Playa del Castillo.

Der Strand.

Der Playa del Castillo in Caleta de Fuste trägt seinen Namen vom Wehrturm, der 1714 von Ingenieur Claudio de L'Isle errichtet wurde und "Torre de San Buenaventura" benannt wurde. Zuvor errichtete Claudio de L'Isle den Wehrturm "Torre de El Tostón" im Jahr 1700 bei El Cotillo. Der Strand in El Cotillo neben dem Wehrturm heisst ebenfalls Playa del Castillo, wird aber gemeinhin als "Piedra Playa" bezeichnet.

Die Wehrtürme wurden im Zuge der anhaltenden britisch-spanischen Auseinandersetzungen errichtet, denn dem Empire gefiel gar nicht, dass es von Spanien als Handelsmacht No.1 verdrängt wurde. So herrschte meist kein offizieller Krieg, die Queen bezahlte aber Korsaren wie Sir Francis Drake, die alles taten, um die Spanier zu piesacken. Sie überfielen die spanische Silberflotte in Lateinamerika oder Sir Francis Drake griff in Las Palmas de Gran Canaria das Castillo de la Luz an, das er aber nicht einnehmen konnte. Gerne kreuzte man vor Fuerteventura, speziell in der Gegend Caleta de Fuste, was vor der Gründung von Puerto del Rosario ein belebter Hafen war, oder Gran Tarajal, denn hier verlief eine der Haupt-Seefahrtsrouten von Sevilla und Cadíz nach Las Palmas de Gran Canaria, Santa Cruz de Tenerife und von dort weiter nach Cuba und Mexiko. Dort war fette Priese zu machen. So wurden für die ansonsten völlig schutzlose Insel Fuerteventura, viel gab es ohnedies nicht zu holen, die beiden Wehrtürme "Torre de San Buenaventura" und "Torre de El Tostón" errichtet, um ein Signal zu geben, dass man sich verteidigen würde.

Die beiden Wehrtürme kamen aber nie zum Einsatz, denn als die Briten im "War of Jenkins' Ear" (1739 – 1742) beschlossen, auch einwenig Unruhe auf Fuerteventura zu stiften, gingen sie natürlich nicht an den Wehrtürmen an Land sondern an dem ungeschützten Strand von Gran Tarajal. Es kam zu zwei Schlachten, die sie beide gegen ein Bauernherr verheerend verloren. Die Schlacht von Tamasite wird jährlich nachgestellt.

Die kriegerischen Zeiten sind vorbei und so entwickelte sich die Bucht von Caleta de Fuste, einst geschäftiger Hafen unter der Kontrolle des Lehensherren von Lanzarote und Fuerteventura, zu einem der wichtigsten Tourismuszentren der Insel. Wo einst die Handelsschiffe beladen wurden, liegen heute Ausflugs- und Sportboote. In der flachen, ruhigen Bucht, ohne gefährliche Strömungen, Wellen oder Wind, kann herrlich gebadet werden und an einem schönen Strand in der Sonne gefaulenzt werden. Das kam so gut an, dass die Hotelanlagen explodierten und der Strand schnell zu klein wurde. Man beantragte bei der "Costa" in Madrid, diese ins für alle Küstenlinien Spaniens zentral zuständig, eine Strandvergrösserung. Die Costa genehmigte, plante und ging 2016 ans Werk. Schleppend ging es. Erst wurden Felsen aufgeschüttet, dann aus dem Hafenbecken von Puerto del Rosario, der mit feinstem Sand gesegnet ist, Sand herangeschafft. Als alles endlich fertig war sah es optisch wunderbar aus. Einziger Haken, etwas ging beim Bau daneben, der neue Strandabschnitt wird unterspült, verabschiedet sich nach und nach in die Bucht und wer am neuen Playa ins Wasser geht, kann knietief im aufgeweichten und unterspülten Sand einsinken. Nun wird gerätselt, was zu tuen sei. Das wird dauern.

Zur gleichen Zeit wurde ebenfalls mit EU Mitteln der Stadtstrand von Puerto del Rosario auf ähnliche Art und Weise, samt schöner neuer Mole, vergrössert. Das gelangt hingegen hervorragend und nun ist Puerto del Rosario mit einem schönen Stadtstrand ausgestattet, den Playa de los Pozos oder wie die Anwohner sagen Playa Chica, dessen Besuch sich wirklich lohnt.

Wer heute am Playa del Castillo in der Sonne liegt kann sich kaum vorstellen, dass es gar nicht solange her ist, dass Caleta de Fuste der frequentierteste Handelshafen von Fuerteventura war. Einige Schiffe, die sich von der ruhigen Küste täuschen liessen, sanken sogar knapp vor der Mole, weil sie auf Riffe aufliefen. Das letzte Schiff, das vor Calete de Fuste sank, war das Dampfschiff Alfeite, das am 6. Mai 1956 direkt vor dem Hafen ein Riff rammte (N 28° 23' 28,8" | W 013° 51' 21,7"). Es hatte u.a. 80 Tonnen Eis geladen und wollte zum Fischen auslaufen. Der erfahrene Kapitän im Alter von stattlichen 70 jahren, der davon 53 auf See verbracht hatte, musste völlig verzweifelt der Rederei telegrafieren, dass er die Alfeite direkt am Hafen versenkt hatte. Eine absolute Glanzleistung. Tote gab es kein. Die Mannschaft stieg einfach auf Transportflösse um. So glimpflich lief es bei den Schiffunglücken der Nicolás Francisco "el Griego" oder Ballester nicht ab. Glimpflich gingen die Schiffsunglücke der American Star, Júcar, Massira-I und Rose of Sharon aus. Hier musste nur das Schiff aufgegeben werden.

Die Strände Fuerteventuras: Playa del Castillo

Wassersport + Entspannung.

Nachdem Caleta de Fuste eines der Tourismuszentren von Fuerteventura ist, wird einiges geboten. Am Paseo entlang des Playa del Castillo Café, Pizza, Eis und mehr. Es kann also direkt von der Sonnenliege ein Intermezzo in einer Eisdiele eingelegt werden. Am feinen, goldgelben Strand davor kann windgeschützt in der Sonne gelegen oder Beachvolleyball gespielt werden. Die Bucht eignet sich gut zum Schwimmen.

Wer mehr Action sucht, kann sich einen Jetski ausleihen oder direkt vor der Hafenmole einen Tauchkurs machen. Grosse Katamarane laden zu einer Segelexkursion ein. Am südlichen Teil des Playa del Castillo bietet ein Thalasso Spa für windigere Tage seine Dienste an. Für all jene die daran glauben schöner zu werden, indem sich andere Verausgaben während sie selber bequem liegen, gibt es jede Menge "Beauty Anwendungen".

Generell ist das Angebotene auf Familien und jene ausgelegt, die einen entspannten und bequemen Urlaub geniessen und sich einwenig beschäftigen wollen. Demgemäss findet man auch weder Windsurfen, noch Kitesurfen, sportliches Segeln oder ähnliches.

Infrastruktur.

Gastronomisch hat Caleta de Fuste kaum etwas nennenswertes zu bieten. Die guten Tapas Bars und spanischen Lokale verschwanden leider durch das All-in Angebot. Anspruchsvollere Küche findet sich nur in den gehobenen Hotels wie dem Sheraton, das aber nur für Hotelgäste. Nachtleben existiert keines in Caleta de Fuste. Neben Lebensmittelgeschäften finden sich die üblichen uninteressanten touristischen Ramschläden. Wer etwas Einkaufen möchte sollte das in Puerto del Rosario oder Corralejo machen. Ein Mercadillo wird einmal pro Woche organisiert, die sogenannten Afrika Märkte der Insel, auf denen billige Asienware verramscht wird. Trotzdem erfreuen sie sich bei gelangweilten Touristen grosser Beliebtheit. Zu haben sind Dinge, die man nicht benötigt in schlechter Qualität überteuert angeboten.

Repräsentanzen aller grossen Mietwagen Unternehmen liegen direkt hinter dem Paseo. Wer den Spazier- und Radweg nach Salinas del Carmen mit dem Rad bewältigen möchte, findet einen Radverleih. Für Taucher ist die grosse Tauchbasis und Schule Deep Blue direkt an der Hafenmole interessant. Sie führt auch direkt an der Mole Tauchkurse durch und bietet mit dem Zodiac interessante Tauchgänge entlang der Küste an.

Ein Jetskiverleih ist ebenfalls an der Mole zu finden. Allerdings darf nur in einem Dreieckskurs vor der Hafenmole gefahren werden. Das wird nach der dritten Runde doch recht langweilig. Wem das Spass macht, sollte sein Geld lieber anderen Ortes ausgeben. In Corralejo bietet man eine Jetskisafari um die Isla de Lobos an, in Tarajalejo wird ein Küstentrip angeboten. Beide deutlich erlebnisreicher und wer will kann auch einmal richtig Gas geben. Nicht ganz billig aber könnte man sich schon einmal leisten.

Wer Ausflüge plant und keinen Mietwagen buchen will, was nicht unbedingt notwendig ist, ist mit der Buslinie 3 schnell am zentralen Busbahnhof in Puerto del Rosario, von dem aus jede Ecke von Fuerteventura zu erreichen ist.

Touristen, die einen erfahrenen Internisten und Allgemeinmediziner aus Deutschland suchen, sind in Caleta de Fuste bei Dr. Bludau gut versorgt. Neben Kompetenz gibt es auch Zeit und das zu fairen Sätzen, die daheim eingreicht werden können.

Der Weg zum Strand.

Der Sandstrand von Caleta de Fuste liegt direkt an der Küste des Ortskerns. Wer von auswärts mit dem Auto kommt, erreicht ihn über die Haupteinfallsstrasse von Caleta de Fuste, die im Yachthafen endet. Dort steht der Besucher dann vor dem Problem: Wohin mit dem Auto. Parkplätze gibt es kaum und die sind alle belegt. Es bedarf einigen Glücks, etwas zu finden.

Besser man biegt im oberen Teil der Einfallsstrasse die erste mögliche Einbahnstrasse nach rechts, also Süden, ab und schlägt sich immer südwärts durch das Einbahngewirr. Dann wird der grosse Hotelkomplex Eurostars Las Salinas erreicht, der direkt am südlichen Strandabschnitt liegt. In den Strassen um das Hotel, meist auch am Strand selber, sind immer Parkplätze zu finden.


GPS Position:
N 28° 23' 40,3'' | W 013° 51' 34,3''


Saline Salinas del Carmen Fuerteventura.

Orte + Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Die letzte funktionsfähige Saline Fuerteventuras.

Wer in Caleta de Fuste wohnt und eine Pause vom Strand einlegen will, könnte Saline und Salzmuseum in Salinas del Carmen besuchen. Der Paseo am Playa del Castillo führt als Spazier- und Radweg nach Salinas del Carmen. Das sind rund 3 Km. Alternativ kann auch der Bus der Linie 3 genommen werden der zwei bis dreimal stündlich verkehrt.

Im Museum erhält man einen Überblick über die historischen Salinen Fuerteventuras und über den Herstellungsprozess von Salz aus Meerwasser. Das alles kann in der nunmehrigen Schausaline vor dem Museum dann in der Praxis angesehen werden und auch den Arbeitern zugesehen werden, wenn sie in den Salzfeldern "ernten". Die Saline wird nach und nach wieder vollständig in Betrieb genommen.

Insider Tipp

Zu Fuss zum Fischessen – Los Caracolitos in Salinas del Carmen.

Je nachdem, wo in Caleta de Fuste gewohnt wird, ist Salinas del Carmen zu Fuss in 30 bis 45 Minuten erreicht. Dort findet sich ein Fischrestaurant am Strand, das Los Caracolitos, welches bei Einheimischen sehr beliebt ist. Auf einer Terrasse kann geschmaust und auf die Bucht hinausgeschaut werden. Da man es sich als Tourist einteilen kann, sollte es werktags aufgesucht werden, da es am Wochenende sehr voll wird. Wer keine Lust hat den Rückweg zu Fuss anzutreten, kann mit der Buslinie 3 bequem für rund einen Euro zurück fahren. 

Die Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloDie Strände Fuerteventuras: Playa del CastilloSchiffswrack der Alfeite am Playa del Castillo Caleta de Fuste.Fuerteventura Karte der Straende: Die gesamte Insel Fuerteventura im Ueberblick.Fuerteventura Karte der Straende: Die Strände Caleta de Fuste – Pozo Negro.