Casa Alta – die Geschichte eines Herrschaftshauses.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Die Casa Alta, das hohe Haus, liegt über dem Ort Tindaya. Weder ist bekannt wer dieses schöne Haus im Kolonialstil errichtet hat, noch warum es wirklich so heisst. Beim Namen gibt es die Meinung, es würds so heissen, da es das erste zweistöckige Haus in Tindaya gewesen sei. Es könnte aber auch Casa Alta heissen, da es hoch über Tindaya errichtet wurde, herrschaftlich eben. Gebaut wurde es zwischen dem 17. und 18. Jdh. wohl von einer Person aus dem Umfeld der "Los Coroneles" in La Oliva. Die Inselkommandanten, die Platzhalter der Lehensherren, waren von grossem Wohlstand. Dieser spiegelt sich auch in der Casa Alta wieder, die für die damalige Zeit und vor allem Fuerteventura extrem luxuriös war. Zwei Stockwerke, viel Holz, ein schöner Innenhof, Holztreppen und mehr, dies alles galt als Zeichen von Reichtum

Der erste namentlich bekannte Eigentümer war Doña Nieves Manrique de Lara, Tochter von Coronel Cristóbal Manrique de Lara y Cabrera (1800-1870), der letzte Coronel des Militärregimentes in La Oliva. Nach ihm wurde das System der Coroneles von der Zentralregierung in Madrid abgeschafft, da die Coroneles Fuerteventura gleich Diktatoren beherrschten. In Zeiten der französischen Revolution begann einiges in Europa nicht mehr tragfähig zu sein. Doña Nieves Manrique de Lara, später Doña Nieves de Ponte y del Castillo, da sie den VII Marqués de la Quinta Roja, Don Diego de Ponte y del Castillo, heiratete. Ab da war sie auf Fuerteventura als "La Marquesa" bekannt.

Der Sohn von "La Marquesa" und Diego de Ponte, das einzige Kind des Paares, starb früh. So gab es keine direkten Nachfahren und "La Marquesa" vermachte in ihrem Testament die Casa Alta den Söhnen des Arztes Doctor Victor Perez González, dem Leibarzt des Coronel, aus Dankbarkeit für seine hoch geschätzten medizinischen Dienste. Die letzten privaten Eigentümer der Casa Alta waren Ángela Pérez und Felipe Machado. Das Haus verkam jedoch zunehmend, da die Instandhaltung im anspruchsvollen Klima schwer zu stemmen war und so wurde es in der Mitte des 20. Jdh. von ihnen aufgegeben. Das Cabildo de Fuerteventura beschloss die Mittel bereit zu stellen das historisch bedeutende Gebäude anzukaufen und in Stand zu setzen.

In den 2010er Jahren begannen zögerlich die Arbeiten. Das Haus zu sanieren stellte sich als nicht leicht heraus. Der massive Einsatz von Holztrammen, Decken und Böden, wie das in wohlhabenden Kreisen üblich war, erforderte einiges an Können und Mittel. Nun erstrahlt die Casa Alta wieder in neuem Glanz. Besonders die Holzkonstruktionen, die auch ähnlich in der Casa de los Coroneles zu sehen sind, verleihen dem Haus seinen Charme und Charakter.

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Tindaya – Casa Alta

Ein Loch im Tindaya – die Vision von Eduardo Chillida.

Kunst oder Schildbürgerstreich?

Derzeit wird die Casa Alta dazu genutzt, das geplante Tindaya Projekt des bereits verstorbenen Künstlers Eduardo Chillida zu promoten. Der Künstler wollte sich wohl selbst ein Denkmal setzen, in dem er im oberen Drittel des heiligen Berges Montaña Sagrada Tindaya ein Loch in den Berg sprengen wollte. Lichtschächte zum Gipfel hinauf, sollten den Himmel sichtbar machen, ein Aussichtsfenster sollte die Westküste dem Besucher präsentieren. Wer sich näher dafür interessiert, welche pseudo intellektuelle Botschaft dieses grosse Loch im Berg vermitteln soll, der bekommt in der Casa Alta einen kindlichen Erklärungsversuch bzw. finden sich unter Montaña Sagrada Tindaya weitere Details. Tatsache ist, das Cabildo de Fuerteventura ist Feuer und Flamme für das Projekt. Die ersten 18,3 mio. Euro, die von der Projektierungsgesellschaft für eine Machbarkeitsstudie als Darlehen im Namen der autonomen Provinz Las Palmas de Gran Canaria aufgenommen wurden, versickerten schon einmal erfolgreich, rapido und spurlos. Für 1,6 mio. Euro hält das Cabildo de Fuerteventura den Kopf hin. Die Projektierungsgesellschaft wurde von Amts wegen geschlossen. Der "Caso Tindaya" ist gerichtsanhängig. Die Bevölkerung läuft berechtig Sturm gegen das Projekt, da es den heiligen Berg nicht angetastet sehen will. Es wäre so, als ob Australier als Touristenattraktion ein Loch in den Ayers Rock sprengen würden.

Ob das Projekt tatsächlich kommen wird, ist mehr als zweifelhaft. Geld ist mangels EU Förderung keines vorhanden. Ein privater Investor wird gesucht, der 80 mio. Euro für das Projekt aufbringen soll und in der Folge auch noch Pacht zu zahlen hat. Ob wirklich ein derat Irrer zu finden ist, scheint völlig ausgeschlossen. Wie sollte sich ein deratiges Projekt jemals amortisieren? Da sich wohl kaum ein Tourist in der Sommerhitze aufmachen wird, über einen schmalen Pfad 200 Höhenmeter aufzusteigen, um dann ein 50 x 50 x 50 m grosses Loch zu besichtigen und dafür auch noch Eintritt bezahlt, wird sich das Projekt in die Phantastereien des Cabildos, wie auch der Mirador de los Canarios, einreihen. Selbst die Idee den florierenden Hafen Corralejo zum Ausbau des Yachthafens und der Mole zu verpachten, gelang dem Cabildo schon nicht.

Neben dem Chilliada Projekt können auch sechs "Podomorphos", die Felsritzungen der Majoreros am Berg Tindaya, von denen bisher 312 gefunden wurden, nun nur noch 306, besichtig werden. Sie wurden aus dem Berg gebrochen und werden in der Casa Alta ausgestellt. Archäologisch gesehen eine zweifelhafte Aktion. Die Heinrich Schliemann Bulldozer Methode lässt grüssen. Da der Montaña Tindaya gesperrt ist bis ein Wanderweg angelegt wurde, um den Zutritt zu steuern, ist das die einzige Möglichkeit die Podomorfos zu besichtigen.

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Tindaya – Casa Alta

Für wen lohnt der Besuch?

Wer daran interessiert ist, ein wunderschön renoviertes altes Herrenhaus im spanischen Kolonialstil zu besichtigen, der sollte die Casa Alta nicht verpassen.

Touristen, welche die Felsritzungen, die "podomorfos", der Majoreros sehen möchte, sind in der Casa Alta auch richtig. Auch jene, die sich objektiv ein Bild vom geplanten Eduardo Chillida Projekt machen möchten, um sich ihre eigene, unbeeinflusste Meinung vom Projekt zu bilden, sind in der Casa Alta richtig.

Infrastruktur.

Siehe Tindaya.

Schnell gefunden.

Die Casa Alta liegt am Südrand des Ortes Tindaya an der FV-10. Sie ist nicht zu übersehen. Von weitem blitzt das schöne Gebäude in strahlendem Weiss aus der erdfarbenen Landschaft. Davor befindet sich ein grosser Parkplatz.

Tindaya wird fünfmal täglich startend aus El Cotillo und viermal in die Gegenrichtung ab Puerto del Rosario, mit dem Bus der Linie 07 angesteuert. Um die Casa Alta zu erreichen, wird beim Gemeindeamt ausgestiegen. Von da muss 1 Km die Calle Virgen de la Caridad hinauf zur Casa Alta spaziert werden


Öffnungszeiten:

  • Wird permanent geändert.

Eintritt:

  • Gratis.


Casa de los Coroneles La Oliva Fuerteventura.

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Der grosse Bruder – die Casa de los Coroneles in La Oliva.

Wem die Casa Alta gefallen hat, der könnte gleich in die Casa de los Coroneles nach La Oliva weiter fahren. Was bei der Casa Alta an Architektur und Bauweise zu sehen ist, das wird in der Casa de los Coroneles noch einwenig schöner und grösser gefunden. Grosse Empfangssäle zum Repräsentieren mit alten Holzbolen. Dort hängen auch die Portraits aller Coroneles, so auch von Coronel Cristóbal Manrique de Lara y Cabrera.

Von der grossen Dachterrasse aus hat der Besucher einen überaus schönen Rundblick über die Gegend und Felder von La Oliva. Der Montaña Sagrada Tindaya liegt wie am Präsentierteller und auch die Fuente de Tababaire mit ihren künstlich angelegten Wasserläufen ist gut zu sehen. Zu ihr führt eine nette Wanderung.

Insider Tipp

Majorero Bar – Ziegenkäse ab Hof!

An der Westseite der Casa Alta führt die Calle Virgen de la Caridad nach Tindaya hinunter und endet an der Bar Gonzalez. Urlauber, die eine echte Majorero Bar besuchen möchte, sind dort genau richtig. Im oberen Teil, 100 m nach der Casa Alta, liegt rechter Hand der Käsereibetrieb Quesos Tindaya. Dort kann ab Hof günstig hervorragender Ziegenkäse gekauft werden.

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