Casas de Cueva de la Negra.

Der Strand.

Wer einen genaueren Blick auf die offizielle Karte des Instituto Geográfico Nacional wirft, in denen alle originären und verbindlichen geografischen Bezeichnungen Spaniens vermerkt sind, wird feststellen, dass die Casas de Cueva de la Negra mehr als ein Strand sind, ein historisch interessanter Ort. Höhlen gibt es an dem Strand keine und so lässt der Name wohl eher darauf schliessen, dass sich Hirten, wie dies schon bei den Majoreros üblich war, in natürlich geeignete Vertiefungen und Löcher mit Lavasteinen eine Behausung gebaut hatten. Die Lavafelsen eignen sich gut, um dahinter im Windschatten in der Sonne zu liegen. Wie alt die weiss getünchten Häuser, die heute gelegentlich von ihren Bestizern als Fischerhütten genutzt werden, wirklich sind, weiss heute niemand mehr. Sicher gab es sie schon, bevor Gustav Winter begann auf der Halbinsel zu werken.

Jedenfalls muss um den entlegenen Ort für damalige Zeit rege Geschäftigkeit geherrscht haben. Einen Steinwurf entfernt sind die Casas de Salinas zu finden. Wer genau hinsieht, erkennt dort die natürliche Saline, die mit leichten Eingriffen genutzt wurde. Salz wurde auf Fuerteventura nie zum Export produziert, es diente immer nur zum Einsalzen von Fischen und für die einige Zeit bestehende Konservenindustrie. Die Ecke am Kap ist auch nicht schlecht für den Fischfang. Hier ziehen mit dem Kanarenstrom je nach Jahreszeit wertvolle Fische durch wie Sardinenschwärme, ein wichtiger Fettfisch, oder der wertvolle rote Thun. Die umliegenden Geländenamen lassen auf Schafzucht schliessen. Nördlich der Casas de Cueva de la Negra fliesst der "Barranco de Agua Oveja", das Schafs-Wasser, in den Atlantik und der Strand dort heisst Playa de las Pilas, also der Strand der Wassertröge.

Das man hier schon weit vor Gustav Winter aktiv war, darauf weisen Namen um die Casas de Salinas und Casas de Cueva de la Negra hin. Beide werden durch die Anhöhe "Tablero de Betancores" getrennt und die Senke neben den Casas de Cueva de la Negra wird als "Bajo de Betancores" bezeichnet. "Betancores", das aus dem französischen ins spanische transferierte "die Béthencourts" also die Nachfahren des normannischen Eroberers und ersten Kurzzeit-Lehensherren von Fuerteventura Jean de Béthencourt.

Die Quellen für die kartographischen Name gehen zum Grossteil auf den grossen  französischen Mathematiker und Seemann Jean-Charles de Borda zurück, der 1780 als erster das kanarische Archipel systematisch exakt und vollständig vermass und Karten erstellte. Akribisch zeichnete er alles auf und gab auch an, woher er die Namensgebung bezog. Meist segelte er einfach an die Küste und fragte die Anwohner, wie sie denn diese Klippe oder jenen Hafen nennen würden. Unglaublich, aber in seiner gestochenen Handschrift nachzulesen. Seine Manuskripte und Arbeitsbücher liegen in der alten Augustiner Universität La Laguna in Teneriffa (gegründet 1701 – zum Vergleich Göttingen 1732) auf.

Das soviel Geschichte über den Strand und um die Ecken der weiss getünchten Häuser weht, vermutet kaum ein Strandbesucher. Der Strand selber besteht aus goldgelbem Sand. Gab es mal wieder ordentlich Brandung, dann liegen perfekt oval geschliffene kleine Lavasteine kunstvoll über den Sand gestreut, manchmal sind auch gar keine da. Jeder wird den Strand anders vorfinden. Einmal herrlich sandig, dann steinig. Das hängt von den Gezeiten und dem Mondjahr ab. Einige kantige Lavastränge ziehen sich bis ins Meer, die von weichen und feinem Sand umgeben sind. Beliebte Ecke der Surfer, die am Punta Salinas Wellen abgeritten haben und sich danach windgeschützt in die Sonne legen wollen.

Die Strände Fuerteventuras: Casas de Cueva de la Negra.

Wassersport + Entspannung.

Die Casas de Cueva de la Negra sind ein Ort und Strand, um in sich zu gehen, die Gedanken treiben zu lassen, die Ursprünglichkeit der Insel zu erleben, sich selber zu erkunden. Wer an nahtloser Bräune arbeitet, findet am Playa Risco de Paso viel bessere Bedingungen. Die Casas de Cueva de la Negra sind ein Ort für die Seele und den Geist.

Wer einwenig vor oder nach dem Surfen meditieren will, an Yoga denkt oder ähnliches vor hat, dem könnte es an diesem Ort gefallen. Gleich um die Ecke, am Punta Salinas, findet sich ein einsamer und interessanter Break. Wer am Körper und Geist arbeitet und dabei keine Menschenansammlungen vertragen kann, der sollte sich den Punta Salinas​​​​​​​ und die Casas de Cueva de la Negra ansehen. Die Orte haben etwas Besonderes.

Infrastruktur.

Der Ort Puerto de la Cruz bietet zwie urige Lokale in unmittelbarer Nähe. An sonsten gibt es weit und breit nichts,

Der Weg zum Strand.

Das die Gegend um die Casas de Cueva de la Negra intensiv genutzt wurde, zeigt auch das chaotische System an Pisten, die zu ihnen führen. Wer keinen Geländewagen hat, sollte aber nur die ausgeschilderte nehmen, um nicht stecken zu bleiben. Sie wird aber nur durch einen kleinen Wanderwegweiser angezeigt (s.a. Bildergalerie), der leicht zu übersehen ist.

Rund 5 Km vor Puerto de la Cruz werden Richtung Süden zwei markante Rechtskehren durchfahren, die ein "W" bilden. Schon hier geht es zu den Casas de Cueva de la Negra ab. Wer einen Geländewagen hat, zweigt hier von der Carretera Punta de Jandía ab. "Normale" Autos fahren 500 m weiter auf der gerade nach Westen verlaufenden Piste. Dann taucht ein Miniwegweiser auf, der auf die "Cueva la Negra" hinweist. Diese Piste hinab, sie teilt sich nach wenigen Metern, man hält sich links und folgt ihr bis zur Küste und erreicht dort die  Casas de Cueva de la Negra.


GPS Position:
N 28° 04' 26,1"| W 014° 27' 19,5" 


Das Flugfeld von Jandía Fuerteventura.

Orte + Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Gehen Sie weiter – es gibt hier nichts zu sehen!

Einige Fuerteventura Besucher sind ganz besessen von den wahnwitzigen Geschichten, die um Gustav Winter erzählt werden und in den letzten Jahren in die Höhe geschaukelt wurden. Erfundenes wird aufgeschnappt, um es mit seinen eigenen Vorstellungen weiter nach oben zu dichten. Quellenangaben? Fehlanzeige! Wie das Flugfeld, das man hier um die Ecke besichtigt. Der Don Gustavo Experte hat Ju-52 Flieger vor Augen, die Nazischärgen aus Deutschland heranschaffen, die sich gerade auf der Flucht nach Argentinien befinden und auf Fuerteventura in ein U-Boot umsteigen, die im grossen U-Boot Hafen von Cofete nachts nach Linienfahrplan anlanden. Nein, das glauben wirklich viele Menschen. Das ist kein Scherz.

Am Aerodromo de Jandía steht der Sensations-Tourist leider nicht vor einem Machwerk des Don Gustavo, sondern eines Flugclubs, der es 1960 anlegte und regelmässig walzte. Die rostige Walze, die dort noch liegt, ist leider auch nur eine kanarische und keine reichsdeutsche die Adolf stiftete. Und leider hatte Don Gustavo auch nie ein Flugfeld, auf dem jemals ein Flugzeug landete. Das wahre Gräuel liegt am ersten Flugfeld der Insel in Tefía, den Franco Baracken. Dort unterhielt das Franco Regime 10 Jahre lang ein Konzentrationslager für anders Denkende, Homosexuelle und Landstreicher. Da findet sich das faschistische Erbe Fuerteventuras. Nicht in Jandía. Gehen Sie nach Tefía, da gibt es was zu sehen.

Insider Tipp

Auf zur Salzernte – das gratis Souvenir aus Fuerteventura.

Der Atlantik rund um die Kanaren ist extrem "salzig". Um die 10 Volumensprozent hat das Meereswasser. Aus einem Liter Atlantik lässt sich also im besten Fall 10 Gramm Salz gewinnen. Das ist einiges. Selber muss man da gar nicht viel machen. Überall gibt es natürliche Salinen. Küstenstreifen mit vielen kleinen Lavabecken, in denen nur bei sehr hohem Wellengang die Brandung schlägt. Dann steht dort das Wasser und kristallisiert zu Salz aus. Man muss es nur noch abholen.

Solche natürlichen Salinen findet man am Punta Salinas, am Faro del Tostón, sehr reichlich bei Los Molinos oder im Valle de Santa Inés. Dort trifft man auch zu "guten Erntezeiten" ältere Einheimische, die sich wie früher ihr Salz holen. Mit einem Glas und Löffel bewaffnet nehmen sie das Salz von den Lavafelsen und Becken. Zu Hause muss es nur noch Rest getrocknet werden. Auf Backpapier in der Sonne ausbreiten und öfter wenden oder in den Backofen, so wie es in den Salinen gemacht wird. Fertig. Meersalz enthält neben dem NaCl noch eine ganze Palette an anderen Mineralien. Vor Mikroplastik muss man keine Angst haben, denn es tritt beim teueren "Flor de Sal" auf, jenes, das in den Salinen aufschwimmt und abgeschöpft wird.

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