Playa de Ajuy.

Der Strand.

Der Playa de Ajuy präsentiert sich in pechschwarzem, feinem Lavasand, der rund 250 m x 80 m misst. Davor liegen nochmal rund 150 m Atlantikwasser, bis sich die Bucht komplett zum Meer hinaus öffnet. Im Norden begrenzt die Klippe Punta del Cantil den Playa de Ajuy. An ihm liegt der sensationelle Tauchspot "La Catedral", einer der spektakulärsten von Fuerteventura. Im Süden schliesst die Klippe Punta del Batidero den Strand ab. Sein Name verrät, dass dort permanent und ungestüm die westliche Atlantikbrandung mit voller Wucht auflaufen kann: "batidero", ein permanentes Schlagen, Getöse. Ein deutsches Wort gibt es dafür nicht. Wer an einem Tag mit ordentlicher Brandung auf der Klippe steht, zu deren Flanke im Süden der Playa de las Comisianes liegt, versteht was gemeint ist.

Da um die Klippe und die Caleta Negra hervorragende Fischgründe zu finden sind, war Ajuy ein wichtiges Fischerdorf. Noch heute wird reger Fischfang betrieben und die kleinen, klassischen Fischerboote werden wie eh und je nach dem Fang an Land gezogen. Früher musste das ganze Dorf helfen, die Boote an den Strand zu ziehen, heute übernimmt das ein Elektroseilzug am nördlichen Ende des Playa de Ajuy, der am alten Zollhäuschen installiert ist. Die Methode ist aber ansonsten gleich geblieben. Es werden Rundhölzer unter die Boote gelegt, auf denen der Kiel von der Seilwinde gezogen an den Strand gleitet. Auch die Boote sind wie einst. Lediglich die Ruder sind durch einen Aussenbordmotor ersetzt. Das kleine Zollhäuschen neben der Seilwinde, war einst mit einem Zöllner besetzt. Er berechnete die Ausfuhrzölle und hob sie ein, denn für jede Tonne Kalk, der in den mächtigen Kalköfen oberhalb des Strandes und am Strand gebrannt und verschifft wurde, musste ein Exportzoll entrichtet werden. Der ging an den Lehensherren. Die Zölle für die Kalk Ausfuhr in Caleta de Fuste gingen z.B. an den Marquis von Lanzarote. Da britische Händler keine Hafenzölle für Kalk zahlen wollten, gründeten sie ihren eigenen Export Hafen, Puerto del Rosario.

Touristen kommen meist nur zum Schauen an den Playa de Ajuy, um die Cuevas de Ajuy zu besuchen und sind dann wieder dahin. Die Einheimischen hingegen lieben ihren Strand, denn er hat viele Vorteile. Die beiden Klippen und die muschelartige Form geben einen guten Windschutz ab. Wenn in Costa Calma den Touristen die Sonnenschirme um die Ohren fliegen, kann es in Ajuy ganz windstill sein. In der etwas kälteren Jahreszeit lässt sich auch bestens am Strand liegen, da sich der schwarze Lavasand stark aufheizt. Im Hochsommer kann er aber so heiss werden, dass man Schuhe braucht, um über den Strand zu kommen. Und natürlich, was bei den meisten Majoreros für einen gelungenen Strandtag fix dazugehört: An den Klippen kann hervorragend gefischt und ein üppiges Abendessen aus dem Wasser gezogen werden.

Zur Noche de San Juan, zur Sommersonnwendt, findet am Playa de Ajuy eine beliebte Fiesta statt. Sonnwendtfeuer brennen am Strand, ein Festzelt für Tanz und Musik ist aufgebaut und die vielen Imbissbuden, die bei keiner Fiesta fehlen dürfen, fahren auf und grillen allerlei, versorgen die Besucher mit "Tropi" und "Cubata", also Tropical Bier und Cuba Libre, beides wird in rauen Mengen getrunken und viel Süssem, an dem kein Canario vorbei kommt, was viele auch eindrucksvoll füllig demonstrieren.

Die Strände Fuerteventuras: Playa de Ajuy

Wassersport + Entspannung.

Am Playa de Ajuy lässt sich hervorragend in der Sonne liegen. Er ist so gross, das auch am Wochenende die Besucherzahl mehr als übersichtlich wirkt. Der sandige Strand fällt sehr seicht ins Meer ab, die beiden Klippen Punta de Cantil und Punta de Batidero halten die südwärts ziehende Strömung aus der Bucht, sodass hier eine der wenigen geeigneten Stellen der Westküste zum Baden ist. Die Bucht ist auch gut für das Seekajak oder SUP geeignet.

Am Punta de Cantil findet sich der Tauchspot "La Catedral", der jedoch nur bei entsprechend ruhiger See und von erfahrenen Tauchern getaucht werden sollte. Das Unterwassererlebnis ist vom Ambiente und dem zu entdeckenden Artenreichtum grandios.

Infrastruktur.

Direkt am Playa de Ajuy findet sich einiges an Gastronomie. Der Strand sollte am Abend nicht überstürzt verlassen werden, denn Ajuy bietet ganz ausserordentlich schöne Sonnenuntergänge. Am besten lässt er sich von einer der beiden Klippen am Strand oder in der im oberen Teil des Ortes gelegenen Bar "Puesta del Sol" – "Sonnenuntergang" – geniessen. Der Name wurde treffsicher gewählt. Neben der Bar liegt das wohl schönste Souvenirgeschäft von Fuerteventura.

Sportgeräte wie Seekajaks oder SUP oder gar eine Tauchbasis findet sich am Playa de Ajuy nicht. Auch kein Liegestuhl oder Sonnenschirm Verleih, denn das ist nur vor einigen Hotels erlaubt, da die Ursprünglichkeit der Strände erhalten bleiben soll. Eine gute Idee. Lebensmittelgeschäft hat Ajuy ebenfalls keines. Was über den Tag am Strand gebraucht wird, muss also mitgebracht werden. Bei den Kalköfen am Strand gibt es eine WC Anlage und am Parkplatz eine Süsswasserdusche.

Der Weg zum Strand.

Der Playa de Ajuy ist nicht zu verfehlen. Von der FV-605, die Pájara mit der Costa Calma verbindet, wird auf die FV-621 Richtung Ajuy abgebogen und dieser solange gefolgt, bis sie am Strand endet. Das war es. Am Strand gibt es einige Parkplätze aber zu wenige, weshalb viele Touristen oberhalb des Ortes am grossen Parkplatz parken, auf den sie gelotst werden. Einem Majorero würde es nie einfallen dort zu parken, denn nach der Arbeit hasst er nichts so sehr wie zu Fuss zu gehen.

Die Lösung ist ganz einfach und legal: Im Kreisverkehr am Ort rechts auf ein Schotterfeld abbiegen. Dort geht eine kleine Strasse hinunter zur Mündung des Barranco de Ajuy und direkt auf den Strand. Diese nehmen und dann im Barranco, der fast unbegrenzten Parkraum bietet, legal parken. Dort stehen auch öfter Wohnmobile z.B. zur Fiesta de San Juan.

Ajuy ist ausschliesslich mit der Buslinie 4 aus Morro Jable via La Pared und Pájara zu erreichen.


GPS Position:
N 28° 23' 57,4" | W 014° 09' 23,0"


Arco del Jurado Ajuy Fuerteventura.

Orte + Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Zum "Bogen des Geschworenen" – Arco del Jurado.

Der Arco del Jurado ist ein wunderschönes Naturdenkmal. Seinen eigenwilligen Namen hat er von einer alten Sitte, die im Ort Valle de Santa Inés langezeit statt fand. Für Ajuy Touristen ist der Besuch des imposanten Felsentores eigentlich Pflicht. Machen tun das interessanter Weise wenige, obwohl er bequem auch direkt mit dem Auto erreicht werden kann. Agilere Menschen nutzen den Klippenpfad vom Playa de Ajuy und wandern unschwierig zum Arco del Jurado hinüber. In 30 Minuten ist das zu schaffen und die bessere und aussichtsreichere Variante.

Das der Strand samt Felsentor, dem in der grossen Bucht auch eine perfekte Bühne geboten wird, eine ideale Filmkulisse ist, vor allem weil da durch den Barranco de las Peñas auch mit LKWs ganz leicht Equipment heran geschafft werden kann, entdeckten auch schon Location Scouts, die für Hollywood unterwegs waren, die filmreife Szenerie. So ist der Arco del Jurado auch in einigen grossen Filmproduktionen der grossen Studios zu sehen.

Insider Tipp

Historische Fotos – das harte Fischer Leben in Bildern.

Wer sich dafür interessiert, wie noch in den 1970iger Jahren und auch deutlich früher gefischt wurde, sollte unbedingt die kleine Ausstellung an historischen Fotos von Ajuy im wunderschönen Geschäft "trecepeces" ansehen. Das Geschäft wird von der Tochter einer der ältesten Fischerfamilien von Ajuy geführt, welche auch eine der wenigen Thunfischlizenzen besitzt. Zur offiziellen Fangzeit wird mit einem zwar neuen, aber in klassischer Holzbauweise gefertigten Thunfisch Boot aufs Meer hinaus gefahren, das in Gran Tarajal liegt. Der rote Thun ist enorm wertvoll und vor dem Aussterben bedroht und darf nur klassisch vom Boot mit dem Haken geangelt werden. Netze sind verboten. In 2018 wurden in Gran Tarajal lediglich um die 20 rote Thun aus dem Wasser gezogen, die allesamt sofort nach Japan weiter verkauft wurden. Spanien ist der grösset Thunfisch Fischer weltweit, Japan der grösste Konsument.

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