Ecomuseo la Alcogida – Reise in die Vergangenheit Fuerteventuras.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Es mag verwundern, dass das Freichlichtmuseum Ecomuseo la Alcogida direkt an der Landstrasse FV-207 linker und rechter Hand liegt und bei der Besichtigung die Bundesstrasse überquert werden muss. Das liegt daran, dass die sieben Höfe nicht als Museum errichtet wurden, sondern bis in die 1970iger Jahre tatsächlich betrieben und bewohnt wurden. Mitte der 1990iger wurden die mittlerweile aufgegebenen Landwirtschaftsbetriebe vom Cabildo de Fuerteventura angekauft und nach Plänen der Universität Las Palmas originalgetreu instand gesetzt. Jedes dieser sieben Gebäude trägt einen Namen, den Namen der Familie, die diesen Hof ursprünglich bewirtschaftet hat.

Die Häuser sind in der klassischen Bauweise der Insel ausgeführt. Die Mauern aus Vulkan-Naturstein errichtet, mit Lehm verputzt und mit Ziegeln gedeckt. Eine Bauweise, die überaus robust dem heftigem Wind, dem salzigen Regen und der erbarmungslosen Sonne standhält. Deutlich besser, als alles was heutzutage auf der Insel gebaut wird. Das weisse Tünchen der Häuser kam auf Fuerteventura erst sehr spät in Mode. Üblich war die Häuser erdfarben im verputzen Lehm zu belassen. Erst als sich das Kalkbrennen in Fuerteventura als lukrativer Wirtschaftszweig entwickelte, wurden nach und nach die Häuser weiss getüncht. Jeder der konnte begann Kalk zu brennen. Man verkaufte ihn aber lieber nach Gran Canaria, Teneriffa oder Grossbritannien, als damit sein Haus zu kalken. Weit über 200 Kalköfen aus dem 19. und frühen 20. Jdh. sind auf der Insel noch zu finden. Kartografiert hat sie noch niemand.

In den Fincas kann in das für moderne Grossstädter erschreckend einfache Leben der Majoreros eingetaucht werden. Es war hart und karg. Eine besonders schöne Idee, in den einzelnen Fincas sitzen Kunsthandwerker, die Produkte aus den klassischen Erwerbszweigen wie Töpferei, Korbbinderei, Webarbeiten an historischen Webstühlen oder Tiefstickerei ausführen. Letztere war in Lateinamerika heiss begehrt. Spitzen Manufakturen entstanden auf Fuerteventura. Mit Glück kann auch beim Backen von Gofiobrot zugesehen werden und auch probiert werden. Und wer endlich eine echte schwarz-weiss gescheckte Fuerteventura Cabra vor die Linse bekommen will, der hat im Ecomuseo la Alcogida endlich die Möglichkeit dazu. Interessant auch in einer Stallung die Ochsenmühle, die Mühlenart, die Jahrhunderte lang vor der Windmühle für die Mehlproduktion Zuständig war. Eine Finca wurde zu einem kleinen Kino umfunktioniert, in dem ein sehr interessanter Kurzfilm zu sehen ist. Wie üblich hat es das Cabildo geschafft, ihn nur auf spanisch zu produzieren. Auch hier ist nicht angekommen: 80% der Touristen stammen aus UK oder Deutschland.

Das Ecomuseo la Alcogida ist ein interessanter und sehr besuchenswerter Ort. Mitzubringen ist Interesse an der Kultur und Geschichte der Insel, der Lebensweise der Menschen und einiges an Zeit. Nachdem Besuch wird man Fuerteventura als Gesamtes mit anderen Augen sehen. Eine Insel, auf der die Menschen noch in den 1970iger Jahren gleich einem Entwicklungsland lebten und gut 80% der Bevölkerung Analphabeten waren. Die Entwicklung ins Heute war rasant. Das nach so kurzer Zeit nicht alles rund läuft, verständlich. Der Entwicklungssprung in nur 50 Jahren sollte aber gewürdigt werden und das Heute und Jetzt fair bewertet werden.
 

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Tefía – Ecomuseo la Alcogida

Für wen lohnt der Besuch?

Das Ecomuseo la Alcogida ist besonders für Menschen interessant die sich für Kultur, Handwerk, Geschichte im allgemeinen, aber auch sehr speziell für die Lebensweise der Inselbevölkerung interessieren, wie sie noch in den 1970igern auf der Insel völlig normal war. Auch Kinder werden sich nicht langweilen, da in den Höfen herumgelaufen werden kann und auch Ziegen und anderes Getier in den Weilern stehen. Es ist eben so, wie auf einem Bauernhof dazumal auf Fuerteventura. Ein kurzweiliger Spaziergang durch die Geschichte. Vor allem auch interessant den Kunsthandwerkern beim Korbflechten, Tiefsticken, Weben, Töpfern oder Brotbacken über die Schulter zu schauen.

Infrastruktur.

Mit der Infrastruktur ist es in Tefía nicht weit her. Einst der Ort, der Fuerteventura per Flugfeld an den Rest der Welt anband, ist es heute recht verlassen. Seit 2018 versucht sich wieder ein Gastronom an der Bundesstrasse und hat dem alte verlassenen Restaurant wieder Leben eingehaucht. Das nächste Lebensmittelgeschäft findet sich in Antigua wie auch eine Tankstelle, interessante Gastronomie ist in Ampuyenta zu entdecken. Um die Gastronomie in Los Molinos sollte ein grosser Bogen gemacht werden.

Schnell gefunden.

Für das Ecomuseo la Alcogida bedarf es keiner Anfahrtsbeschreibung. Es liegt einfach am südlichen Ortsrand von Tefía unübersehbar links und rechts der FV-207.

Wer kein Auto zur Verfügung hat, muss nicht auf das Erlebnis verzichten. Das Meiste auf Fuerteventura kann bei einwenig Planung und wenn man bereit ist, auch ein paar Meter zu Fuss zu gehen, mit dem Bus erreicht werden. So wird Tefía wochentags dreimal täglich von der Linie 2 angefahren. Es kann direkt am Museum ausgestiegen werden. Alternativ kann auch immer in den grossen Gepäckräumen der Busse kostenlos (!) ein Fahhrad mitgenommen werden, um schnell und mühelos die "letzte Meile" zum Ziel zu überwinden. Fahrräder können überall gemietet werden.


Öffnungszeiten:

  • Di–Sa: 10:15–17:00.

  • Letzter Einlass um 16:00 Uhr.

  • So+Mo: geschlossen.

Eintritt:

  • Erwachsene | Residente: 5,00 Euro | 2,50 Euro

  • Kinder bis 12 Jahren: gratis


Embalse de Los Molinos Fuerteventura.

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Embalse de Los Molinos – "El Caudillo" schenkt Fuerteventura einen Staudamm.

Ob Kim Jong-un, Hitler oder General Franco: Alle lassen oder liessen sich gerne als Führer bezeichnen. Kim Jong-un als "Grosser Führer", so bescheiden war Fidel Castro nicht, er war der größte Führer überhaupt, der "Maximo Líder". Über ihm war kein Platz mehr. General Franco liegt im Mittelfeld. Er liess sich einfach "Anführer" nennen, "El Caudillo", volksnah eben. Für die Treue, die im Fuerteventura im Bürgerkrieg hielt, versuchte er als Dank die Insel wirtschaftlich zu entwickeln. Mit kostenlosen Arbeitskräften in Form politischer Strafgefangener, die Staudämmen, Flugfeldern, Strassen und ähnliches bauten, um die Infrastruktur zu entwickeln. Bis auf die Straflager funktionierte aber nichts richtig. Das dafür bestens.

Eines der gescheiterten Projekte ist der Staudamm Embalse de Los Molinos und die Siedlung Las Parcelas. Aus den blühenden Landschaften wurde nichts, das kennt man. Dafür wurde aus dem Embalse de Los Molinos ein Paradies für Zugvögel und Endemiten der Kanaren und für jene, die diese gerne beobachten, Birdwatcher genannt. So ist der Besuch des Embalse de Los Molinos vor allem mit Feldstecher sehr empfehlenswert.

Insider Tipp

Mitbringsel und Souvenirs – Insel und Menschen unterstützen.

Was die Kunsthandwerker, die in den Fincas des Ecomuseo la Alcogida werken, produzieren, kann gekauft werden. Korbwaren, Tiefstickerei, Töpferwaren, Webarbeiten. Wer ein sinnvolles Mitbringsel sucht, das nicht aus Asien kommt, wie das meiste auf den "Afrika Märkten" oder in den unzähligen Ramschläden, der könnte sich im Ecomuseo la Alcogida umsehen.

Er unterstütz damit direkt Menschen auf der Insel, die ansonsten kaum vom Tourismusboom profitieren. Er kauft Dinge, die vor seinen Augen mit Mühe und Können produziert werden. Das ist doch was, besonderes in unserer heutigen Zeit und sollte unterstützt werden.

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