Cueva del Llano – eine Vulkanröhre wie von Menschenhand.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Die Cueva del Llano, die flache Höhle, ist eine interessante Lavahöhle oder besser gesagt Röhre. Wer sie besucht hat den Eindruck, sie wurde von Menschenhand angelegt, wirkt wie eine Röhre einer Tunnel Vortriebsmaschine. Sie entstand vor rund 1 Mio. Jahren, als der gegenüberliegende Vulkan Montaña Escanfraga ausbrach. Ein Lavastrom ergoss sich, die Aussenhaut kühlte schneller ab und wurde hart und bildete so eine "Decke", im Inneren floss die noch heisse Lava weiter und lief mangels Nachschub irgendwann leer. Zurück blieb eine rund 650 m lange Lavaröhre. Auf der Nachbarinsel Teneriffa wird eine ebensolche Röhre, die Cueva del Viento mit 17 Km die längste ihrer Art in Europa und No.5 weltweit, gefunden. Die vier längsten Lavaröhren befinden sich alle auf Hawaii von der die längste 62 Km misst.

Die Cueva del Llano wurde seit der Besiedelung der Insel von Menschen genutzt. Als die Höhle 1990, 1991 systematisch wissenschaftlich erforscht wurde, konnten in der Höhle archäologische Spuren der Majoreros gefunden werden. Nach der Conquista wurde sie als Ziegenstallung genutzt und zuletzt vom Militär als gutes Sprengstofflager. 2006 wurde die Cueva del Llano als Teil des Museumsnetzes von Fuerteventura erschlossen samt Besucherzentrum.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Erforschung wurde eine endemitische blinde Spinnenart entdeckt, die  Majorerus Randoi Rambla. Auch 2.000 Jahre alte versteinerte Reste der "Vulkanmaus", die wohl als einziges Wirbeltier vor der Besiedelung die Insel bevölkerte. Obwohl gross wie eine Ratte, wurde sie von der eingeschleppten gemeinen Hausmaus, wie wir sie heute kennen, verdrängt. Sie erwies sich als anpassungsfähiger und machte der Vulkanratte ihren Lebensraum streitig. Darwinismus pur. Rein wissenschaftlich besteht übrigens kein Unterschied zwischen Ratte und Maus. Von der Art her sind sie dasselbe. Es hat sich nur eingebürgert Mäuse ab einer gewissen Grösse, um die 15 cm, als Ratte zu bezeichnen.

Die Cueva del Llano bietet ein kleines Besucherzentrum, in dem sehr interessant die Entstehung der Höhle erklärt wird. In kleinen Gruppen mit Helm und Stirnlampe können unter Begleitung eines Führers die ersten 200 m der Höhle begangen werden. Dann ist Schluss. Das Licht würde die Spinnenart Majorerus Randoi Rambla vertreiben. So kann leider der kleine See am Ende der Höhle nicht besichtig werden.

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Für wen lohnt der Besuch?

Zu sehen gibt es in der Cueva del Llano nicht viel. Es ist eben eine lange Röhre, sonst nichts. Daher lohnt der Besuch eher für geologisch interessierte Personen, die in Natura sehen wollen, wie ein Lavastrom eine derartige Höhle geformt oder gebaut hat.

Da die Höhle mit Helm und Stirnlampe betreten wird, hat das Ganze auch etwas abenteuerliches an sich. Das könnte Kindern als Erlebnis gefallen. Die Geschichte der Höhle werden sie eher nicht verstehen, denn geführt wird in Spanisch und spanischem Englisch.

Die Führungen starten theoretisch zu festgelegten Zeiten, doch die muss man sich nicht merken. Geführt wird, wenn sich eine kleine Gruppe gebildet hat.

Infrastruktur.

Obwohl Villaverde ein kleiner, beschaulicher und netter Ort ist, gibt es ein erstaunlich grosses gastronomisches Angebot. Ob Steak, spanische Hausmannskost oder schickeres Ambiente, viel ist in dem kleinen Ort zu finden. Auch ein kleiner Tante Emma Laden ist zu finden, ein Supermarkt, Baumarkt und ein schönes Innenausstattungs und Deko Geschäft. Wer ein Mitbringsel sucht könnte dort stöbern. Interessantes gibt es zu finden, unter anderem eine grosse Auswahl an schönen, bunten Hängematten. Auch zwei Hotelbetriebe und einige Private Vermieter finden sich sowie ein mittlerweile sehr beliebtes und empfehlenswertes Yoga Retreat.

Schnell gefunden.

Die Cueva del Llano wird leicht zu finden über FV-101 erreicht, jene Landstrasse, die von Corralejo in der Inselmitte nach Süden Richtung La Oliva und Tindaya führt. Ziemlich genau 1 Km nördlich vor Villaverde geht von Corralejo kommend rechter Hand eine kleine asphaltierte Strasse ab. Dort steht auch ein grosser, weisser gemauerter Wegweiser. Beschildert geht es auf dieser Strasse noch 1,5 Km zu der Cueva del Llano.

Auch mit dem Bus ist die Cueva del Llano gut zu erreichen. Genau am Wegweiser zur Vulkanhöhle liegt eine Bushaltestelle, die von der Linie 8 (El CotilloCorralejo) bzw. Linie 7 (Puerto del RosarioEl Cotillo) bedient wird. Von da sind dann 1,5 Km zur Cueva del Llano zu Fuss zu gehen.


Aktuell wegen Gefahr eines Felssturzes geschlossen – Stand Februar 2019!

Öffnungszeiten:

  • Mi+Do: 10:00–15:00

  • Sa: 15:00–18:00

  • An Feiertagen geschlossen.

Eintritt Ausstellung ohne Führung:

  • Kostenlos


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Es ist doch eine recht ordentliche Distanz zurück zu legen und da freut sich der Wanderer, das in Lajares ein grosses und gutes gastronomisches Angebot gefunden wird. Die Tour lässt sich auch ganz ohne Auto nur mit dem Bus angehen. Sowohl der Startpunkt als auch das Ziel wird von der Linie 7 und 8 bedient.

Die ganze Tour mit Beschreibung, Karte, Höhenprofil und Bildern findet sich hier.

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