Parque rural Parra Medina Betancuria – einsames Tal mit Herberge.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

Der Parque rural Parra Medina, zwischen Betancuria und Vega de Río Palmas, ist ein einsames und schönes kleines Tal namens Barranco de Acebuche, das Tal des Oleasters. Ausser ab und zu einen Wanderer, trifft man dort niemanden. In das Tal Barranco de Acebuche führt eine Piste, die aber durch eine Kette gesperrt ist. Es heisst also zu Fuss hinein wandern. Gleich am beginn des Tals linker Hand am nördlichen Hang, liegen alte verwilderte Feigenkaktusfelder aus den Zeiten, als die Karmin Produktion auf Fuerteventura boomte. Lediglich ein Kilometer und 60 Höhenmeter sind es, bis am Ende des Tals die Herberge "Aula de la Naturaleza de Parra Medina" erreicht wird. Sie wird von der Gemeinde Betancuria betrieben. Schulklassen und Vereine verbringen dort Wochenenden. Es soll sich der Natur und der Insel gewidmet werden. Sie kann übrigens von jedem nicht gewinnorientierten Verein gegen eine Aufwandsentschädigung gemietet werden. Das Gemeindeamt in Betancuria gibt Auskunft.

Wer sich die Mühe macht und auf Fuerteventura die Ortsnamen im Wörterbuch nachschlägt, wird viel interessantes lernen. Z.B. über das "Parra Medina", denn "la parra" ist der Rebstock. Wer in der Geschichte weit zurück geht wird überrascht feststellen, dass der erste Weinbau der Kanaren im 15. Jhd. auf Fuerteventura statt fand. Alles über den ersten Weinberg und den heutigen Wein von Fuerteventura findet sich hier und über den Wein der Nachbarinsel Lanzarote hier.

An der Herberge liegt ein Palmenhain und eine kleine ornithologische Beobachtungsstation. Das Tal ist ideal als Brutgebiet für Zugvögel und so wird der Birdwatcher viele seltene Spezien vor den Feldstecher bekommen. In der Brutzeit wimmelt es geradeso vom hübschen Wiedehopf, den ein Mitteleuropäer kaum noch zu Gesicht bekommt.

Hinter der Herberge geht es in das "Valle de Corral". Es wird auf klassische Gavias gestossen, die das Wasser des Barrancos zurückhielten. Spätestes dort stellt man schnell leidvoll fest, warum das Tal  "Barranco de Acebuche" heisst. Acebuche, der Oleaster, auch wilde Olive oder Ölweiden genannt, von der es über 50 Arten gibt. Einige davon haben lange Stacheln, mehr heimtückische und gefährliche Nadeln, wie jene im Parra Medina. Einige Zentimeter lang sind sie, enorm spitz und hart wie aus Metall. Damit schützen sie sich, um nicht von Ziegen gefressen zu werden. Um die Sträucher sollte man tunlichst einen Bogen machen. Wer dort hineinfällt, ist krankenhausreif. Auch wer nur an ihnen streift, hat tiefe, blutige Schrammen, die heftig schmerzen und jucken. Im Valle de Corral ist lange Hose und festes Schuhwerk angesagt!

Über der Herberge liegt die historische "Casa de los Padrones". Dort, hoch über dem Tal, wohnten die Herrschaften, die das Tal gepachtet hatten und bewirtschafteten. Heute ist sie umgebaut und beinhaltet Seminarräume bzw. Klassenzimmer und wird zusammen mit der Herberge vergeben. Dost oben lassen sich mit grandiosem Ausblick Lahrveranstaltungen abhalten. Zu der Casa de los Padrones kann durch das Valle de Corral aufgestiegen werden. Auf dieser Variante hat man sich aber mit dem Oleaster herumzuschlagen. Besser es wird der Wanderweg genommen, der vor der Jugendherberge hinauf führt. Von der Casa de los Padrones wird der Barranco de Acebuche herrlich überblickt. Wer es bis hierher geschafft hat, sollte unbedingt den leichten und flachen Weg weiter zum tollen Aussichtspunkt "Morro del Humilladero" (479 m) nehmen, der in fünf Minuten erreicht wird. Eine fotogene Ansammlung von grossen Lavafelsen liegen dort in der Landschaft. Nach Norden blickend, liegt dem WandererBetancuria zu Füssen. Ein fantastischer Ort, den auch schon die Majoreos aufsuchten. Felsritzungen der Ureinwohner sind zu finden. Da sie schon sehr verwittert sind, hilft das Streiflicht der späten Nachmittagssonne, um sie zu erkennen. Ansehen, fotografieren aber das Kukturgut nicht beschädigen! Auf hirnlose "Herzchen" oder "ich war auch hier" hat die Welt nicht gewartet. Wer erwischt wird, landet, wenn er Glück hat, in der Arrestzelle der Guardia Civil und das ist wenig angenehm. Anderenfalls können aufgebrachte EInheimisch, die da sehr empfindlich sind, ungemein unangenehmer werden.

Vom Morro del Humilladero kann in den Parque rural Castillo de Lara abgestiegen werden, ein Grillplatz unter kanarischen Kiefern. Wer weiter Richtung Osten steigt, erreicht über einen verfallenen Wanderweg den Morro Janana (671 m), die höchste Erhebung der Gegend. Auf ihm liegt eine mächtige Sendeanlage für Internetverkehr, Mobilfunk, Radio, TV, Richtfunk, Air Fiber und was es noch sol alles gibt. Die Aussicht ist fantastisch. Die Sendeanlage stört dabei nicht.

Über den Höhenzug nordöstlich des Morro del Humilladero führt wunderschön, in Auf und Ab, ein Wanderweg zum Morro Velosa (662 m) hinüber, der auch teil der Wallfahrt zu Ehren der Virgen de la Peña ist. Alternativ kann auf halbem Weg, am Pass " Degollada del Marrubio", nach Antigua abgestiegen werden. Die gesamte Gegend ist ein Eldorado für einsame Wanderungen.

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Betancuria – Parque rural Parra Medina Betancuria

Für wen lohnt der Besuch?

Der Parque rural Parra Medina ist ein fantastisches Eck der Insel, um einsam zu Wandern. Viele Ziele sind über ihn zu erreichen. Botaniker werden vor allem an den Hängen des Valle de Corral interessante Spezien finden. Es lohnt den ganzen Tag in den Hängen herum zu streifen. Birdwatcher finden ein einmaliges Beobachtungsgebiet. Ist die Insel an sich in Bezug auf Vögel recht still, tut sich im Barranco de Acebuche plötzlich ein intensives Vogelzwitscher auf. Der Parque rural Parra Medina ist ein sehr lohnendes Ziel für Naturliebhaber.

Hier findet sich Wandertipp zum Parra Median. Auch Geocacher werden im Parra Medina ihren Spass haben. Auf einem aussichtsreichen Hügel über dem Tal liegt ein Sunnyfuerte Geocache.

Infrastruktur.

Infrastruktur gibt es im Barranco de Acebuche und an der Herberge "Aula de la Naturaleza de Parra Medina" keine. Die Herberge hat eine Wirtschafterin, die das Anwesen betreut und so eine Veranstaltung stattfindet, davor und danach anwesend ist. Wenn sie zugegen ist weht meist Wäsche im Wind und ein Auto ist zu sehen. In diesen Fällen kann man auch bei der freundlichen Dame seine Wasserflasche auffüllen. Ansonsten ist der Wanderer auf sich selber angewiesen.

Schnell gefunden.

Die Piste in das Tal Barranco de Acebuche und zur Herberge "Aula de la Naturaleza de Parra Medina" zweigt exakt drei Kilometer nach dem Ortsende von Betancuria von der FV-30 ab. Der Abzweig ist nicht zu übersehen. Er liegt in einer schmalen Kehre. Die Einfahrt in den Barranco ist mit einem weissen Steintor, wie es klassisch Fincas haben, markiert. Dort kann geparkt werden. Die Piste ist mit einer Kette abgesperrt.

Auch mit dem Bus ist die Aula de la Naturaleza de Parra Medina zu erreichen. Die Buslinie 2 führt an ihr von Puerto del Rosario nach Vega de Río Palmas an ihr vorbei. Dem Busfahrer ankündigen, dass man dort aussteigen will und in Betancuria nocheinmal daran erinnern, sonst braust er an der Haltestelle vorbei. Dann muss ggf. der Wanderweg im Barranco neben der FV-30 zurück genommen werden, der über das Parra Medina nach Antigua und den Morro Veloso führt.


Morro Velosa César Manrique Fuerteventura.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Flora, Fauna, Geologie und grossartige Ausblick – Morro Velosa.

Im Parque rural Parra Medina, im Barranco de Acebuche, erlebt der Besucher teile der Pflanzen- und Tierwelt von Fuerteventura in freier Wildbahn. Steigt er noch zum Morro del Humilladero (550 m) auf, trifft er auf Felsformationen, die aussehen, als hätte ein Riese dort Quader aufgestapelt. Relikte des Vulkanismus in schönster Form.

Wer dem Gesehenen einwenig tiefer auf den Grund gehen möchte, kann am Rückweg am Mirrador Morro Velosa halt machen. Grossartige Ausblicke über die Insel warten und ein hoch interessantes Museum, das viel des Gesehenen erklärt. Interessantes zum Thema bietet auch das Museo del Queso Majorero in Antigua.

Insider Tipp

Eine Idee für Gruppen und Vereine – Jugendherbergen buchen.

Jede Gemeinde auf Fuerteventura betreibt zumindest eine Jugendherberge, die immer an sehr schönen Orten liegen. Es sind einfache Unterkünfte, die von einer Wirtschafterin betreut werden. Teils recht spartanisch, aber mehr braucht es nicht. Sie sind zum Schlafen gedacht, das Leben spielt sich ansonsten bei Aktivitäten in Gruppen im Freien ab. Dazu gibt es immer schöne Patios, Grillplätze oder Strände.

Diese Herbergen können auch gemietet werden. Manche setzen Bildungsveranstaltungen oder Aktivitäten voraus, denen sich die Herberge verschrieben hat: Natur, Astronomie, Sport oder anderes. Genaue Auskunft geben die Gemeinden. Für einen Verein, der sich Botanik, Birdwatching, Astronomie oder ähnlichem widmet, eine ungewöhnliche und sehr preiswerte Idee, Fuerteventura zu erkunden. Die "Aula de la Naturaleza de Parra Medina" hat den Fokus darauf jungen Menschen Natur näher zu bringen. Wer in dem Bereich aktiv ist hat gute Chancen, die Herberge nutzen zu dürfen. Zuständig ist das Gemeindeamt von Betancuria.

Parque rural Parra Medina.

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Der Höhenweg hinüber zum Mirador de Morro Velosa.

Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa. Unterwegs am Höhenweg zum Mirador de Morro Velosa.