Achtung: Morro Velosa aktuell geschlossen.

Eine der Hauptattraktionen der Insel bleibt seit Oktober 2019 geschlossen.

Morro Velosa auf Fuerteventura geschlossen.

Der Morro Velosa, das Aussichtsgebäude entworfen vom grossen Künstler César Manrique, das eine grandiose Aussicht über den Norden von Fuerteventura bietet und ein besonders sehenswertes Museum beheimatet, ist geschlossen. Seit dem Oktober 2019 ist der Schranken zur Auffahrt herunter gelassen. Erst klebte noch ein A4 Zettel mit dem Hinweis, "hoy estar cerrado", heute geschlossen. Der ist aber schon lange vom stürmischen Wind weggerissen. Jeden Tag reist eine Hundertschaft an Touristen mit dem Mietwagen an, die dann uninformiert und ratlos am Schranken zurück gelassen wird. Einige machen sich zu Fuss auf den Weg, um dann am Gipfel angekommen vor verschlossenen Türen zu stehen. Eine Meisterleistung des Tourismusbüros der Sonneninsel. Besser kann das eigene Image nicht beschädigt werden. Bei Nachfrage heisst es, das Gebäude wäre Einsturz gefährdet. Wer das Haus kennt fragt sich, ob er ein starkes Erdbeben verpasst hat. Den Touristen all das mitzuteilen, finden die Verantwortlichen nicht der Mühe wert. Lieber wird über die Thomas Cook Pleite geklagt.


Damit reiht sich der Morro Velosa in die immer länger werdende Liste jener Sehenswürdigkeiten ein, die trotz Tourismusboom und sprudelnden Steuereinnahmen geschlossen wurden. Nur ein Auszug der prominentesten Schliessungen folged: 


► Poblado de Antalayita, Siedlung der Ureinwohner nahe Pozo Negro: Seit Jahren geschlossen, Wiedereröffnung voraussichtlich nie. Auch dort ratlose Wissbegierige in der Öde des Malpais informationslos zurück gelassen.


► Casa Alta im Ort Tindaya, Dokumentationszentrum Tindaya Projekt: Und plötzlich im Herbst 2019 die Pforten sang und klanglos geschlossen. Information am Eingang: Fehlanzeige.


► Archäologiemuseum im historischen Ort Betancuria: Geplante Eröffnung um 2016. Im Sommer 2019 feierte die Presse die Eröffnung, selbst ein Bild des Cabildo Präsidenten im Museum schwirrte durch den Blätterwald. Zeitungsente, da schrieb wohl einer vom anderen ab. Auch November 2019 existiert nur ein Bau aber kein Museum. Auskunft im Büro der Stadtverwaltung: Ein Eröffnungstermin ist nicht bekannt, wird verlegen mitgeteilt.


► Cueva del Llano in Villaverde: Seit Jahren geschlossen, nur das winzige Museum ist zu spärlichen Zeiten zu besuchen. Eine Anreise dafür alleine lohnt nicht. Auch die Höhle ist wie der Morro Velosa wegen Einsturzgefahr geschlossen. Gute Idee dem potentiellen Besucher Angst zu machen. Wer hartnäckig über Jahre nachfragt, was denn die überaus solide Lavaröhre plötzlich so Einsturz gefährdet werden liess, bekommt über die Jahre ein Potpourri an Informationen geliefert: Mal ist es ein Hausbauprojekt um die Ecke, die die Lavahöhle beschädigt hat, dann ist es mal wieder ein "tremor", ein leichtes Erdbeben, zittern der Erde. Ein Wunder, dass die Höhle nach all den Vorfällen noch nicht zusammengebrochen ist. Die Majorero Höhle gleich die Strasse hinauf, scheint solider "gebaut" worden zu sein. Sie ist nicht einsturzgefährdet obwohl Produkt desselben Lavastranges. Ein Hausbauprojekt wird sich schon finden lassen, um sie zu schliessen.


Die wenigen Museen, die das Cabildo von Fuerteventura privatisieren konnte, blühen hingegen auf. Öffnungszeiten, die sich an Kunden nicht am Freizeitbedürfnis von Beamten orientieren, modernisierte Präsentation, freundliche Mitarbeiter, wechselnde Veranstaltungen, Kombinationstickets, Videos und Texte nicht nur in spanischer Sprache und mehr. Alles plötzlich binnen Monaten machbar. Herauszustreichen ist das Museo del Queso Majorero nahe Antigua oder das Salzmuseum in der alten Saline von Salinas del Carmen.


Weitere Infos:

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