Playa de Vigocho.

Der Strand.

Der Playa de Vigocho ist der letzte Strand, der nördlich des militärischen Sperrgebietes zugänglich ist. Die drei folgenden Strände, die Playas Negras, die wie der Name schon verrät aus schwarzem Lavasand geformt sind, sind leider nicht zugänglich.

Würde nicht eine 36 m hohe Klippe, ein Ausläufer des Montaña de Vigocho der es auf 178 m bringt und schon im Sperrgebiet liegt, existieren, dann wäre der Playa de Garcey und der Playa de Vigocho eine Einheit. Dieser Ausläufer der weit über die Klippe hinaus ins Meer führt, wurde auch der American Star final zum Verhängnis und riss deren Rumpf auf. Nun liegt die American Star vollständigen gesunken irgendwo links und rechts auseinander gebrochen neben dem Riff.

Der Playa de Vigocho ist aus schönem, feinem Sand und erstreckt sich über 200 Meter Länge. Wenn nicht der Barranco de Vigocho immer wieder bei heftigen Regenfällen Geröll auf den Strand transportieren würde, wäre er perfekt. Nur so ist das einmal an sogenannten "Naturstränden" wo niemand "aufräumt".

An der nördlichen Klippe liegt eine kleine Höhle, welche die Brandung des Atlantiks in die Küste geschlagen hat. Die gesamte Anordnung ist recht obskur. "Ungeschichtete pyroklastische (vulkanitische) Gesteine, auf denen geschichtete Strandsedimente abgelagert sind, nach teilweiser Erosion der Pyroklastika. Die Sedimente lagen ursprünglich horizontal, wurden wohl später tektonisch verkippt." *) Auch wenn viele glauben, die Kanaren würden geografisch zu Afrika gehören, so ist das gänzlich falsch. Sie sind ein isolierter Teil der atlantischen Platte, die beim Kontinentaldrift nach und nach aus dem Meer gehoben wurden und äusserst komplex aufgebaut sind. Der Vulkanismus entstand erst nach den ersten Hebungen.

Der Playa de Vigocho ist ein ruhiger Ort. Natur pur, Entspannung kommt auf, wenn er betreten wird. Die umschliessenden Klippen machen ihn gemütlich, vermitteln Geborgenheit, hoch genug, um den Wind zu fangen, niedrig genug, um nicht bedrohlich zu wirken. Die symmetrische Bucht vermittelt Harmonie. Es gibt Orte, die werden intuitiv als angenehm empfunden, nicht auf Grund esoterischen Hokuspokus, sondern wegen der als angenehm empfundenen Gestalt. Der Playa de Vigocho ist so ein Ort. Besuch sehr lohnend ganz besonders bei Sonnenuntergang!

*) Fotoanalyse des geschätzten Dr. Josef Nievoll, Geologe.

Die Strände Fuerteventuras: Playa de Vigocho

Wassersport + Entspannung.

Ist nicht gerade August, kann in aller Ruhe in der Sonne gelegen werden, ohne dass eine Menschenseele stört. Der Sandstrand fällt sehr flach ins Meer ab. Wie aber an der gesamten Westküste ist auch hier Vorsicht geboten. In die Bucht hinaus zu schwimmen ist wegen den Strömungen, die entlang der Küste laufen und sich vor allem an Klippen verstärken, absolut nicht zu raten. Wer gedenkt in der Bucht zu baden, sollte etwas von Brandung, Unterströmungen und dem Tidenhub des Atlantiks, der in Fuerteventura über drei Meter betragen kann, verstehen. Dinge, die zu tödlichen Fallen werden können.

Infrastruktur.

Im gesamten Küstengebiet gibt es keinerlei Infrastruktur. Die nächsten Lebensmittelgeschäfte und etwas Gastronomie ist in Pájara zu finden.

Der Weg zum Strand.

Um zum entlegenen Playa de Vigocho zu gelangen, wird am Abzweig zum Playa de la Solapa 3,6 Km der Küstenpiste weiter nach Süden gefolgt. Sie führt direkt in den Barranco de Vigocho an den Playa de Vigocho.

500 m östlich über dem Playa de Vigocho und Playa de Garcey liegt bereits das militärische Sperrgebiet. An Pisten die nach Osten führen sind Zäune und Warntafeln platziert. Die Piste, über die man den Playa de Vigocho erreicht hat, führt unterhalb des Sperrgebietes noch weiter nach Süden, ist aber nur noch mit einem 4x4 Fahrzeug zu schaffen. Nach 3 Km ist dann endgültig Schluss. Die Küstenlinie ist nun auch Sperrgebiet und die drei Strände aus schwarzem Lavasand sind leider verbotene Zone. Aber irgendwo muss das Militär ja auch für unsere Sicherheit trainieren können.


GPS Position:
N 28° 20' 41,9" | W 014° 10' 45,1"


Kartbahn El Cardón Fuerteventura.

Orte + Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Nach El Cardón – Europas längste Kartbahn.

Vom Abzweig der FV-605 zu den Stränden von Pájara, ist die Kartbahn von El Cardón in nur 18 Km zu erreichen. Hinter dem Aussichtspunkt Sicasumbre wird ein kaum befahrener aber landschaftlich wunderschöner Shortcut, die FV-618, über den kleinen Pass Degollada de las Bujas nach El Cardón genommen. Alleine diese Fahrt ist schon lohnend.

Nach eigenen Angaben des Betreibers, ist es es die längste Bahn Europas. In der Tat von ordentlicher Dimension und auch sehr hügelig. Die Location befindet sich im "Outback", weshalb sich nur wenige Kart Enthusiasten auf der Bahn einfinden. Die Ortswahl ist wirtschaftlich nicht die Beste. Trotz des flauen Betriebes ist immer jemand zu gegen, da der Eigentümer direkt neben der Bahn wohnt und sich über jeden Gast freut. Der Preis ist anspruchsvoll.

Insider Tipp

Die eigenartigen Klippen vom Playa de Vigocho – Erklärung gesucht!

Wer an Fuerteventuras Westküsten etwas genauer hinsieht, wird die eigenartigsten Formen, Schichten, Strukturen und Farben entdecken. Lava in Sedimenten, intensive Rottöne von Eisen, das in Lava rostet, violette und Ocker-Töne in Cofete oder intensive Türkis Töne, Azulejos, Lava die verwittert. Die Entstehung der Kanaren ist ein komplexer, langer Prozess aus tektonischen Hebungen und Vulkanen. Recht spät wurde Fuerteventura erst ganz aus dem Meer gehoben. Die Hügel wurden unter Wasser schön rund geschliffen, daher wirkt alles so harmonisch. Keine Vulkaninsel, die mit einem riesigen Knall aus dem Meer wuchs, wie gerne erzählt. Wer im Schnelldurchgang mit schönen Visualisierungen die Entstehung der Insel erklärt bekommen möchte, der ist in Antigua im Museo del Queso Majorero richtig. Der Name des Museums ist recht unglücklich gewählt.

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