Sunnyfuerte Magazin – die Insel in Wort und Bild erleben.

Die Leuchttürme von Fuerteventura.

► Wenig hat soviel Symbolkraft wie ein Leuchtturm. Richtungsweiser und zugleich Sehnsuchts- und Anziehungspunkt für Menschen. Vor allem auf Inseln, auf einer einsamen Klippe oder Kap, am besten bei Sonnenuntergang. Bei solchen Bildern kommt Sehnsucht auf, Fernweh, Lust auf reisen. Fuerteventura hat sechs dieser Landmarken und ein Hilfsfeuer. Pittoreske Motive, einzigartige Erlebnispunkte, meist recht einsam. Wenn der Passatwind um die Nase weht, die Brandung auf die Klippen rollt und die Sonne im Meer versinkt, dann sind das Momente, die sich einbrennen und nicht mehr gehen. Die nimmt man mit nach Hause, als Bild im Kopf und Inspiration fürs Leben, denn Leuchttürme sind Wegweiser in die Weite, da wo die Abenteuer zu finden sind. ►►

Faro de Punta de Jandía nahe Puerto de la Cruz Fuerteventura.
Faro de Tostón Fuerteventura nahe El Cotillo Fuerteventura.
Faro Martiño Isla de Lobos Fuerteventura.
Faro Puerto del Rosario Fuerteventura.
Faro de Jandía Fuerteventura.
Punta de Pesebre Fuerteventura.
Faro de la Entellada Fuerteventura.

Die Aufgabe der Leuchtfeuer auf Fuerteventura.

► Mitte des 19. Jhd. beschloss Spanien seine Küsten mit einem systematischen Leuchtturmnetz zu überziehen, um seine Handelswege sicherer zu gestalten. Küstenlinien wurden neu vermessen und die Leuchtfeuer geplant. In diesem Zuge wurde auch Fuerteventura mit Leuchttürmen versehen, die als System, teils mit Lanzarote zusammen, arbeiten. Nördlich und südlich von Fuerteventura führen zwei wichtige Seestrassen von historischer Bedeutung vorbei, auf denen schon Columbus und Humboldt segelten. Sie führen mit dem Nordost Passat im Rücken und dem Kanaren Strom unter dem Kiel nach Kuba und Lateinamerika. Die klassische Südroute über den Atlantik, die auch heute noch Superfrachter nehmen, um erst auf Gran Canaria oder Teneriffa günstig Brennstoff in der EU Freihandelszone zu bunkern und dann treibstoffsparend überzusetzen.
 


Nadelöhr – Befeuerung der "La Bocaina".

► Der klassische letzte Stop auf der Atlantik Querung ist Santa Cruz de Tenerife. Über die klassische Route aus Cadíz, Sevilla oder Huelva kommend wird erst die Ostküste Afrikas passiert und dann nördlich oder südlich von Fuerteventura nach Santa Cruz de Tenerife abgebogen. Die kürzeste Route ist jene nördlich von Fuerteventura durch die Seestrasse "La Bocaina". Sie ist gefürchtet und tückisch und wird noch heute von den grossen Schiffen gemieden. Generell flach mit unzähligen Untiefen zieht die starke Strömung des Kanaren Stromes durch die Enge zwischen Fuerteventura und Lanzarote. Gleichzeitig weht heftig, durch die Düsenwirkung beschleunigt, der Nordost Passat. Ein Fehler und die Klippen Fuerteventuras werden zum "Legerwall". Für Rahsegler und das bei Nacht, eine enorme Herausforderung, die oft ins Auge ging. Um die Meerenge "La Bocaina" richtig anzusteuern, wurde ein Dreiecksfeuer errichtet, das die Navigation präzise ermöglicht. Das Dreieck wird gebildet vom Faro Martiño auf der Isla de Lobos, dem Faro de Tostón nahe El Cotillo und gegenüber liegend auf Lanzarote dem Feuer Faro Pechiquera.
 


Nummer sicher – vorbei am Südkap.

► Wem das zu gefährlich war und ist, der blieb auf der Südroute entlang der Ostküste Afrikas und bog erst im Süden Fuerteventuras nach Santa Cruz de Tenerife ab. Wichtig war nicht zu früh und nicht zu spät Kurs auf Südwest zu nehmen, dann konnten die Segler mit halben Wind in einem Schlag auf direkter Linie entweder Puerto de la Luz Gran Canaria oder Puerto Santa Cruz de Tenerife erreichen, ohne ein einziges Manöver legen zu müssen. Nahe Gran Tarajal weisst der Leuchtturm Faro de la Entallada, dort wo Fuerteventura nur 92 Km von Kap Juby in Afrika entfernt ist, den Punkt auf Südwest Kurs zu gehen, auf diesem Kurs taucht schliesslich nach langer Passage der Leuchtturm Faro de Punta de Jandía auf, der den Weg nach Puerto Santa Cruz und Puerto de la Luz weisst. Um diese Route navigatorisch weiter zu unterstützen, wurde als jüngster Leuchtturm auf Fuerteventura jener am Playa de Matorral in Morro Jable, der Faro de Morro Jable, angelegt. Da bereits als vollautomatisches Feuer ausgelegt, besitzt er kein Leuchtturmwärter Haus.

Neben den genannten Leuchtfeuern, die für die Atlantikpassage einst grosse Bedeutung hatten, besteht noch der Leuchtturm in Puerto del Rosario, am Kraftwerk, den kaum ein Tourist jemals besucht. Er ist jener mit der grössten Bauhöhe jedoch nicht Feuerhöhe. Das ist jener am Punta de la Entallada, der auf einer Klippe thront. Das Feuer in Puerto del Rosario weisst keine Schiffahrtsroute aus, sondern dient der Ansteuerung des zentralen Hafens. Das romantische Feuer am Punta de Pesebre, das gar so einmalige Sonnenuntergänge erleben lässt, ist kein Leuchtturm sondern nur ein Hilfsfeuer geringer Reichweite. Es markiert die unzähligen gefährlichen Untiefen am Kap. Alle anderen Feuer Fuerteventuras wie jene in Corralejo, Gran Tarajal oder Caleta de Fuste sind Hafenfeuer und dienen rein der sicheren Ansteuerung der Hafenanlagen. Auch wenn im GPS Zeitalter die Route automatisiert in den Hafen gelegt werden kann, ist das Anpeilen der Hafenfeuer immer noch fixer Bestandteil guter Seemannschaft. Das GPS Signal könnte fehlerhaft sein, das Leuchtfeuer steht felsenfest betoniert.
 


Romantik – Sonnenuntergänge am Faro.

► Leuchtturm und Sonnenuntergang, das geht perfekt zusammen. Nicht geeignet dazu sind die beiden Leuchtfeuer Faro de Morro Jable und Puerto del Rosario. Modern zweckmässig, fehlende Romantik und im Osten liegen sie auch noch. Also ungeeignet. Und auch der Faro Martiño auf der Isla de Lobos ist zwar wunderschön, einsam aber nichts für Sonnenuntergänge. Ebenfalls im Osten und um 17:00 Uhr muss jeder von der Isla de Lobos runter. Also wohin?
 

Eine sichere Sache ist der Leuchtturm Faro de Tóston. Frei am Nordkapp liegend streckt sich die Westküste von ihm aus. Zu jeder Jahreszeit garantiert das schöne Sonnenuntergänge. Keine Berge weit und breit, an denen sich Passatwolken bilden oder stauen könnten. Die Wahrscheinlichkeit den roten Ball direkt im Meer versinken zu sehen ist sehr gross. Vor allem im Winter, wenn sich wenig Dunst am Horizont bildet. Ganz am anderen Ende, im Süden am Faro de Punta de Jandía und Punta de Pesebre, spielen sich die dramatischen Sonnenuntergänge ab. Die lange Bergkette um Cofete mit dem höchsten Berg von Fuerteventura, dem Pico de la Zarza (807 m), fängt Passatwolken ein. Zu Sonnenuntergang spielt sich dann an den grossen, weichen, flaumigen Wolken ein Farbenspektakel ab. Die tiefen Sonnenstrahlen brechen sich in ihnen. Der Himmel wird orange, gelb, rot, manchmal violett, ein Farbenrausch für die Sinne. Ganz besonders elegant und fein sind die Sonnenuntergänge am Faro de la Entallada, so hoch und einsam auf einer Klippe. Dazu muss es aber Winter sein, wenn die Sonne weit in den Süden hinunter gewandert ist. Sonst verschwindet sie zu Sonnenuntergang hinter dem Punta de Jandía und ist nicht mehr zu sehen, wenn sie ins Meer abtaucht.


Was man sich auch immer aussucht: Die Sonnenuntergänge am 28. Breitengrad mitten im Atlantik sind einfach berauschend schön. Eindringliche Erlebnisse, durch die wilde Natur, die Brandung des Atlantiks, den Nordost Passat und die puristische Landschaft. Niemand sieht sich an ihnen satt, auch jene nicht, die das Glück haben auf der Sonneninsel leben zu dürfen.

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