Faszinierende Unterwasserwelt – Geschenk des Kanaren Stroms.

Delphine, Wale, Roter Thun, Sardinen – sie ziehen mit dem Kanaren Strom.

Dank des Kanaren Stromes sind die Gewässer rund um das kanarische Archipel ein Paradies für Meeresbewohner. Der Kanarenstrom fördert planktonreiches Tiefenwasser in höhere Lagen, die Wassertemperaturen schwanken über das Jahr nur wenige Grade. Wieviele Arten die Gewässer der Kanaren temporär und permanent beheimaten, kann nur geschätzt werden. Es sind aber jedenfalls über 500 Fischarten, dazu kommen hunderte Arten an Muscheln und Krustentieren, Schildkröten, Meeressäugern. Ein hervorragender Führer der Überblick über gut 500 der bedeutendsten Meereslebewesen in den kanarischen Gewässern gibt, samt Schildkröten, findet sich in den Buchtipps. Viele Standfische lieben die höhlenreichen Küsten aus Lavagestein, die Schutz bieten. Daher sind sie prachtvolle Reviere für Sporttaucher. Andere Fische nutzen den Kanarenstrom, wie die Schifffahrt seit hunderten Jahren, als energiesparendes Transportmittel und lassen sich mit dem Strom treiben. Der Nordost Passat streicht über die Oberfläche des Atlantiks und beschleunigt den Azorenstrom zum Kanaren Strom. Ca. am 30. Breitengrad (Fuerteventura 28.) dreht der Nordost Passat, abgelenkt durch die Coriolis Kraft, in einem weit ausholenden Bogen nach Osten und lässt so den Kanaren Strom bis in die Karibik und an die mexikanische Küste strömen. Je nachdem wie ausgeprägt der Nordost Passat bläst, kann der Kanaren Strom im Extremfall seine südlichsten Ausläufer bis an die Kapverden haben.


Mittelmeer-Mönchsrobbe.

Die Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus), die auch auf den Kanaren beheimatet war, ist das seltenste Säugetier Europas und steht kurz vor dem Aussterben. Die Restpopulation wird nur noch auf 400 Exemplare geschätzt. Kräftig zur Ausrottung der Mittelmeer-Mönchsrobbe haben die Eroberer von Fuerteventura und Lanzarote beigetragen. Kurz nachdem Jean de Béthencourt und sein Partner Gadifer de la Salle sich auf Lanzarote und Fuerteventura halbwegs sicher fühlten, startete sein Partner Gadifer de la Salle die Robbenjagd auf der Isla de Lobos (Insel der Wölfe), denn wie alte Quellen berichten, soll sie dicht mit Robben besiedelt gewesen sein. Die Robbe war ungemein wertvoll. Hochwertige Felle konnten aus ihr hergestellt werden, auch die dicke Fettschicht war sehr begehrt und für die Eroberer war Robbenfleisch reiche Proteinquelle. Von der Geldgier getrieben schaffte man es schnell, die Mönchsrobbe auf der Isla de Lobos auszurotten. Heute erinnert nur noch der Name der Insel an sie und 7 Bronzerobben, die als Kunstwerke am Playa de la Caleta aka Paso de la Orchilla am Strand "liegen". Schon ordentlich vom Sand verweht und mit Soden zugewachsen, fallen sie kaum einem Touristen auf.


Unechte Karettenschildkröte.

Richtig gut geht es der Unechte Karettenschildkröte (Caretta caretta) auch nicht, aber doch deutlich besser als der Mittelmeer-Mönchsrobbe. In der EU steht sie unter Schutz und jeder Mitlgliedsstaat in dem sie heimisch ist, muss für die Karettenschildkröte besondere Schutzzonen einrichten. Auf Fuerteventura sind das die Strände von Cofete, an denen die Karettenschildkröte ihre Eier ablegt. Nester im Sand werden eingezäunt, damit die Eier nicht zerstört werden. Obwohl die Strände um Cofete streng geschützt sind und nicht befahren werden dürfen, sieht man immer wieder Rennquads die hirnlos durch den Sand pflügen. Im Hafen von Morro Jable liegt eine Aufzuchtstation für die Caretta caretta, die auch besucht werden kann. Touristen werden recht enttäuscht sein, denn es gibt nichts zu sehen. Einige grosse Wassertanks, das war es. Es handelt sich auch um keinen Tierpark sondern um eine Zuchtstation mit knappen Mitteln und so ist man um die paar Euro Eintritt froh. Es sollte als Spende angesehen werden. Die Zuchtstation ist sehr erfolgreich. Immer wieder werden Exemplare am Strand von Cofete unter grossem Interesse der Lokalpresse ausgesetzt. Jeder Politiker vom Insel Präsidenten bis zum Gemeinde Präsident von Pájara ist anwesend, um einmal wieder in ein Foto lachen zu können.
Die Unechte Karettenschildkröte kehren zur Eiablage an die Strände zurück, an denen sie erstmals ins Wasser gingen. Wie sie das schaffen, ist nicht bekannt. Bis zu 1,2 m wird ihr Rückenpanzer gross, 110 Kilogramm werden sie schwer. Eier und Fleisch sollen hervorragend schmecken, ihr Fett war für Kosmetika heiss begehrt und aus dem Schildpatt wurden Kämme, Brillengestelle und andere Gebrauchsgegenstände hergestellt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Unechte Karettenschildkröte und ihre Heimat, den subtropischen und tropischen Gewässern, erholen kann.


Wale, Delphine, Haie.

Nahezu jede Wal-, Delphine- und Haiart zieht mit dem Kanaren Strom. Wale sind auf grosser Reise in lateinamerikanische Gewässer unterwegs und queren angetrieben vom Kanaren Strom den Atlantik. Haie und auch die seltenen Exemplare des "Carcharodon carcharias" einem Makrelenhai, der wegen seinem typisch weissen Bauch auch "Weisser Hai" genannt, sind im Kanaren Strom unterwegs. Meist männliche Exemplare, die im Gegensatz zu weiblichen kleiner sind. Sie sind auf Wanderschaft Richtung Südafrika, verlassen also beim kanarischen Archipel den Kanaren Strom und schwimmen weiter vorbei an den Kapverden nach Südafrika. Dort liegen die Laichgründe und dort leben auch weibliche Exemplare, die nach letzten Erkenntnis nicht auf Wanderschaft gehen. Das Wandern der männlichen Exemplare verhindert die Innzucht und sichert die Durchmischung der Populationen. Ein ausgewachsener Weisser Hai bringt es auf eine sagenhafte Bisskraft von 18.000 Newton. Keine noch lebende Art hat eine stärker Bisskraft.
Wer Wale, Delphine und Haie beobachten möchte, kann dies herrlichen in der Meerenge zwischen Lanzarote und Fuerteventura, der "La Bocaina", tun. Hier biegt der Kanarenstrom Richtung Amerika ab und nicht nur Schiffe nutzen die Route, um ihren letzten Stop in Santa Cruz de Tenerife einzulegen, sondern auch Meeresbewohner. Lizenzierte Walewatching Touren fahren von Corralejo auf das Meer hinaus. Die Meerenge "La Bocaina" ist in der Seefahrt gefürchtet, denn sie beherbergt tückische Untiefen, bei Normalnull nur 5 m tief, die Kilometer vor der Küste liegen können. Der Kanarenstrom und der Nordost Passat kann als "Legerwall" zum Verhängnis werden und Schiffe an den Küsten Fuerteventuras versetzen. Auch Wale, Delphine und Haie werden bei extremen Wetterbedingungen, wenn sie die "La Bocaina" durchqueren, gelegentlich abgetrieben und können nahe des Leuchtturms Faro de Tostón gesichtet werden, was bei Touristen grosse Aufregung auslöst. In der östlichen Bucht des Leuchtturms Faro de Tostón, der Caleta del Marrajo, liegen gerne Badegäste am Strand und schwimmen in ihr. Wüssten sie, dass sie übersetzt "Bucht des Makrelenhais", also Bucht des Weissen Hais, heisst, könnte dem Einen oder Anderen der Badespass vergehen. Haiangriffe auf Menschen an kanarischen Küsten sind allerdings nicht bekannt.


Portugiesische Galeere.

Die Portugiesische Galeere bzw. Carabela portuguesa (Physalia physalis) ist eine überaus schöne, wenn auch sehr unangenehme "Qualle". Eigentlich ist ihr intensiv blau leuchtender Schwimmkörper, der auch "botella azul" (blaue Flasche) genannt wird, nur Transportmittel für eine Kolonie unabhängiger Polypen, die sich zu einer Lebensgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Die Schwimmblase ist rund 15 cm gross und wer eine solche im Wasser sichtet und meint, er schwimmt in einem Sicherheitsabstand drum herum, muss schon weit ausholen, denn die Tentakeln werden bis zu 50 m lang und haben bis zu 1.000 Nesseln. Die Nesseln enthalten ein Gift, das Beutetiere wie kleine Fische tötet. Für den Menschen ist die Begegnung mit dem Gift höchst unangenehm und schmerzhaft. Die Nesseln hinterlassen auf der Haut rote Pusteln und Striemen, die wie Peitschenhiebe aussehen. Trifft es einem im Gesicht oder anderen empfindlichen Hautstellen, können Narben zurück bleiben. Wer nahe an den Lymphgefässen getroffen wird und das Gift in diese bekommt, hat ernsthaftere Probleme. Die Schmerzen dauern Stunden an, die Haut erholt sich frühestens nach zwei Tagen. Viele Geheimtipps existieren unter Surfern, wie man am besten mit dem Gift umgeht, die von abreiben mit Salzwasser bis Essig reichen. Alle machen das Problem nur schlimmer, weil so die Nesseln richtig schön in die Haut eingearbeitet werden. Die Lösung ist ganz einfach: Sofort kräftig und länger richtig heisses Wasser, so heiss es geht, über die betroffenen Stellen giessen. Das Gift ist wie bei vielen Meerestieren ein Protein Gemisch und wandelt sich ab 50 Grad um, wird wirkungslos. Dann ist der Spuk auf der Stelle vorbei. Es ist so einwenig wie beim Eier kochen. In Fuerteventura ist die Portugiesische Galeere selten aber doch zu sehen. An den schönen Badestränden der Ostküste von Costa Calma und Morro Jable so gut wie nie, denn diese liegen im Lee. Gesichtet wird sie an der Luv Seite der Insel z.B. an den Stränden von Cofete, wo sie angetrieben wird. Doch dort ist ohnehin das Baden lebensgefährlich.


Gewöhnliche Adlerrochen + Schwarze Muräne.

Der Gewöhnliche Adlerrochen (Myliobatis aquila) und die Fürst-August-Muräne oder Schwarze Muräne (Muraena augusti) fühlen sich an den Steilküsten von Fuerteventura richtig wohl. Reiche vorkommen an Muränen besiedeln die Steilküsten um Ajuy oder auch Puerto Rico, beide sehr beliebte Tauchspots. Denn überall dort gibt es unzählige grosse und kleine Höhlen, die von Muränen bewohnt werden und nur zum Jagen verlassen werden. Die Muräne zählt zu den aalartigen Fischen und ist auf Fuerteventura beliebter Speisefisch. Sehr fett, aber das lieben Majoreros, die nicht sehr figurbewusst sind. Muränen werden z.B. in Streifen geschnitten frittiert und sind mit einem eiskalten Bier ein beliebter Imbiss.
Der Gewöhnliche Adlerrochen lebt an den atlantischen Küsten und zieht jeden Taucher, auch wenn er ihn schon unzählige male gesehen hat, in seinen Bann. Denn im Gegensatz zu Rochenarten wie dem Zitterrochen, der sich haigleich stammschlängelnd fortbewegt, "fliegt" der Adlerrochen durchs Wasser. Er bewegt sich mit seinen Flossen, die eine Spannweite von 85 cm erreichen, vogelgleich durch das Wasser und zieht dabei seinen peitschenartigen Schwanz, der 1,85 m lang werden kann, nach. So elegant und faszinierend der Anblick des Adlerrochens auch ist, es sollte ein Sicherheitsabstand gehalten werden. Blitzschnell kann der Adlerrochen mit seinem Schwanz, der als Verteidigungswaffe ausgelegt ist, gezielt zuschlagen. Er enthält einen langen Giftstachel, der tiefe Wunden reisst, die im Bauch- und Brustbereich so massiv sein können, dass der Getroffene ohne sofortige Hilfe verblutet. Das Gift ist schmerzhaft aber für den Menschen nicht tödlich. Ein allergischer Schock kann jedoch auch zu letalen Folgen führen. Interessant ist, dass der Adlerrochen wie die Biene nur einmal sein Gift einsetzen kann. Der Stachel wächst nach, jedoch ohne Gift. Wie schwer die Verletzung durch einen Adlerrochen also wird hängt davon ab, ob er schon einmal zugeschlagen hat.
In Morra Jable können übrigens ganz bequem Adlerrochen beobachtet werden. Im Hafen neben der Cofradía, dort wo die Fischereigemeinschaft traditionell die Innereien der frisch ausgenommen Fische ins Wasser entsorgt, finden sich unzählige Adlerrochen ein, um sich ganz bequem richtig satt zu fressen.


Rote Thun.

Der Rote Thun (Thunnus thynnus) oder auch Großer Thun, Nordatlantischer Thun oder Blauflossen-Thunfisch ist ein mächtiger Knochenfisch, der bis zu 4,5 m lang und 650 Kg schwer wird. Auf Grund seines hervorragenden Fleisches, das auch beim Braten rot bleibt, ist er begehrter Speisefisch. Der grösste Thunfischfänger weltweit ist Spanien. 80% des gefangenen atlantischen Roten Thun geht nach Japan, wo er vor allem zu Sushi verarbeitet wird. Durch die intensive Jagd auf den begehrten Fisch steht er vor der Ausrottung. Es wurden zwar in der EU und international Schutzmassnahmen beschlossen, wie das Verbot den Roten Thun mit Netzen zu fischen und auch Fangquoten wurden verabschiedet, nur gehen Organisationen wie der WWF davon aus, dass nur ein kompletter Fangstopp den Roten Thun retten kann. Immer wieder von Monaco international eingebrachte Anträge, den Handel mit dem Toten Thun gleich Elfenbei weltweit zu verbieten, scheitern.
In Spanien, dem grössten Thunfisch Fischer weltweit, wird die Jagd auf den Roten Thun vom Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährung und Umwelt in Madrid geregelt. Auf den Kanaren waren am 26.03.2018, als das Ministerium die Jagdsaison auf den Thun eröffnete, 243 Fischerboote dafür lizenziert. Gefischt wird klassisch vom Boot mit grossen Haken. Eines dieser klassischen Thunfischboote liegt in Gran Tarajal, zwar ein Neubau aber ganz aus Holz und gehört einer der ältesten Fischereifamilien von Ajuy, deren Tochter das schöne kleine Geschäft "trecepeces" (13 Fische) im Ort betreibt. In diesem hat sie eine kleine sehenswerte Fotoausstellung installiert, in der auf historischen Aufnahmen auch das Thunfisch Angeln gesehen werden kann. Das die Verführung gross ist sich weder an Fangverbote noch an Quoten zu halten, zeigen die astronomischen Preise, die Roter Thun bei Auktionen erzielt. So wurde bei der Neujahrsauktion 2018 am weltberühmten Fischmarkt "Tsukiji" in Japan ein Roter Thun von 405 Kg für sagenhafte 270.000,- Euro ersteigert.


Goldbrassen + Atlantische Sardine.

Goldbrassen bzw. Dorada (Sparus aurata) und Atlantische Sardine (Sardina pilchardus) sind seit jeher wichtige Speisefische auf Fuerteventura. Die Sardine, mittlerweile völlig überfischt, hatte als Fettfisch ihre Hochzeit auf Fuerteventura, als die Konservenindustrie auf den Kanaren aufkam. Es konnte gar nicht genug Sardine heran geschafft werden, die auf Fuerteventura und auch in der grossen Fischfabrik am Playa de las Canteras Las Palmas verarbeitet wurde. Die Sardine ist ein überaus interessanter Fisch, schwimmt er doch synchron in grossen Formationen. Der Sinn sowohl Haie als auch Wale können sich beim Jagen immer nur auf ein Objekt konzentrieren. Der grosse Schwarm verwirrt sie. Der Schwertwal, dessen Leibgericht neben Robben die Sardine ist, müsste nur mit geöffneten Maul in den Schwarm schwimmen. Schwertwale, die im Verband jagen, haben aber andere Strategien entwickelt. So treiben sie z.B. Sardinenschwärme in norwegischen Fjorden in Buchten zusammen und schlagen dann mit der grossen Schwanzflosse massiv aufs Wasser. Daraufhin schwimmen Sardinen betäubt oder tot auf, wenn die Schwimmblase platzt und können dann einzeln von den Schwertwalen gefressen werden.
Ein weiterer begehrte Speisefisch auf Fuerteventura ist die überaus wohlschmeckende Goldbrasse, die in Küstennähe und Buchten vorkommt. Schon in der Antike pries man ihren Geschmack. Und auch die Majoreros, obwohl keine Fischer, machten Jagd auf die Goldbrasse. Sie vergifteten in Buchten das Wasser mit der Milch des kanarischen Cardon. Die Fische schwammen tot auf und konnten eingesammelt werden. Und auch beim traditionellen öffentlichen Fischessen bei der Fiesta Virgen del buen Viaje in El Cotillo, wird Dorada gegrillt, die zuvor am Leuchtturm Faro de Tostón in der Bucht Caleta del Río von der Cofradía El Cotillo gefangen wurde. Die Goldbrasse kann bis zu 70 cm lang und 17 Kilo schwer werden, so sie recht alt wird. Sie zählt zu den Papageien Fischen und wer ihr Skelett sieht weiss warum. Mit dem Schnabel kann sie selbst Muscheln brechen und fressen. Eine überaus interessante biologische Eigenschaft hat die Goldbrasse auch. Sie ist die ersten zwei Lebensjahre männlichen Geschlechtes und wird dann weiblich.


Blauer Marlin.

Einen Blauen Marlin (Makaira nigricans) zu angeln ist der Traum eines jeden Tiefsee Fischers. Der Speerfisch der knapp 4 m lang und 500 Kg schwer werden kann, ist wild und von enormer Schnellkraft. Meist macht er Jagd auf Beute in Oberflächen Wasser und schiesst dabei von unten herauf auf seine Beute, was mit einem grossen Sprung aus dem Wasser samt Beute im Maul endet. Diese Wildheit macht den Blauen Marlin so begehrt für den Sportfischer, liefert er sich doch Kämpfe die bis zu drei Stunden dauern können. Auch dem Fischer fordert das alles ab und oft kommt der Marlin auch wieder vom Haken frei. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der jagdbegeisterte Ernest Hemingway nicht nur in Afrika zu Fuss auf die Pirsch ging, sondern auch der Jagd auf den Blauen Marlin verfallen war. Wer die Novelle "Der alte Mann und das Meer" gelesen hat, die Ernest Hemingway 1951 auf Kuba verfasste, kann etwas den Reiz nachempfinden, was den stundenlangen Kampf ausmacht. Der Blaue Marlin kommt im Atlantik zwischen dem 25. und 45. Breitengrad vor. Da er als Kaltblütler die Fähigkeit beherrscht Augen und Gehirn aufzuheizen, kann er weit nach Norden vordringen. Der Blaue Marlin ist ein ausgezeichneter Speisefisch. Auch beim jährlich statt findenden International Deep Sea Fishing Contest in Gran Tarajal wird jagt auf den Blauen Marlin gemacht.


Zackenbarsch.

Der Zackenbarsch (Epinephelidae) ist einer der grössten Rifffische und lebt in tropischen und subtropischen Gewässern. Besonders wohl fühlt er sich auch um Fuerteventura, denn die Bedingungen sind dort erstklassig für ihn. Fuerteventura steht auf einer Art Sockel aus zwei erloschenen Seevulkanen und so fallen die Küsten selten steil ab. Das kommt dem Zackenbarsch entgegen, denn er hält sich am liebsten an nicht all zu tiefen Riffen auf. Taucher werden den Epinephelidae oft an der Westküste oder den riffreichen Kaps von Fuerteventura zu sehen bekommen. Die grössten bekannten Riesenzackenbarsche erreichen eine Länge von 2,7 m bei 400 Kg Gewicht. Am verbreitetsten sind jedoch Zackenbarsch Exemplare, die nur 20 bis 80 cm lang werden.

Fuerteventura Fauna – der Kanaren Strom bringt eine fantastische Vielfalt an Meerestieren.

Wale Watching im Kanaren Strom.

Wale Watching im Kanaren Strom.

"La Bocaina" – die Landenge zwischen Fuerteventura + Lanzarote.

Mit Fuerteventura verbinden viele Urlauber "nur" herrliche Strände und immer Sonne. So  verpassen sie Dinge, die sie sich daheim gerne am Flatscreen ansehen, auf Fuerteventura aber "in echt" sehen könnten. Mit dem Kanarenstrom ziehen Delphin Schulen, Wale auch weisse Haie. Letztere sind am Weg nach Südafrika zu ihren Laichplätzen unterwegs. Fuerteventuras Strände besuchen sie nicht. Wale biegen gerne mit dem Kanarenstrom Richtung Mexiko ab.

Sehen kann man die faszinierenden Meerestiere gut in der "La Bocaina", der überschwemmten Meerenge zwischen Fuerteventura und Lanzarote, denn beide Inseln waren einmal eine Einheit. "La Bocaina" ist der klassische Seeweg über Santa Cruz de Tenerife, um als letzte Station den Atlantik Ost-West zu queren. Mit den Passatwinden in den Segeln, die genau bei den Kanaren nach Westen drehen und dem Kanarenstrom unter dem Kiel, geht das flott. Und auch die grossen Wale nutzen das. Nur wenige lizenzierte Boote dürfen Wale Watching Touren anbieten. Es ist genau festgelegt, wie weit sie sich den Tieren nähern dürfen und wie lange.

Insider Tipp

Vorsicht vor der "Lapa Majorero" – die Sun Limpit kann in den Ruin führen.

Die Ureinwohner von Fuerteventura, die Majoreros, waren zwar keine Fischer, aber ganz verrückt nach Meerestieren, die sie an der Küste bei Ebbe sammelten. Ihre Nachfahren machten es ihnen Jahrhunderte nach und nun sind die Küsten im wahrsten Sinne des Wortes leer gefressen. Um noch zu retten was zu retten ist, wird das Sammeln einiger Arten horrend bestraft. Wer beim Sammeln der Sun Limpit erwischt wird, dem drohen 200.000,- bis 2 mio. Euro Strafe. Wer es nicht glaubt, kann sich die Schilder am Playa de la Turbia am Faro de Jandía ansehen.

Fauna der Insel Fuerteventura – Meerestiere der Insel und des Kanaren Stromes.Fauna der Insel Fuerteventura – Meerestiere der Insel und des Kanaren Stromes.Fauna der Insel Fuerteventura – Meerestiere der Insel und des Kanaren Stromes.Meeresbewohner von Fuerteventura – Goldbrassen bzw. Dorada (Sparus aurata).Meeresbewohner von Fuerteventura – Goldbrassen bzw. Dorada (Sparus aurata).Meeresbewohner von Fuerteventura – Goldbrassen bzw. Dorada (Sparus aurata).Meeresbewohner von Fuerteventura – Atlantische Sardine (Sardina pilchardus)Fauna der Insel Fuerteventura – Meerestiere der Insel und des Kanaren Stromes.Meeresbewohner von Fuerteventura – Portugiesische Galeere – Physalia physalis.Meeresbewohner von Fuerteventura – Portugiesische Galeere – Physalia physalis.Meeresbewohner von Fuerteventura – Portugiesische Galeere – Physalia physalis.Meeresbewohner von Fuerteventura – Portugiesische Galeere – Physalia physalis.Fauna der Insel Fuerteventura – Meerestiere der Insel und des Kanaren Stromes.Fauna der Insel Fuerteventura – Meerestiere der Insel und des Kanaren Stromes.Meeresbewohner von Fuerteventura – Unechte Karettenschildkröte – Caretta caretta.Meeresbewohner von Fuerteventura – Unechte Karettenschildkröte – Caretta caretta.Hawaii-Mönchsrobbe – Neomonachus schauinslandiMeeresbewohner von Fuerteventura – Weiße Hai – Carcharodon carcharias – Makrelenhai – Marrajo.Meeresbewohner von Fuerteventura – Gewöhnliche Adlerrochen (Myliobatis aquila).Meeresbewohner von Fuerteventura – Fürst-August-Muräne o. Schwarze Muräne (Muraena augusti).Meeresbewohner von Fuerteventura – Rote Thun (Thunnus thynnus).Meeresbewohner von Fuerteventura – Rote Thun (Thunnus thynnus).Meeresbewohner von Fuerteventura – Rote Thun (Thunnus thynnus).Meeresbewohner von Fuerteventura – Rote Thun (Thunnus thynnus).Meeresbewohner von Fuerteventura – Blauer Marlin – Makaira nigricans.Pauline, Patrick, Ernest, John, and Gregory Hemingway mit vier gefangenen Blauen Marlins im Hafen von Bimini, Bahamas, 20. Juli 1935.Fauna der Insel Fuerteventura – Meerestiere der Insel und des Kanaren Stromes: Zackenbarsche (Epinephelidae)Fauna der Insel Fuerteventura – Meerestiere der Insel und des Kanaren Stromes: Zackenbarsche (Epinephelidae)