Sicasumbre – Aussichtspunkt: from coast to coast.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Der astronomische Aussichtspunkt "Sicasumbre" (447 m) wurde 2014 von der Inselverwaltung erfunden. Es wird behauptet, die Majoreros hätten dort oben den Himmel beobachtet und die Steinreste neben dem Aussichtspunkt würden Reste dieses Beobachtungspunktes sein. Das ist natürlich alles wildeste Spekulation oder man könnte es auch deutlicher als Märchen bezeichnen, mit denen Touristen eine schöne Geschichte geliefert wird, um den Aussichtspunkt spannender zu gestalten. Weder haben dort oben je ernst zu nehmende archäologische Untersuchungen stattgefunden, wie übrigens auf der gesamten Insel noch nie und die paar, kaum zu erkennenden Steinreste, können von jedem Ziegenpferch stammen. Es existiert auch nicht der kleinste wissenschaftliche Hinweis, dass dies ein astronomischer Beobachtungspunkt war. Der Sternenhimmel kann auch heute noch auf Fuerteventura, mangels Lichtverschmutzung, von fast jedem beliebigen Hügel aus bestens beobachtet werden.

Es wurde ein kleiner Weg auf den Hügel hinauf angelegt, der von einigen astronomischen Faktentafeln begleitet wird. Diese sind aber schon so ausgeblichen, das kaum noch lesbar. Sie haben auch keinerlei Bezug zum Aussichtspunkt. Auf der Hügelkuppe wurde ein halb offenes Steingebäude errichtet. Auf der Aussenmauer wurden sogar mehrere Stativhalterungen angebracht. Dort könnte ein mitgebrachtes Teleskop in den verrosteten Normköpfen recht unvorteilhaft eingeklinkt werden. Die ganze Anlage ist, wie vieles der Inselverwaltung, eine touristische Schnapsidee. Das Cabildo ist der festen Ansicht überall dort, wo grandiose Ausblicke warten, müsste irgendetwas hingebaut werden, was völlig unnötig ist und die Landschaft verschandelt. Bestes Beispiel hierzu ist auch der Mirrador Fuente de Tababaire.

Abgesehen von all dem ist der Sicasumbre ein sensationeller und aussergewöhnlicher Aussichtspunkt, denn von ihm ist sowohl die Ost- wie auch die Westküste zu sehen. Ist es klar, kann der Punta Pesebre an der Südspitze von Fuerteventura gesehen werden, der Istmo de La Pared und die herrlichen Strände von Cofete. Überhaupt wird ein grosser Teil des südlichen Zentralmassivs der Insel überschaut. Wenn der Sicasumbre etwas war, dann ein hervorragender strategischer Aussichtspunkt, um die Gegend zu beobachten und jeder Militärstratege würde dort garantiert einen Beobachtungsposten installieren. Im Süden liegt vor dem Sicasumbre noch der Montaña Cardón (694 m) in seiner ganzen Pracht. Ein wohl aussergewöhnlich profilierter Berg. Er hatte kultische Bedeutung. Auch soll der Riese Mahan an seinem Fuss begraben sein. Am Gipfel befinden sich einige Höhlen, die Grabhöhlen gewesen sein könnten. Felsritzungen wie am Montaña Sagrada Tindaya (400 m) finden sich ebenfalls. Einige Quellen entspringen am Berg wie bei der Ermita el Tanquito, zu der jedes Jahr eine Wallfahrt führt. Am Montaña Cardón (694 m) wurden übrigens auch Szenen zum Hollywood Streifen "Exodus" gedreht. Die wilden Gewitter Szenen im Regen.

Vor der Erfindung des "Sicasumbre" war die Passhöhe nur unter dem offiziellen kartografischen Namen Degollada de las Maretas (417) bekannt. Degollada bedeutet soviel wie Einschnitt, der Scheitelpunkt der FV-605. Östlich neben dem Scheitelpunkt liegt ein namenloser Hügel (446 m), den die Inselregierung "Sicasumbre" taufte, was aber keine offizielle kartografische Bezeichnung ist. Abgeleitet wurde der Name vom südwestlich gelegenen Montaña Sicasumbre (528 m) der leicht zu besteigen ist und sensationelle Ausblicke bereit hält.

Von der Passhöhe Degollada de las Maretas und von einem der diversen umliegenden Hügel können absolut grandiose Sonnenuntergänge genossen werden. Bevor die Sonne im Meer versinkt, beginnt ein filmreifes Farbenspektakel. Die erdfarbenen Hügel leuchten orange auf, das Streiflicht profiliert die Hügel Richtung Fayagua atemberaubend. Wenn die Sonne im Meer versinkt, liegen die Hügel im dunklen und die vulkanischen Flanken der umliegenden kleinen Berge präsentieren sich in einem mystischen grau grün. Wie auf einem anderen Planeten. Am Sicasumbre findet kein Sonnenuntergang statt, es ist ein Gesamtkunstwerk, das die Natur dort aufführt. Es muss erlebt werden! 

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pájara – Sicasumbre

Für wen lohnt der Besuch?

Für Liebhaber weiter Ausblicke über Fuerteventura und dramatischer Sonnenuntergänge, ist der Sicasumbre genau das Richtige. Wie schön es dort oben ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. War zu Sonnenuntergang dort oben noch vor einigen Jahren keine Menschenseele anzutreffen, die Strasse völlig ausgestorben, geniessen nun in der Hauptsaison eine Handvoll Menschen das Spektakel am Sicasumbre. In der Nebensaison ist es wie eh und je ausgestorben und ganz still. Dann ist es besonders schön.

Infrastruktur.

Die Gegend um den Sicasumbre ist völlig ausgestorben. Die Westküste Richtung Ajuy ist auch militärisches Sperrgebiet, weshalb leider vier schöne Buchten und Strände mit schwarzem Lavasand nicht zugänglich sind. Gastronomisch und um Kleinigkeiten einzukaufen bietet sich nach Norden nur Pájara an. Auf halben Weg wird die grosse Tomatenplantage Fayagua passiert. Dort können Tomaten ab Hof gekauft werden. Ein kleines Schild an der Strasse weisst darauf hin. Nach Süden ist das nächste Angebot in Costa Calma zu finden. La Pared sollte gemieden werden.

Schnell gefunden.

Die FV-605 ist die Strasse, die den Süden über die Westküste nach Norden verbindet. Sie geht später in die FV-30 über. Sie führt von Costa Calma nach La Pared und über den Pass Degollada de las Maretas (421 m) nach Pájara. Oben am Pass liegt der Aussichtspunkt Sicasumbre.


Ermita el Tanquito Montaña Cardón Fuerteventura.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Ermita el Tanquito – zur Hirtenquelle und Felskapelle.

Südlich, unterhalb des Sicasumbre, zweigt die FV-618 ab. Sie führt über den Ort El Cardón West-Ost über die Insel. Hinter dem Scheitelpunkt der FV-618, dem Degollada de las Brujas (374 m), der ebenfalls ein fantastischer Aussichtspunkt ist, geht ein Wanderweg zur Ermita el Tanquito ab. Eine Quelle, die vor rund hundert Jahren durch das schlagen eines kleinen Stollens ergiebiger gemacht wurde. Das Wasser wurde genutzt, um die heute brachliegenden Felder an der Westflanke des Motaña Cardon (694 m) zu bestellen.

Der Wanderweg führt direkt an die Gipfelflanke. Ein schöner und einfacher Weg. Wer fit ist steht in 30 Minuten an der kleinen Felskapelle Ermita el Tanquito (460 m), an der die Quelle entspringt. Zu ihr führt auch eine jährliche Wallfahrt immer am Wochenende nach dem Muttertag. Es ist ein wahres Volksfest. Gegangen wird in traditioneller kanarischer Kleidung, begleitet von Musikgruppen. An der Kapelle wird nach der Messe der ganze Nachmittag gegrillt, getanzt und gesungen.

Insider Tipp

Auf den echten Sicasumbre – grandiose Aussicht vom Montaña Sicasumbre (528 m)

Der Name für den astronomischen Aussichtspunktes wurde vom Montaña Sicasumbre (528 m) geklaut. Wer zur Küste und zwar nach Süd-West blickt, sieht auf einen stetig sanft ansteigenden breiten Berggrat, der zu einem runden Gipfel hinaufführt. Das ist der Montaña Sicasumbre (528 m), ein aus Plutonit geformtes Massiv. Im letzten Licht bei Sonnenuntergang erscheinen daher seine Flanken in einem mystischen Graugrün. Dann zeigt er seine ganze Schönheit, die bei hochstehender Sonnen verborgen bleibt.

Wer genau hinsieht erkennt eine Pfadspur. Über die kann direkt vom Parkplatz (417 m) die lediglich 111 Höhenmeter zum Gipfel aufgestiegen werden. Das Ganze ist ein Spaziergang nur die letzten 30 Höhenmeter zum Gipfel wird es unangenehm rutschig, denn überall liegt Lavakies. Daher sollte man sich sicherheitshalber von der nördlichen Steilflanke fern halten. Als Lohn gibt es einen atemberaubenden Ausblick, der jenen am touristischen Aussichtspunkt zur Gänze in den Schatten stellt. Ab und zu werden dort oben Locals getroffen, die den Sonnenuntergang geniessen. Ein absoluter Geheimtipp, der schnell zu erreichen ist. Fuerteventura liegt in den Subtropen. Die Dämmerung ist extrem kurz. Eine Stirnlampe für den Abstieg mitnehmen.

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – SicasumbreSehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Pajara – Sicasumbre