grösser und aus alten und neuen Bauteilen wurde aus ihr eine Kapelle, die der Neustra Señora del Socorro geweiht wurde und 1831 den ersten Gottesdienst abhielt. Einmal im Monat zur Messe und natürlich zur Fiesta zur Ehren der Heiligen, ist die Kapelle zugänglich. Zur Linken des Altars Bildtafeln der Nuestra Señora de la Peña (die Geschichte zur ihr: Kloster San Buenaventura), die bedeutendste Schutzheilige des kanarischen Archipels, die von den Missionaren um Jean de Béthencourt auf die Insel gebracht wurde. Zur Rechten des Altars, also wohlgemerkt zur Linken weniger bedeutenden Seite vom Altar aus gesehen, Bildtafeln der Nuestra Señora de la Candelaria. Unweit von La Matilla ist die Kirche von La Oliva der Nuestra Señora de la Candelaria geweiht.

So richtig kulturelles Leben gibt es in La Matilla nicht, nur die Fiesta im August. In La Matilla wird gearbeitet. Dazu hat La Matilla auch noch die Ehre Sitz der Höhlenforscher Vereinigung Fuerteventras, C.D. Espeleologia Fuerteventura La Muda, zu sein.

Der Montaña de la Muda ist einer der höchsten Berge der Insel, liegt frei und kann gut nach Afrika herüber spähen. Daher befindet sich auf ihm eine militärische Radaranlage und Abhöreinrichtung, umgeben von einem kleinen Sperrgebiet. Hinauffahren darf man nicht, aber bis kurz an die Anlage wandern.

Im Zuge der Anstrengungen, die Green Energy auf dem kanarischen Archipel auf 30% zu heben, wird um La Matilla eine Anlage aus drei Turbinen mit einer Leistung von 7 MW voraussichtlich 2019 errichtet.

Die Landwirtschaft von La Matilla Fuerteventura – im Hintergrund die Radarstation am Montaña de la Muda.

Für wen lohnt der Besuch?

Wer nur mit dem Auto über die FV-10 durch La Matilla braust, dem wird Reiz und Schönheit nicht auffallen. Von La Matilla führen unzählige alte Wege zu den umliegenden Orten wie Tefía, ins Valle de Tetir, über den Montaña de la Muda nach Vallebrón zum Beispiel. Nur mit sporadischen Wegweisern versehen und nicht markiert, kommt man auf ihnen schwer zurecht. Wer sich die erstklassigen und preiswerten Karten des Instituto Geográfico Nacional España online besorgt, findet jeden Pfad und kann Touren ganz nach seinem Geschmack gestalten. Da das Gelände sehr übersichtlich ist, ist die Orientierung kein Problem.

Messen in der Ermita Nuestra Señora del Socorro:

  • Jeden 4. Sonntag im Monat 12:30 Uhr

Infrastruktur.

Die ganz ordentliche Tapas Bar von la Matilla gab leider 2018 auf. Nach einer lohnenden Wanderung in der Umgebung, muss also wenn der Hunger kommt am besten nach Tindaya gefahren werden.

Die Buslinie 7 verbindet Puerto del Rosario und El Cotillo und steuert es wenige Male pro Tag an. Eine Bushaltestelle liegt im Ort an der Passhöhe, eine weitere in der Mitte der Hochebene.

Schnell gefunden.

La Matilla liegt an der FV-10, die Ost-West Verbindung von Puerto del Rosario und ist von der Hauptstadt, je nachdem wo gestartet wird, in 15 bis 20 Minuten zu erreichen. Der Bus Linie 7 fährt La Matilla ebenfalls an.


Play de los Pozos Stadtstrand von Puerto del Rosario.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Zum neuen Stadtstrand von Puerto del Rosario.

Wer z.B. um La Matilla wandern war und danach Abkühlung sucht, schafft es geradewegs über die FV-10 in 15 Minuten nach Puerto del Rosario und zum Playa de los Pozos. Im Jahre 2017 neu gestaltet, mit vergrösserter Bucht und weissem Sand, wird er nur von Städtern besucht und ist daher nur am Wochenende stärker frequentiert.

Wer sich nicht nur abkühlen sondern auch richtig schwimmen möchte, der ist am Playa los Hornos aka Playa de los Pozos richtig. Gefahrlos kann in der grossen Bucht geschwommen werden. Danach laden einige interessante Cafés, Bars und Restaurants an, die vornehmlich von Locals besucht werden.

Insider Tipp

Atemberaubende Aufnahmen – in den Passatwolken oder Nebel von La Matilla.

Wenn der Passat in der Regenzeit seine Wolken über Fuerteventura fliegen lässt, werden sie vom Meer über die Enge und Ebene von La Matilla gedrückt. Dann fliegen sie so tief, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes angefasst werden können. Oft wird mitten in den Wolken gestanden, dann wieder blauer Himmel. Sensationelles Naturereignis! Im Sommer bietet sich für Frühaufsteher ein anderes einmaliges Erlebnis. Die feuchten Felder bilden Nebelstreifen, die einige Meter über der Ebene schweben. Sobald die Sonne aufsteigt, lösen sie sich auf. Einzigartige Bilder für das Urlaubsalbum garantiert!

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