Centro de Arte Juan Ismael – sehenswerte Ausstellungen + schöner Hafenblick.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Das Centro de Arte Juan Ismael ist das Kunstzentrum Fuerteventuras sowie die Kunstgalerie der Hauptstadt und wird von der Stadtverwaltung öffentlich-rechtlich betrieben. Es werden hauptsächlich zeitgenössische Spanische Maler von den Kanaren und von der Pensinsula sowie fotografische Kunst ausgestellt. In den letzten Jahren waren einige sehr interessante Fotoausstellungen spanischer Fotografen zu sehen.

Die Fassade des Centro de Arte Juan Ismael ist unscheinbar. Leicht läuft oder besonders fährt man daran vorbei. Die Architektur im Inneren überrascht dann doch. Modern und ganz interessant über mehrere Stockwerke. Wechselnde Ausstellungen finden sich im UG, im 1. und 2. Stock sind Ausstellungen zu sehen, die über längere Zeit installiert bleiben. Was es zu sehen gibt, wird nicht angekündigt. Der Besucher muss sich überraschen lassen. Mit Werbung hat man es nicht so.

Im Centro de Arte Juan Ismael ist der Besucher meist alleine. Einheimische scheinen sich für die ausgestellte Kunst schon gar nicht zu interessieren. Nach den Eröffnungen, die der Inselchef Marcial Morales persönlich, freundlich und volksnah unter vollzähliger Anwesenheit der Lokalpresse vornimmt, kehrt Ruhe ein. Dann laufen einem in den Räumlichkeiten nur noch selten einige Touristen über den Weg. Die Dame an der Rezeption vertreibt sich die Zeit mit dem Mobiltelefon.

Im ersten Stock befindet sich ein schöner, kleiner Aussenbalkon, von dem sich ein toller Ausblick über den Hafen von Puerto del Rosario eröffnet. Die Glastüre auf den Balkon ist natürlich verschlossen. Nebenan liegt ein Zimmer, in dem der Museumswächter, mangels zu überwachender Besucher, seine Zeit tot schlägt. Er sucht Beschäftigung und so öffnet er dem Besucher, der danach fragt, freudig und stolz die Türe zu der Aussicht, die ansprechende Hafenmotive ablichten lässt.

Der Namensgeber – zur Person des Juan Ismael.

Juan Ismael (* 19.12.1907, La Oliva, Fuerteventura – † 24.8. 1981, Las Palmas, Gran Canaria) war ein angesehener Künstler der spanischen Moderne. Seine Familie zog schon bald nach seiner Geburt von Fuerteventura nach Teneriffa, wo Juan Ismael in Santa Cruz an der "Escuelas de Artes y Oficios de Santa Cruz" lernte. Durch den frühen Tod seines Vaters musste die Kunst hinten angestellt werden. Ein Brotberuf musste her. So arbeitete Juan Ismael im Alter von 20 Jahren als Photolaborant in Las Palmas de Gran Canaria. Durch die Laborarbeit kam er in Kontakt mit der Escuela de Arte Luján Pérez in Las Palmas, die sich bis heute mit experimenteller Fotografie befasst. Inspiriert von dem künstlerischen Ambiente zog es Juan Ismael nach Bilbao, Madrid und Barcelona, wo er in die pulsierende spanische Kunstszene der 1930iger und 40iger eintauchte. Er besuchte Kurse in Keramik und Zeichnen und entwickelte sich zum Künstler, der in vielen Disziplinen zu Hause war.

Bereits mit 21 Jahren, bevor Juan Ismael noch von der Kunstszene in Bilbao, Madrid und Barcelona inspiriert wurde, hatte Ismael 1928 im Alter von nur 21 Jahren seine erste Soloausstellung im Teatro Circo de Marte Santa Cruz de Tenerife. Schon zu Lebzeiten erfuhr seine Arbeit der Moderne grosse Anerkennung. Seine Werke wurden schnell Bestandteil renommierter Sammlungen. Er selber wurde in bedeutende Kulturkreise aufgenommen wie 1935 in den ADLAN (Amigos de las Artes Nuevas), 1947 in den PIC (Pintores Independientes Canarios), und 1950 in den LADAC (Los Arqueros del Arte Contemporáneo). Im Alter von 74 Jahren erlag Juan Ismael in Las Palmas einem Herzinfarkt. In Fuerteventura ist man auf den bedeutenden Künstler, der aus dem kleinen Ort La Oliva stammt und zu internationalem Ansehen gelangte, verständlicher Weise sehr stolz.

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Puerto del Rosario – Centro de Arte Juan Ismael

Für wen lohnt der Besuch?

Das Ausstellungsprogramm ist, teilweise für die 30 tsd. Seelen Stadt Puerto del Rosario, überraschend anspruchsvoll. Ein guter Kurator ist am Werk und versucht auch anspruchsvolleres nach Fuerteventura zu bringen, was sicher nicht einfach ist. Wer Kunst interessiert ist, sollte im Centro de Arte Juan Ismael vorbeischauen.

Leider ist Werbung gar nicht die Sache der Bewohner von Fuerteventura. Das Kunstzentrum hat noch nichteinmal eine Website. Es wird wie vor Jahrzehnten darauf gesetzt, dass sich Wichtiges auf der Insel herumspricht. Das klappt auch, nur erreicht es keine Touristen. So gibt es leider kein Ausstellungsprogramm und selbst die Website des Cabildos gibt nur die Adresse des Kunstzentrums wieder. Noch nicht einmal die Öffnungszeiten finden sich dort. So heisst es einfach vorbeischauen und sich überraschen lassen oder mit dem Sunnyfuerte Feed auf dem Laufenden zu bleiben.

Infrastruktur.

Obwohl das Centro de Arte Juan Ismael am östlichen Stadtrand von Puerto del Rosario liegt, findet sich hier viel Infrastruktur. Wer nach dem Museumsbesuch Hunger verspürt, findet gleich drei Restaurants um die Ecke, die empfohlen werden können. Der Italiener Restaurante La Chica del Pomodoro, das bei Einheimischen beliebte Cangrejo Colorao und das neue, etwas hochpreisigere Fado Rock Steakhouse.

Wer Besorgungen zu machen hat, findet in den umliegenden Strassen alles von Apotheke, Tankstelle, Bäckerei, Baumarkt bis zum Schönheitssalon. Aber Achtung, das ist die Inselhauptstadt. Das Angebot richtet sich an Residente und so wird die spanische Siesta von 13:00, 14:00–17:00 Uhr eisern eingehalten. Zu dieser Zeit hat alles geschlossen, selbst das Centro de Arte Juan Ismael. Es wird gegessen und dann legt man sich aufs Ohr. Wer die Sommerhitze in der Hauptstadt erlebt, vor allem im August, wird verstehen warum.

Schnell gefunden.

Mit dem Auto wird das Centro de Arte Juan Ismael am leichtesten gefunden, wenn die breite Hafenstrasse, die Av. Reyes de España, Richtung Osten genommen wird. Erst an der Mole vorbei, an der die grossen Kreuzfahrtschiffe anlegen, an der Muelle de Cruceros und weiter bis zur Mole der Handelsschiffe. Im grossen Kreisverkehr geradeaus nicht aufwärts in die Einbahnstrasse Calle Almirante Lallermand und nach einigen hundert Metern taucht rechts unscheinbar das Centro de Arte Juan Ismael auf. Es kann sich an einem grossen Wegweiser und der Bushaltestelle, die sich dort befindet, orientiert werden. In den Seitenstrassen finden sich immer Parkplätze.

Mit dem Stadtbus, der einmal eine komplette Runde durch Puerto del Rosario fährt, ist das Centro de Arte Juan Ismael ebenfalls bequem zu erreichen. Er startet in der Estación de Guaguas Puerto del Rosario, im zentralen Bus Hub von Fuerteventura. Wer von Auswärts mit dem Bus kommt, steigt dort bequem in den Stadtbus um und dann direkt vor dem Centro de Arte Juan Ismael aus.

Auch zu Fuss, von der Innenstadt oder den beiden Hafen Molen aus, kann das Kunstzentrum schnell mit einem kleinen Spaziergang erreicht werden.

Öffnungszeiten Ausstellung:

  • Mi–Sa: 10:00–13:00 + 17:00–21:00

  • So–Di + Feiertage: geschlossen

Öffnungszeiten Administration:

  • Mo–Fr: 7:30–15:00

Eintritt:

  • Kostenlos

Website:

Centro de Arte Juan Ismael


Casa Mané La Oliva Fuerteventura.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Casa Mané La Oliva – Zeitgenössische Kunst und einwenig César Manrique.

Fuerteventura hat genau zwei permanent bespielte Kunstgalerien. Die Eine ist das Centro de Arte Juan Ismael in Puerto del Rosario, die Andere die Casa Mané, als Erbe privat geführt in La Oliva. Die eine oder andere Gallerie, die sich noch im Netz findet, hat schon lange gesperrt und auch der Kunstbereich in der Casa de Los Coroneles in La Oliva, hat mangels Interesse 2018 verkündet in ein Museum über die Geschichte Fuerteventuras verwandelt zu werden.

Die Casa Mané bietet wechselnde Ausstellungen und einige Klassiker der kanarischen Kunst wie des Künstlers César Manrique aus Lanzarote, der u.a. auf Fuerteventura den Aussichtspunkt Morro Velosa als Architekt plante oder das berühmte "Windspiel" am Playa Las Canteras auf Gran Canaria konzipierte. Ganz um die Ecke ist La Oliva von Puerto del Rosario nicht, aber mit dem Auto sind die rund 40 Km schnell zu schaffen.

Insider Tipp

La Jaira de Demian – nach der Kunst stilvoll auf Tapas!

Wer nach dem Kunstgenuss Hunger bekommen hat und mit einem gewissen Stil etwas drinken will, einige Tapas oder auch mehr mit Klasse essen will, der sollte ins La Jaira de Demian gehen. Versteckt in einer Seitenstrasse liegt es, man muss es kennen, stolpern tut niemand drüber. Demian führt die Bar, das Restaurant engagiert und locker. Braut auch noch mit zwei Freunden das einzige Bier Fuerteventuras. Na ja, genau genommen wird es in Las Palmas de Gran Canaria gebraut.

Das Angebot ist ausgesprochen gut. Nichts ist touristisch. Das Ambiente im Patio oder Gastraum freundlich und schön. Gehobene Preise für Fuerteventura, für den Mitteleuropäer preiswert.

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