Llanos de la Concepción – Ebene der unbefleckten Empfägnis.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Der kleine Ort Llanos de la Concepción (206 m) mit 220 Einwohnern (2018) liegt in einer fruchtbaren und wasserreichen Ebene direkt vor dem Anstieg hinauf ins Zentralmassiv der Insel. Über Valle de Santa Inés wird der herrliche Aussichtsberg Morro Velosa (662 m) erreicht, weiter geht es nach Betancuria, der ersten Hauptstadt des kanarischen Archipels und Vega de Rio Palmas. Alles geschichtsträchtige Orte der Kanaren.

In Llanos de la Concepción wurde am Zusammenfluss unzähliger wasserreicher Barrancos angelegt, die von den Höhen um La Ampuyenta und Valle de Santa Inés hinunter fliessen, wie der Barranco de las Veredas, de Tabordo oder de Valle de las Cuevas. Der grosse Barranco del Valle macht vor Llanos de la Concepción einen Bogen nach Westen und mündet am Playa de Valle de Santa Inés ins Meer. Entlang des Barrancos del Valle führt von Llanos de la Concepción die Carretera Mojadilla a la Concepcíon hinunter zur Küste nach Aguas Verde von wo aus die unzähligen wilden und einsamen Strände des Valle de Santa Inés erreicht werden. Die Carretera Mojadilla a la Concepcíon passiert Richtung Küste auch einen kleinen Pass, den Degollada de Santa María Magdalena (266 m), von dem aus ein wunderbarer Blick ins Tal und eine grosse Ziegenfarm geworfen werden kann, die überraschend auftaucht. Auch alte Kalköfen werden passiert.

Das um Llanos de la Concepción einmal intensiv Landwirtschaft betrieben wurde, ist all gegenwärtig. Das Land ist mit Steinmauern übersät, die das Vieh aus den Pflanzungen hielten. Eine historische Windmühle, die Molino de los Llanos de la Concepción, weisst darauf hin, das Getreide und Hülsenfrüchte gepflanzt und verarbeitet wurden. Sie liegt Südöstlich des Ortskerns am "Lomo de Tatir", also am "Rücken von Tatir", einer erhöhten Geländekante, um besser den Wind abzubekommen. Überall wachsen auch die Opuntien wie Unkraut, ein Import aus Lateinamerika, mit denen der Farbstoff Karmin wurde. Eine Ware, die einige Händler auf Fuerteventura reicht machte, wie zum Beispiel die "Casa del Inglés" in La Oliva bezeugt.

Wer durch die Ebene streift, wird überall Wasserbecken finden, die Regenwasser auffingen und speicherten. An den Hängen wurden Staustufen angelegt und Kanäle, die das Wasser auf die Gavias leiteten. Denn wenn es einmal regnet, dann meist extrem und das kostbare Nass muss davor abgehalten werden, ungenutzt binnen Stunden im Meer zu verschwinden. Das grösste Staubecken ist das Embalse de Los Molinos, ein gescheitertes Bewässerungsprojekt aus de Franco Ära.

Eine kleine Kapelle aus dem 18. Jhd., die Ermita de la Llanos de la Concepción", stellt so etwas wie das Zentrum der über die ganze Ebene verteilten Gehöfte dar.

Der Ort Llanos de la Concepción Fuerteventura.

Geschichte – Kultur – Wirtschaft.

Bis ins 18. Jhd. hiess "Llanos de la Concepción" "Llanos del otro Valle". Es war einfach "Die Ebene des anderen Tales", in Anspielung auf das bedeutendere südlich gelegene Valle de Santa Inés. Ende des 18. Jhd. wurde auch die "Ermita Nuestra Señora de la Concepción" gebaut, die dem Ort den neuen Namen "Llanos de la Concepción" gab. Sie wurde in der Zeit von 1784 bis 1796 errichtet. Ganze 12 Jahre Bauzeit ist stattlich. Auf Fuerteventura braucht alles Zeit. Der Initiator der Kapelle war Joseph de Armas. Die Finanzierung war schnell erledigt. Die armen Bewohner des "otro Valle", gemeines Volk, hatten auf Fuerteventura nichts zu melden und so mussten sie eine notarielle Urkunde unterzeichnen, die sie verpflichtete, auf ihre Kosten und durch ihre Hände Arbeit die Ermita zu errichten und sie sodann auch Instand zu halten. Die Art der Finanzierung ist ähnlich atemberaubend wie der Name der Kapelle, "concepción", auch das Wunder der "unbefleckten Empfängnis", also die "Einsiedelei unserer lieben Frau der unbefleckten Empfängnis". Die Kapelle ist nur zur zur Messe geöffnet. Im Inneren ist sie nicht überraschend sehr schlicht, wobei viele schöne Holzarbeiten den Raum dominieren. Eine Kanzel, ein hölzerner Altar mit einer figuralen Darstellung der Nuestra Señora de la Concepción. Die Anwohner verehren bzw. beten zum Bild "La Piedad", die Frömmigkeit, eines unbekannten Künstlers.

Seit wann Gehöfte in der Ebene existieren, ist nicht genau bekannt. Die gesamte Ebene um Tefía, Llanos de la Concepción und Valle de Santa Inés dürfte aber spätestens ab dem 16. Jhd. landwirtschaftlich genutzt worden sein. Wasserreich, mit fruchtbarem Boden ausgestattet, bot sich die Gegend geradezu an. In erster Linie wurde Getreide, Hülsenfrüchte, Kichererbse angebaut. Das spezielle "Gofío" Mehl war Grundnahrungsmittel und überlebensnotwendig auf den Inseln. Es war besonders haltbar, da die Gerste vor dem Mahlen geröstet wurde. Beim Mahlen wurde, um die Schärfe zu brechen, Kichererbse beigemischt und mit Zugabe von Meersalz die Haltbarkeit weiter verbessert. Gofío, Ziegenkäse und in Öl eingelegter Fisch oder gesalzener Stockfisch waren die einzigen Verfügbaren Lebensmittel, welche die Inselbewohner über karge Zeiten bringen konnten.

Erst als man von den Atzeken erlernte, mit der Opuntie, auf der die Cochenille Schildlaus kultiviert wird, Karmin zur Farbstoffherstellung zu gewinnen, wurde auch um Llanos de la Concepción in grossem Stil die Opuntie kultiviert. Vermögen wurden mit Karmi gemacht! Der Feigenkaktus, die Opuntie, eignet sich aber zu mehr. So ist die Feige, vor allem der aus ihr gepresste Fruchtsaft, in Lateinamerika seit Jahrhunderten beliebtes Getränk und Volksheilmittel. Er wirkt hervorragend bei Magen-Darm Krankheiten, hilft bei Diabetes und Atherosklerose und anderen Krankheiten.

Der Ort Llanos de la Concepción Fuerteventura.

Für wen lohnt der Besuch?

Llanos de la Concepción werden die Meisten nur passieren, wenn sie von Norden kommend am Weg nach Betancuria oder Vega de Río Palmas sind. Zu wenig gibt es zu sehen, ausser man ist Botaniker, Birdwatcher oder hat kulturhistorisches Interesse an der Insel. Dann ist Llanos de la Concepción, vor allem die alte Landwirtschaft, interessant.

Wenige biegen in Llanos de la Concepción nach Westen auf die Carretera Mojadilla a la Concepcíon ab, über die Aguas Verde erreicht wird. Dort beginnen die entlegenen und einsamen Strände des Valle de Santa Inés, die nur Fuerteventura Kennern ein Begriff sind. Kleine idyllische Buchten, die nicht ganz so leicht zugänglich sind oder Naturbecken, in denen spektakulär gebadet werden kann.

Wen es drängt, das Innere der Ermita Nuestra Señora de la Concepción zu sehen, der hat nur zur Messe Gelegenheit dazu.

Messen in der Ermita Llanos de la Concepción:

  • Sommerzeit:
    Jeden 3. Samstag im Monat 18:00 Uhr

  • Winterzeit:
    Jeden 3. Samstag im Monat 17:00 Uhr

Infrastruktur.

Viel mehr als eine Bar gibt Llanos de la Concepción nicht her und bei 220 Einwohnern würde sich mehr auch nicht tragen. Selten hält einmal ein Durchreisender an der "Bar García" an, obwohl sie direkt an der FV-30 liegt. Dabei wäre das gar keine so schlechte Idee. Einfache aber frisch zubereitete kanarische Hausmannskost wird geboten, ein Tagesteller "plato del día", starker Café, eiskaltes Bier. Die Öffnungszeiten fordern dem Besitzer Durchhaltevermögen ab. Wie in kleinen spanischen Dörfern üblich, fungiert die Bar des Ortes als "Frühcafé", in dem vor der Arbeit schnell ein Café solo und ein Plundergebäck genommen wird, mittags kommen die Arbeiter der Gegend zum Tagesteller. Am Abend trifft man sich dort zum Plaudern.

Öffnungszeiten Bar Garcia:

  • Do–Di: 6:30–21:00

  • Mi: geschlossen

Schnell gefunden.

Llanos de la Concepción liegt direkt an der FV-30 zwischen Valle de Santa Inés und Tefía. Mit dem Bus wird der Ort mit der Linie 1 aus Puerto del Rosario und Morro Jable erreicht, stündlich aus beiden Richtungen.


Playa y Barranco de los Mozos – Tablero del Golfete.

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Playa y Barranco de los Mozos – Tablero del Golfete.

Der Tablero del Golfete trennt den Barranco de los Mozos und den Barranco del Valle. Am Ende des Barranco de los Mozos hat das Wasser über Jahrtausende eine interessante Bucht mit Kiesstrand gefräst, den Playa de los Mozos. Spektakulär liegt die Bucht an windigen Tagen mit vielen vorgelagerten Klippen in der Brandung. Massive Wellen laufen an und brechen schäumend. An ruhigen Tagen kann das Wasser auch spiegelglatt und türkisfarben schimmernd sein.

Die Bucht zu besuchen oder zu erwandern ist ein Erlebnis. Wer sich für Geologie interessiert, bekommt in der Bucht einen wunderbaren Schnitt durch das westliche Inselprofil. Lagen verschiedener Lavaströme stapeln sich und Sedimentschichten. Der Playa de los Mozos ist fast immer einsam. Natur pur, beeindruckende Landschaft. Nur am Wochenende kann einmal ein Einheimischer getroffen werden.

Insider Tipp

Birdwatching um Llanos de la Concepción – zum Embalse de Los Molinos.

Generell ist die Gegend um Llanos de la Concepción bei Zugvögel ein beliebtes Revier. In der brach liegenden alten Kultur-Landschaft und den alten Steinmauern lässt sich gut brüten. Wasser gibt es auch genug. Streift keine Katze umher oder sind eingeschleppte Atlashörnchen, eine wahre Plage und Schädlinge aus der Familie der Ratten, in der Gegend, gibt es ausser dem Mäusebussard kaum natürliche Feinde. Ein besonders gutes Beobachtungsgebiet für Birdwatcher ist das Embalse de Los Molinos. Dort betreibt die ornithologische Gesellschaft der Kanaren auch eine kleine Beobachtungsstation.

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