Durch das Gran Valle nach Cofete.

Charakteristik – Landschaft.

Der Weg durch das Gran Valle, manchmal auch "Königsweg" genannt, ist ein alter Pfad der ersten Bewohner von Cofete. Es ist die schnellste Variante nach Morro Jable zu gelangen. Der "Degollada de Cofete", der "Einschnitt von Cofete", ist mit seinen 354 m der niedrigste Übergang durch die massive Bergflanke, die Osten und Westen von Jandía trennt. Eine an den meisten stellen schwer zu überwindende Bergflanke. Sie ist Teil eines monumentalen Vulkankraters, dessen westliche Hälfte ins Meer abbrach und versank. Auf den Stränden von Cofete steht der Besucher auf dem Boden des Vulkankraters und daher führt auch die Küste kilometerweit nur wenige Meter tief auf die offene See hinaus.

Im Gran Valle wird gleich zu Beginn auf ein grosses Gehöft Namens "La Solana" gestossen. Der Jeepweg, der am Gehöft verlassen wird, führt zum Talschluss, in denen die Casas de Gran Valle liegen. Alte Ziegengehöfte mit verfallenen Ziegenpferchen. Die gesamten Barrancos der Umgebung wurden einst landwirtschaftlich intensiv genutzt. Schon die Majoreros nutzten sie für die Ziegenzucht. Überraschend sind sie nämlich sehr wasserreich, vor allem das Nachbartal des Gran Valle, dort, wo die Casas de Jorós liegen. Die Bergkette fängt die Passatwolken ein, die an ihr abregnen oder wenigstens einen guten Teil der Feuchte durch Kondensation an den Bergflanken abgeben. Daher hat Cofete auch 100 Sonnentage weniger als der Rest von Fuerteventura. So darf sich der Wanderer auch nicht wundern, wenn er vor allem am späteren Nachmittag am Ziel in Cofete von schlechtem Wetter begrüsst wird, während sonst auf der Insel stahlblauer Himmel blitzt.

Der schönste Teil der Wanderung ist natürlich der Pfad über den Pass Degollada de Cofete. Südlich neben dem 354 m hohen Pass erhebt sich markant der Berg "Fraile", der "Mönch", mit 686 m Höhe. Vom Pass hat der Wanderer einen wunderbaren Ausblick auf die kilometerlangen, unvergleichlichen Sandstrände von Cofete, die sich einsam vor dem weiten Atlantik ausbreiten.

An den Stränden angekommen, wird sich niemand des besonderen Flairs dieser Ecke der Insel entziehen können. Donnernd bricht die westliche Brandung herein, die, man glaubt es kaum, auch von Stürmen an der nordamerikanischen Küste vor New York erzeugt über den gesamten Atlantik heran gerollt sein können. Die Wellen, oft meterhoch, hüllen den Strand in ein diffuses Licht aus Gischt. Besonders bei Sonnenuntergang bricht das warme Licht der Sonne märchenhaft im feinen Wassernebel, der in der Luft hängt und kann den ganzen Strand in eine orange-rosa Wolke hüllen. Das Naturerlebnis in Cofete ist einmalig, jeden Tag, jede Stunde anders. Wer hier noch wirre U-Boot Geschichten um Gustav Winter​​​​​​​ und seine Villa erfinden muss, um diesen Ort dramatisch, aufwühlend und mystisch schön zu finden, dem mangelt es einfach massiv an Geist. 

Wandern + Trekking auf Fuerteventura: Durch das Gran Valle nach Cofete.

Die Route.

Die Tour startet am Parkplatz bzw. der Busstation Gran Valle. Ein Jeepweg führt zum Gehöft Solana. Dieser führt linker Hand weiter an das Ende des Gran Valle zu den Casas de Gran Valle hinter denen unzählige alte, meist verfallene, Ziegenpferche liegen. Der Wanderweg nach Cofete zweigt jedoch als Pfad am Gehöft Solana halb rechts ab und steigt moderat an der Nordflanke des Valle Grande an, bis das Ende des Tals erreicht ist. Sort geht es in Serpentinen hinauf zum Pass Degollada de Cofete auf 354 m.

Am Pass teilt sich der Pfad. Auf einem recht verfallenen Hirtensteig führt er rechter Hand direkt hinunter zur Villa Winter, linker Hand windet sich der Wanderweg in vielen Serpentinen südlich vorbei an der Villa Winter direkt hinunter nach Cofete, wo auch eine Busstation der Linie 111 liegt.

Anfahrt – Infrastruktur.

Am schönsten ist die Wanderung durch das Gran Valle als oneway Streckenwanderung. Seitdem es den Wanderbus der Linie 111 gibt, ist das mit Auto oder auch ganz ohne problemlos und gut möglich.

Wer mit dem Auto die Wanderung angeht, der fährt über die FV-2 durch Morro Jable Richtung Fährhafen. Bevor es hinunter zum Hafen geht, zweigt mittlerweile gut markiert die Carretera Punta de Jandía ab. Sie führt asphaltiert zum Friedhof von Morro Jable, danach geht es auf Piste weiter. Recht bald taucht rechter Hand ein kleiner planierter Parkplatz auf und ein Torbogen, der markiert den Start der beliebten Wanderung anzeigt. Die herumliegenden Glassplitter mahnen, nichts im Auto zu lassen. Seitdem die Insel immer mehr von Glücksrittern heimgesucht wird, die schnell pleite sind, hat sich das Unwesen der Autoeinbrüche in entlegenen Ecken breit gemacht.

Wer den Wanderbus 111 nimmt, steigt an der Station Gran Valle auf der offenen Strecke aus. Der Wanderbus startet in Morro Jable an der ersten Busstation im Norden am Kreisverkehr, passiert dann das Busterminal und dann geht es ab auf die Piste. Buswanderer und jene, die das Auto genommen haben, kehren beide in Cofete mit dem Bus 111 zum jeweiligen Ausgangspunkt zurück.

Infrastruktur gibt es logischer Weise auf der Wanderung keine. Cofete wartet mit einem sehr einfachen Restaurant auf. Muss nicht unbedingt sein. Für ein kühles Bier reicht es aber.

Tourdaten.

  • Entfernung: Ca. 7 Km eine Richtung.

  • Höhenmeter: Ca. 300 m im An- und Abstieg eine Richtung.

  • Dauer: Ca. 2,5 h eine Richtung.

  • Art: Streckenwanderung.

  • Beste Zeit: Früh morgens.

  • Anforderung: Leichte Wanderung, bei Hitze anstrengend.

  • Wegbeschaffenheit: Karrenweg später Bergpfad.

  • Wegmarkierung: Ja.

  • Mountainbike: Ja mit kurzen Schiebepassagen.

  • Telefonnetz: Teilweise.

  • Anfahrt mit dem Bus: Ja.

  • GPS Daten: Download GPX File

  • Karte: Mapa Topográfico Nacional de España MTN25 1099-IV + 1099-III


Punta Pesebre – der südwestlichste Punkt der Insel.

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Punta Pesebre – der südwestlichste Punkt der Insel.

Südwestlicher als zum Punta Pesebre geht es nicht mehr auf Fuerteventura. Ein kleines Hilfsfeuer warnt passierende Schiffe vor den vielen Untiefen. Exakt 98 Km sind es hinüber nach Las Palmas de Gran Canaria zum Hafen Puerto de la Luz, in den die Fähre von Morro Jable einläuft.

Noch 2015 war der Punta Pesebre nur mit einem astreinen Geländewagen zu erreichen. Die "Piste" dort hin war eher eine Übungsstrecke für hardcore Offroader. Mit dem aufkommenden Tourismusboom wurde die Piste an die südwestliche Spitze Fuerteventuras in stand gesetzt und nun schafft man es dorthin mit einem normalen Auto. Trotzdem ist es zu Sonnenuntergang dort fantastisch einsam, die Sonnenuntergänge dramatisch schön. Ein wahrer Sehnsuchtsort!

Insider Tipp

Gewusst wie – legal Campen im Naturpark Jandía.

Viel wird über das Campen auf Fuerteventura fabuliert. Jeder weiss was, aber fast keiner hat eine Ahnung. Dabei ist alles kristallklar geregelt. Campen ist nur dort erlaubt, wo Stellplätze offiziell gewidmet wurden. Die listet die Website des Cabildos taxativ. Folglich ist es überall sonst verboten. Im Naturpark Jandía ist es zum Beispiel am Punta de las Salinas oder in Cofete erlaubt und auch noch in einigen weiteren Buchten. Hier finden sich die genauen Regeln zum Thema Campen auf Fuerteventura.

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