Offroad – adiós wild, wild West!

Seit Ende 2017 ist alles anders – die neuen Regeln.

Die spanische Finanzkrise war gemeistert, der "arabische Frühling" überschwemmte ganz Spanien und auch besonders Fuerteventura mit Touristen. Ein Segen und Fluch zugleich. Denn vieles lief aus dem Ruder. Waren noch 2014 die Strassen auf Fuerteventura wie leer gefegt, platzte nun alles aus den Nähten. Vor allem Italiener, die nicht mehr daran glauben, das Italien je aus seiner Dauerkrise findet, entdecken Fuerteventura als ihr El Dorado. Viele Touristen, das Angebot der Insel in Sachen Gastronomie bis hin zu Dienstleistungen aber sehr überschaubar. Italiener haben bekanntlich viel für Autos und Motorräder übrig und die am liebsten wild gesteuert und so entdeckten unzählige Jungunternehmer, dass Fuerteventura eigentlich ein Offroad Paradies ist. In Naturschutzgebieten wie Jandía darf auf den unzähligen Pisten gefahren werden, ausserhalb der Schutzgebiete überall, auch im Barranco de Esquinzo, selbst extrem durch den Barranco de la Cruz zur herrlichen Bucht Puerto de la Cruz. Absolutes Fahrverbot herrscht nur in Zonen wie beispielsweise dem Vogelschutzgebiet bei Lajares.

So wurde die Idee geboren mit Buggies, Quads und Enduros die Insel in Gruppen zu zerpflügen. Die Betriebe schossen aus dem Boden und an gut gebuchten Tagen bretterte schlussendlich ein Konvoi nach dem anderen mit 20 bis 40 Quads und Buggies hintereinander z.B. durch El Cotillo Richtung Northshore, wo dann richtig Gas gegeben wurde, auch noch offroad abgebogen wurde, um die Landschaft schön kaputt zu fahren. Staub- und Benzinwolken, schlecht verbrennende billig China Motoren ohne Kat und ohrenbetäubender Lärm. Das passt nicht zur Isla tranquila und jeder Geschäftsbetreiber mit einwenig Verstand hätte wissen müssen, dass, obwohl man sich in einem legalen Graubereich bewegte, irgendwann der Riegel vorgeschoben werden würde. Kaum akzeptabel, dass eine Handvoll Halbstarker zehntausenden Anderen den Urlaub tagtäglich versauen dürfen. Dazu kam, dass man sich eigentlich durch das Selbstlenken der Kunden im Mietwagengewerbe befand und dafür keine Lizenz besass. Das Argument Touroperator zu sein da geführte Tour ein Streitfall. Das zu klären, darauf wollte das Cabildo nicht warten. So zog die Inselverwaltung den Joker der Verordnung und erliess eine scharfe Regelung und setzte dem Spuk ein abruptes Ende. Zehntausende atmeten auf, die Touroperator jammerten, hatten sich jedoch selber durch hirnloses unprofessionelles Verhalten aus dem Geschäft befördert.

Das sind nun die Regeln seit Ende 2017:

  • Betroffen sind Motorräder, Quads, Buggies, 4x4 Offroader und ähnliche Fahrzeuge.

  • Private dürfen maximal in Gruppen von 3 Fahrzeugen unterwegs sein.

  • Non Profit Organisationen wie Vereine u.ä. dürfen in Gruppen bis zu 6 Fahrzeugen unterwegs sein.

  • Gewerbliche Anbieter dürfen nur noch mit max. 10 Fahrzeugen unterwegs sein und zwar auf einer der 11 definierten Routen in einem der 4 definierten Zeitfenster und sonst nirgendwo mehr.

  • Jedes Zeitfenster einer Route darf nur einmal pro Tag von einem Veranstalter befahren werden.

  • Jeder Gewerbetreibende mit einer aufrechten Gewerbeberechtigung kann sich für Routen und Zeitslots bewerben. Gibt es mehrere Bewerber auf denselben Zeitslot und dieselbe Route entscheidet das Los.

  • Die Maximale Geschwindkeit auf Pisten und Routen ist 30 Km/h. Das gilt für alle auch Private und galt schon immer, war nur aus dem Gedächtnis der meisten Menschen verschwunden.

  • Wer sich nicht an die Regeln hält, wird mit bis zu 3.000,- Euro pro Vergehen bestraft. Kontrolliert wird von der Guardia Civil, Policia Local und dem Medio Ambiente.

  • Ab 2024 dürfen gewerbliche Touren nur noch mit Fahrzeugen angeboten werden, die einen Elektroanbtrieb besitzen.

Wer nun meint, auf der weitläufigen Insel kann das niemand kontrollieren, der irrt sich, denn schnell greift ein genervter Einwohner der Insel zum Mobiltelefon und die Guardia Civil wartet schon einen Strand weiter auf ihre Kunden. Und auch die 30 Km/h sind keine gut gemeinte Empfehlung. Schon manch einer zahlte auf der staubigen Piste nach Cofete, als er in den Rallymodus ging, eine fette "multa", da völlig unerwartet die Guardia Civil mit einer Laserpistole hinter der nächsten Kurve lauerte. Im Gegensatz zu Deutschland wird nicht diskutiert. Die Regeln die es gibt werden in Spanien eisern umgesetzt. Spanien ist nicht Italien! Die Guardia Civil legt übrigens auf Kreditkartenzahlung wert, das Gerät ist immer dabei, Bargeld schätzt man nicht.

Offroad auf Fuerteventura.

4x4, Enduro, Buggy, Quad oder doch lieber den Bultaco Stromer mit 2.000 Watt?

Nachdem das Cabildo mit den neuen Verordnungen den Touroperatoren ein Zwangskorsett verpasst hat, atmen die Einwohner, Residente und Fuerteventura Fans auf. Endlich ist dem Treiben ein Ende gesetzt. Wirtschaftlich ohnedies völlig uninteressant. Zerstörung der einzigartigen Natur, Wertschöpfung Null, feste Arbeitsplätze Null, nur Profit für ein paar Ignoranten. Gut wäre, dieses Unwesen komplett abzustellen. Warum sollen 0,1% sinnlos Vergnügungssüchtige 99,9% den Tag verderben dürfen. Die angebotenen Touren sind durch die Reglementierung uninteressant geworden. Im Buggie oder Quad über Landstrassen kurven, um dann endlich auf eine völlig uninteressante Piste abbiegen zu dürfen, um den Staub des voraus Fahrenden zu schlucken, ist nun wirklich keine Sache, für die ein normaler Mensch satte Euro hinblättert. Das Thema wird sich auf Zeit mangels Nachfrage von selber abstellen.

Ein neuer Trend macht sich breit, der zu Fuerteventura passt. Die Bultaco E-Bikes mit fetter 2.000 Watt Leistung halten auf der Insel Einzug. Verliehen werden sie leider nicht, aber Touren werden in Corralejo und Costa Calma angeboten. Wer weiss, was es heisst 500 Watt am Ergometer treten zu können dem ist klar, was 2.000 Watt bedeuten. Geräuschlos und nicht stinkend durch die einzigartige Landschaft Fuerteventuras zu fliegen, niemanden zu terrorisieren und trotzdem Adrenalin und Fun Höchstgenuss, so muss es sein und gehen auf der Isla tranquila. Das passt zu Fuerteventura, der ruhigen und schönen Insel. Jeder soll seinen Spass haben aber bei gegenseitiger Rücksichtnahme. Und nachdem 2018 vier weitere Windparks installiert wurden, kommt auch immer mehr Strom, der die Bultacos antreibt, aus dem grünen Bereich. Das ist der richtige Weg auf Fuerteventura. Umweltverträgliches und rücksichtsvolles Verhalten ohne auf Spass zu verzichten. Denn Fun und Action muss nicht auf Kosten anderer oder der Umwelt gehen!

Wer individuell ins Outback will, hat wenig Möglichkeiten Fahrzeuge zu mieten. CICAR bietet eine gute Palette an Jeeps an. Preiswert sind die verständlicher Weise nicht, dafür neu und in 1a Zustand. Im Enduro und Cross Bereich sieht es sehr schlecht aus, wenn keine geführte Tour gebucht wird. Mehr als eine 125iger ist da nicht auf der Insel zu bekommen.

Wer wirklich Offroad erleben will wie es gedacht ist, frei, individuell und abenteuerlich, der muss mit dem eigenen 4x4 oder der Enduro kommen. Mit der neuen Fähre aus Huelva von Armas ist das nun auch sehr komfortabel möglich. Offroadern wird aber vielleicht die alte Fähre von Cadíz aus mehr liegen. Das ist echtes Atlantik Abenteuer. Auf Fuerteventura angekommen, bieten sich kaum enden wollende Möglichkeiten legal Offroad Feeling in der Einsamkeit und Schönheit der Insel zu geniessen. Und dass ohne der Insel neue Wunden zuzufügen. Ein Pistennetz überzieht die Insel, Routen von Schafhirten oder alte Transportwege. Sehr wilde an der traumhaften Steilküste entlang, moderate oder einfache im Landesinneren, alte Routen in nicht mehr genützte Naturhäfen durch Barrancos, die dem Fahrer alles abverlangen. 70% des Strassenetzes von Fuerteventura ist Piste und das soll auch so bleiben. Der Offroader sollte sich die erstklassigen und preiswerten Karten des Instituto Geográfico Nacional online bestellen. Jede Piste ist zu finden, Sperrzonen sind eingezeichnet. Das Offroad Herz lässt sich auf Fuerteventura ausleben und wer ein echter Offroader und kein Halbstarker ist, respektiert Natur und Regeln, damit auch die Generation nach ihm diese Leidenschaft ausleben kann.

Offroad auf Fuerteventura.

Wem könnte das gefallen?

Fuerteventura ist ein grandioses Offroad Revier. Wer mit dem eigenen Offroader oder der Enduro kommt, wird viel Spass haben und das auf legalen Strecken. Im Rental Bereich sieht es schlecht aus, denn das Geschäftsmodell ist kein gutes. Der normale Mieter lässt mit Rental-Equipment "die Sau" raus, ist ja nicht das eigen Fahrzeug. Das trägt sich nicht.

Durch die neuen Verordnung für Tourveranstalter im Offroad Bereich, werden sich echte Offroader bei gebuchten legalen Touren mehr als langweilen. Wer sich aber einredet, Staub und Abgase der vor im Fahrenden zu schlucken und einzuatmen wäre grosses Abenteuer, dem könnte das Angebotene dennoch gefallen.

Veranstalter + mieten.

Veranstalter

Enduro Erlebnisreisen – Motorrad Donnecker GbR

Bad Sodener Str. 44a

63628 Bad Soden Salmünster

T: +49 171 8171201

Website

E-Mail

Sahara-Sports Fuerteventura S.L.U.

Calle Tres Piedras 18

35627 La Pared, Las Palmas

T: +34 66 97 97 162

Website

E-Mail


Mieten 4x4

CICAR – Canary Islands Cars

Offices:

  • Corralejo
  • Corralejo, Fährhafen
  • Puerto del Rosario, Kreuzfahrer Mole
  • El Matorral, Airport
  • Caleta de Fuste
  • Las Playitas, Playitas Resort
  • Costa Calma
  • Morro Jable
  • Morro Jable, Fährhafen

T: +34 928 822 900

Website

E-Mail


Mieten Cross

Xtreme Car Rental, S.L.

c/o Hotel Sunrise Taro Beach

35627 Costa Calma, Las Palmas

T:  +34 928 875 630

Website

E-Mail

Alternativen.

Jeder, der sich nicht an die Regeln hält, trägt einen Teil dazu bei, dass auf kurz oder lang das Offroad Vergnügen auf Fuerteventura für alle verboten werden wird. Im Eigeninteresse und jener der Community sollte sich jeder wie ein normaler Mensch benehmen. Bewusst tiefe Furchen zu fahren, sinnlos herum zu lärmen oder Müll aus dem Fenster zu werfen ist ein Verhalten hirnloser Proleten.

Der Offroader könnte auch einmal über verträglichere Alternativen nachdenken. Es muss nicht unbedingt mit der Zweitakt Cross Maschine in die einsamen Ecken der Insel gebraust werden, in denen andere gerade ihre Ruhe suchen wollen. Wer mit seiner Zweitakter so richtig Gas geben will, findet auf Fuerteventura unzählige Motocross Strecken, die gratis befahren werden dürfen und das nicht nur mit 30 Km/h. Eine liegt z.B. zwischen El Roque und El Cotillo, eine andere nahe des Gewerbegebietes Risco Pietra von Puerto del Rosario.

Auch die Elektromobilität wird immer interessanter. In Corralejo und Costa Calma finden sich Offroad Touren mit dem Bultaco E-Bike in der 2.000 Watt Ausführung. Eine ziemlich rasante Sache, ein Crossover aus Crossmaschine und Mountainbike. Und nicht zu vergessen, dem Menschen steht auch seine Muskelkraft zur Verfügung. Um das Outback zu erkunden, kann auch in die Pedalen getreten werden. Auch befriedigen und am gesündesten. Für alle.


Offroad Erlebnis – rund um den Caldera Gairía.

Offroad Erlebnis – rund um den Caldera Gairía.

Kleines Natur Abenteuer – ganz ohne neue Narben zu hinterlassen.

Auf Fuerteventura existiert ein weitläufiges und verzweigtes Pistennetz zu versteckten Buchten und Stränden, in einsame Barrancos und zu anderen Plätzen. Schon lange genutzt, bevor Touristen auf die Insel kamen. Transportwege in Naturhäfen wie den Puerto de la Cruz oder Wege, auf denen Ziegenbauern mit ihren Pick-ups unterwegs sind, um ausgerissene Ziegen zu suchen und einzufangen. Die Pisten reichen von leicht bis extrem und sind legal befahrbar. Für jene, die das Offroad Erlebnis suchen gibt es keinen Grund, neue Wunden in die Landschaft zu fahren.

Eine sehr schöne Tour ist jene rund um den Vulkan Caldera de la Gairía. Mit einem normalen Auto nicht mehr zu schaffen, auch wenn die ersten Meter so aussehen. Die Tour kann als Rundtour um den Gairía gefahren werden oder, wenn der Nachbarvulkan mitgenommen wird, als Achter. Es geht durch ein Lavafeld, vorbei an Kamelbeständen und hat es geregnet, präsentiert sich der Caldera de la Gairía mit hübschen grünen Tupfern. Danach kann noch das interessante Agua de Bueyes besucht werden. Durch den zentralen Barranco führt eine lohnende holprige Piste, vorbei an alten Farmen und Windrädern. Eine perfekte Filmkulisse.

Insider Tipp

Landschaftsverträglich – vom Istmo de la Pared an den Playa de Barlovento!

Wer vor hat Offroad auf Fuerteventura unterwegs zu sein, der sollte sich die sehr preiswerten und erstklassigen Karten des Instituto Geográfico Nacional de España besorgen, die online bestellt werden können. Auf ihnen ist jeder Hirtenpfad zu finden. Wer einen Geländewagen hat und nach Cofete will, muss nicht die Grosse Schleife über Morro Jable nehmen. Von La Pared führt eine nur mit 4x4 und ordentlich Bodenfreiheit zu fahrende Piste durch den Istmo de La Pared, befahren erlaubt und dann hinunter an den Playa de Barlovento. Der Strand darf nicht befahren werden, an der Bergseite führt jedoch eine teils holprige teils tief sandige Piste bis nach Cofete, die offen ist. Dort ist allabendlich auch der Ziegenfarmer von Cofete unterwegs, um seine Ziegen einzusammeln. Die Piste ein kleiner Geheimtipp. Der Versuchung den Strand zu befahren sollte widerstanden werden. Nur wenn die Regeln befolgt werden, werden auch dauerhaft diese Pisten geöffnet bleiben!

Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.Offroad auf Fuerteventura.