Aguas Verdes – ruhig und entlegen, interessante Küste.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Aguas Verdes ist eines der typischen Bauprojekte Fuerteventuras, das einen sprachlos macht. Ins absolute Nirgendwo ohne jegliche Infrastruktur wurde eine Siedlung gebaut, die man hoffte an vermögende Rentner zu verkaufen, die dort ihren sonnigen Lebensabend verbringen würden. Aguas Verdes ist schon schwer zu finden, Touristen kennen es nicht, kein Bus weit und breit und wer etwas einkaufen will und ist es nur eine Flasche Wasser, hat eine lange Fahrt vor sich. Ganz zu schweigen von einem Arzt, der ist noch weiter weg. Die Strände der Küste um Aguas Verdes sind zwar schön, aber wild, schwer zugänglich, mehr durch klettern zu erreichen, das Baden lebensgefährlich. So hat Aguas Verdes, ausser 300 Tage Sonne, alles das, um es absolut nicht als Alterssitz zu wählen. Und so dämmert Aguas Verde als Geisterstadt dahin. Träumer versuchen noch Immobilien anzupreisen und jene, die in einem Wahn sich eine solche gekauft haben, versuchen sie über AirBnB zu vermieten. Erfolglos.

Abgesehen davon, dass es wohl keinem Rentner in den Sinn kommt dort freiwillig seinen Lebensabend zu verbringen, ist die Küste um Aguas Verdes wunderbar, wild, naturbelassen und sie sollte unbedingt besucht werden. Aguas Verde liegt am mächtigen Barranco del Valle, der am Strand Playa del Valle aka Playa Valle de Santa Inés ins Meer mündet. Dort liegen auch einige alte Fischerhäuser. Eines versuchte sich kurz erfolglos als Restaurant, als Aguas Verdes gebaut wurde. Es wurde fest an Tourismus geglaubt. Das Haus ist mit Tauwerk und andern Utensilien des Container Schiffes “Júcar” geschmückt, das sich in Seenot geraten in die Bucht des Playa Valle de Santa Inés rettete. Am 21. Dezember 1984 war das. Lange lag es dort, bis es mit EU Mittel abgewrackt wurde. Bei Ebbe sieht man noch den Motorblock des Schiffes am nördlichen Teil der Bucht aus dem Wasser ragen. Der blieb zurück. Die Bewohner von Valle de Santa Inés freuten sich über das Weihnachtsgeschenk. Waren die Container doch Strandgut und so konnte man sich ordentlich bedienen, denn die Container hatten interessantes geladen.

Der Tablero del Golfete trennt den Barranco del Valle, der vom Ort Valle de Santa Inés​​​​​​​ hinunter fliesst, vom Barranco de los Mozos der am Playa de los Mozos ins Meer mündet. Der Playa de los Mozos eine wilde, schöne Bucht, eine der schönsten der Insel, unberührt und immer anders. An ruhigen Tagen schimmert das Wasser türkis am Strand aus Lavakies, läuft Brandung auf, toben die Wellen und brechen sich mit imposanter Gewallt an den Klippen. Dann liegt die ganze Küste nach Norden hinauf in einem Nebel aus Gischt, in dem weit in der Ferne El Cotillo auszumachen ist.

Fährt man von Aguas Verdes weiter entlang der Küste, taucht eine kleine Bucht nach der anderen auf. Teils idyllisch, teils wild, eine Küste für Entdecker. Die Piste wird immer schlechter und nur noch mit einem 4x4 befahrbar, bis ein Schranken und Zaun den Weg versperrt. Das militärische Sperrgebiet beginnt und vier überaus schöne Strände aus feinem scharzen Lavasand, die hinter der Absperrung liegen, können leider nicht besucht werden.

Aguas Verdes Valle de Santa Inés Fuerteventura.

Geschichte – Kultur – Wirtschaft.

Über Aguas Verdes ist geschichtlich nicht viel bekannt. Die Handvoll Fischerhäuser am Playa del Valle wird es wohl schon lange geben. Wem der Grund um die Bucht gehört, ist wie so vieler Ortes nicht streitfrei. Die Anhöhen wurden, wie der amtlichen Karte zu entnehmen ist, parzelliert, aber nie bebaut. Der Eigentümer, der im Tourismusboom des arabischen Frühlings 2016 sich tatsächlich anschickte, ein Hotel dort zu errichten, musste feststellen, die Baugenehmigung ist nach über 20 Jahren verfallen und neue werden nich mehr erteilt. Aus der Traum vom Hotel. Was für ein Segen, denn eine weitere Bauruine braucht die herrliche Küstenlinie wirklich nicht. Es reicht die verlassene Urbanización Aguas Verde, die in den 1980iger an den Hang betoniert wurde. Während des ersten Tourismusbooms unterlagen Amateure dem Fehler zu glauben, man könne irgendwo etwas hinbauen und alle würden sich dann darum schlagen. Die Bauruinen belegen das Gegenteil. Trotzdem sind unbelehrbare nach wie vor zu Gange und verschandeln die Insel.

Aguas Verdes Valle de Santa Inés Fuerteventura.

Für wen lohnt der Besuch?

Die Küste um den Ort Valle de Santa Inés ist so wild und vereinnahmend, dass Aguas Verdes eigentlich gar nicht weiter negativ auffällt. Der Blick auf die Küste, wenn man aus dem Tal des Barranco del Valle kommt, ist so dominant, dass der sinnlose Schandfleck fast übersehen wird. Die Küstenlinie Südlich und nördlich von Aguas Verdes zu erkunden, ist ein Erlebnis. Einsame Buchten tauchen auf, mal sandig, mal aus Lavakies.

Südlich und nördlich vom Playa del Valle liegen herrliche Naturschwimmbecken. Seewasserbecken, die bei Flut und von der Brandung gefüllt werden. In ihnen lässt sich fantastisch baden, vor allem, wenn die Wellen über die Klippen schlagen ein abenteuerliches Erlebnis. Alleine daher lohnt sich schon Aguas Verdes zu besuchen. Die gesamte Küste ist einzigartig.

Infrastruktur.

Aguas Verdes ist ein einsamer und verlassener Küstenabschnitt. Das macht ihn so schön. Infrastruktur gibt es keine.

Schnell gefunden.

Siehe Playa del Valle.


Playa de los Mozos – der Strand der Knechte.

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Playa de los Mozos – der Strand der Knechte.

Ein eigenartiger Name, Playa de los Mozos, der Strand der Knechte. Atemberaubend wild und schön ist er. An ruhigen Tagen lockt das Wasser smaragdfarben. Tobt die Brandung, ist es lebensgefährlich in der Bucht. Wilde und ungestüme Kraft des Atlantiks entlädt sich und schafft eine Szenerie die fasziniert. Die Luft hängt voller Gischt und in ihrem Nebel ist ganz in der Ferne El Cotillo auszumachen, wenn am Tablero del Golfete hoch über der Bucht gestanden wird. Auch bis ganz in den Süden hinunter reicht die Aussicht. Die Bucht kann über den Tablero del Golfete erreicht werden. Ein gut auszumachender Pfad führt direkt an den Strand hinunter. Keine grosse Sache. Alternativ kann auch von weiter landeinwärts, wo der Barranco noch flacher ist, zum Strand hinunter gewandert werden. Auch keine schlechte Idee. Der Playa de los Mozos, kaum bekannt. Ein "joya de solapa", eines der vielen versteckten Juwelen, die auf Fuerteventura entdeckt werden können, von denen die sich aufmachen die Insel zu erkunden.

Insider Tipp

Entlegen campen – die Strände des Valle de Santa Inés.

Campingplätze im klassischen Sinn gibt es auf Fuerteventura nicht aber Stellplätze. Das wird jedes Jahr geregelt und auf der Website des Cabildos veröffentlicht. An diesen Plätzen darf eine Woche durchgehend gestanden werden. Auch an den einsamen Buchten des Valle de Santa Inés ist das möglich, z.B. am Baja del Junquillo. Der Individualist findet viele einsame Orte, die er ganz alleine für sich haben kann. Auf Fuerteventura ist das noch möglich und kostenlos obendrein.

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