Playa de Garcey.

Der Strand.

Der Playa de Garcey erlangte auf Fuerteventura Berühmtheit, da dort das als Atlantik Luxusliner konzipierte Schiff American Star bei einer Sturmflut am 18. Januar 1994 auf einer Klippe manövrierunfähig auflief und am folgenden Tag am 19. Januar 1994 auseinander brach und aufgegeben wurde. Es liegt auf N 28° 20ʹ 45ʺ | W 014° 10ʹ 50ʺ, also genau genommen vor dem Playa de Vigocho und nicht vor dem Playa de Garcey. Vom Playa de Garcey liess es sich aber schöner fotografieren. So wurde und wird das Wrack der American Star nicht am Playa de Vigocho verortet. Mittlerweile ist das auch egal, weil im Frühling 2008 verschwand es ganz unter der Meeresoberfläche. Ein guter Geschäftszweig ist dahin, denn jeden Tag rollten Kleinbusse an, um Touristen das Wrack zu zeigen. Nun ist es wieder ganz ruhig und einsam am Playa de Garcey und so schön auch die schnittige American Star als Fotomotiv posierte, ohne die vielen Touristenbusse ist es doch um einiges angenehmer an der herrlichen und einsamen Küste.

Das Fundament des Playa de Garcey besteht aus Sand. In vielen Teilen ist davon kaum etwas zu sehen, denn die fast immer laufende Welle schaufelt unermüdlich Lavakies an den Strand. Soviel, dass im südlichen Teil des Strandes schon ein mächtiger Wall entstanden ist, der die Flut abhält. Daher parken hier gerne im Hochsommer Wohnmobile. Im nördlichen Teil tut sich ein Felsentor in einer Lavaklippe auf. Es gehört mit dem Punta de Guadelupe in La Pared und Arco del Jurado bei Ajuy zu den schönste Felsentoren auf Fuerteventura. Felsentore sind übrigens gar nichts seltenes. Wer mit einem Schiff die westliche Steilküste von Fuerteventura hinunter fährt, wird einige von ihnen entdecken. Die meisten sind aber von Land aus schwer auszumachen oder besonders schwer zu erreichen. Daher sind sie touristisch nicht bekannt. Das Felsentor am Playa de Garcey ist bei Ebbe und wenig Brandung gut zu erreichen und eignet sich optimal für ein ausgefallenes Urlaubsfoto. Bei starker Brandung sollte man sich vom Tor fern halten. Jedes Jahr werden auf den Kanaren einige unvorsichtige Touristen von einer Klippe in den Tod gerissen.

Die Strände Fuerteventuras: Playa de Garcey

Wassersport + Entspannung.

Die meiste Zeit ist der Atlantik vor dem Playa de Garcey wild. Nicht umsonst sank der Liner American Star vor ihm. Eine schöne Welle bricht vor dem Strand, die zu einem mächtigen Break anwachsen kann. Der Spot ist fest in der Hand der Locals, die sie übrigens sehr ungern mit Touristen teilen. Für Anfänger ist der Spot ohnedies nichts. Er erfordert nicht nur technisches Können, sondern auch das mentale Rüstzeug an so einem Spot zu surfen. An diesem entlegenen Strand auf sich alleine gestellt in das Lineup hinaus zu paddeln, durch die ersten mächtigen Sets und das noch bei einer äusserst starken Südströmung, ist nicht mehr ohne. Wem es am Playa de Garcey dann doch zu unheimlich wird, der findet am Spot am Playa del viejo Rey eine gute Alternative für Einsteiger oder Intermediates.

Badegäste sollten sich von etwaigen Surfern, die auf ihren Brettern treiben und auf eine Welle warten, keinesfalls motivieren lassen auch einwenig hinauszuschwimmen. Ohne Surfbrett unter sich, wird das garantiert zum Himmelfahrts-Kommando. Besser windgeschützt in der Sonne liegen oder einen herrlichen Strandspaziergang an der Küste zu machen. Das ist am und um den Playa de Garcey besonders schön.

Infrastruktur.

Infrastruktur gibt es am Playa de Garcey natürlich keine. Pájara ist nicht weit entfernt. Dort kann im schönen Patio der Casa Isaita gemütlich der Nachmittag verbummelt werden, zwei kleine Lebensmittelgeschäfte sind auch zu finden selbst eine Apotheke. Die nächste Tankstelle findet sich erst in Tuineje.

Der Weg zum Strand.

Auf der Küstenpiste vom Abzweig zum Playa de la Solapa exakt 3 Km der Piste folgend wird auf den Barranco de Garcey gestossen. Dort in den Barranco abbiegen und 200 Meter Richtung Westen der Piste zur Küste folgend wird der Playa de Garcey erreicht.

Wer auf die aufwärtsführende Piste, also nach Osten, abzweigt, steht nach 300 Metern vor einem Zaun und einem Schild, welches darauf hinweist, dass ab hier militärisches Sperrgebiet ist. Wer keinen Ärger will, sollte das beachten. Gefährlich wird es hinter dem Schild obendrein, da auch mit Übungsmunition trainiert wird.


GPS Position:
N 28° 20' 46,2" | W 014° 10' 39,5"


Kirche von Pájara Fuerteventura.

Orte + Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Aztekisch und arabisch – eine wilde Mischung die Kirche von Pájara.

Wer an den Stränden von Pájara ist, sollte auch einwenig Zeit investieren, das nette Städtchen Pájara zu erkunden. Die Kirche und vor allem das Fries am Eingang, zieht Touristen magisch an. Da die Menschen auf Fuerteventura viel Zeit haben, erfinden sie gerne Geschichten. So heisst es, das Fries stamme aus Lateinamerika, seltsame Wege fand es auf die Insel. Schönes Märchen. Das Fries ist eine kanarische Steinmetzarbeit, die sich auf Grund der engen Verstrickungen der Kanaren mit Lateinamerika an einem aztekischen Vorbild orientierte. Irgendwas muss dem Steinmetz ja einfallen, wenn er den Auftrag erhält, ein Fries zu hämmern. Am einfachsten, es wird einfach eine Vorlage nachgemacht. Heute würde man sagen: Eine klare Copyright Verletzung.

Nicht minder interessant ist die Holzdecke der Kirche, die kaum jemand beachtet. Sie ist im Mudéjar Stil wie in Betancuria oder La Oliva ausgeführt. Mauren, die aussergewöhnliche Handwerkskunst auf die iberische Halbinsel brachten und deren arabische Fachausdrücke noch fester Bestandteil der spanischen Handwerker Sprache sind. Nach der Reconquista Spaniens gingen viele Mauren ins heutige Marokko und wirkten von da auf die Kanaren herüber. Geschichte ist spannend. Es müssen gar keine Räubergeschichten erfunden werden.

Insider Tipp

Bar El Naufragio Puerto del Rosario – Nostalgie, es war einmal.

"El Naufragio", der Schiffbruch, das ist eine Bar in Puerto del Rosario, die komplett aus Teilen der American Star zusammen gebaut war. Sogar die Türen zum WC waren aus dem Atlantik Liner abmontiert. Überall hingen Teile der American Star, selbst Fenster waren aus Bullaugen gearbeitet. Ein tolles Ambiente. Der Eigentümer schwamm immer wieder todesmutig zur American Star hinüber und trug so die Bar zusammen. Viele ertranken dabei, er nicht. Alles legal, Strandgut eben, es wurde mit Leinen durch das Wasser an den Strand gezogen. Das Ergebnis war eine Bar, wie sie besser nicht nach Puerto del Rosario gepasst hätte.

Es sprach sich bei Touristen herum, was dem Eigentümer hier gelungen war, denn die Bar fand Erwähnung in allen gängigen Reiseführern. Und da diese alle voneinander abschreiben, war sie bald in aller Munde. Und dass, obwohl das "El Naufragio" in einem völlig unscheinbaren Randbezirk von Puerto del Rosario liegt, der nie einen Touristen sieht.

Aber "money rules the world", Zeit Kasse zu machen. Der Besitzer verkaufte nach der Wirtschaftskrise zu gutem Geld. Der neue Besitzer begann die begehrten Teile der American Star zu verkaufen, um die Investition rein zu bringen und ruinierte sich damit das Ambiente. Nun ist es eine nichtsagende Kneipe, in einem nichtssagenden Viertel. Reiseführer loben sie heute noch als einzigartig. Es dürfte sie wohl keiner der Schreiberlinge je besucht haben, zumindestens seit einigen Jahren nicht mehr.

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