Sunnyfuerte Magazin – die Insel in Wort und Bild erleben.

Die Früchte Fuerteventuras trinken.

► Smoothies sind angesagt – Opuntie, Aloe vera oder Granatapfel auf Fuerteventura probieren. ►►

Smoothies auf Fuerteventura – Früchte der Sonneninsel trinken.

► Besucher von Fuerteventura, die einwenig in die Geschichte der Sonneninsel eintauchen, werden überrascht sein, was dieser so kargen und wüstenähnlichen Insel an landwirtschaftlichen Produkten abgerungen werden kann. Fuerteventura einst die Kornkammer der Kanaren. Die Windmühlen um Tuineje, Tiscamantita, Tefía, Valle de Santa Inés oder Corralejo erinnern daran. In ihnen wurde das „Gofío“, das traditionelle kanarische Mehl, hergestellt und auf die Nachbarinseln verschifft.


Und überall ist nicht Wüste auf Fuerteventura. Feuchte Passatwolken, die im Tiefflug über den Atlantik streifen, verfangen sich im Zentralmassiv der Insel und regnen dort ab. Sind die geologischen Bedingungen günstig, dann füllen sich Senken mit Grundwasser, hydrographische Becken wie in Agua de Bueyes entstehen. Wasserreiche Barrancos wie um Vega de Río Palmas oder Pájara bilden sich aus. Zu früheren Zeiten waren dort Obstgärten angesiedelt, die Granatäpfel, Zitrusfrüchte, Pfirsiche und noch vieles mehr gedeihen liessen. Sogar Wein wurde intensiv angebaut. Der erste Weinberg der kanarischen Inseln lag auf Fuerteventura in der Gegend des fruchtbaren Bodens von Agua de Bueyes.


Der Granatapfel – göttliche Frucht des Hades und Persephone.

► Der Granatapfel eine Frucht, die in Mythologie und Religion eine gewichtige Rolle spielt. In der griechischen Mythologie war er die Frucht der Unterwelt Gottheiten Hades und Persephone, in der Bibel wie im Koran spielt er ebenso eine Rolle. Früchten, die mythisch oder religiös aufgeladen sind, kann fast immer eine spezielle Wirkung auf den menschlichen Körper zugeschrieben werden. So auch beispielsweise der Kakaofrucht, der „Teo-Broma“, was soviel bedeutet wie „Speise der Götter“. Schon 3 tsd. v. Chr. wurde die Teo-Broma in Columbien kultiviert und galt den Ureinwohner als heilig. Auch Kakao wächst ganz hervorragend auf den Kanaren, wie in den botanischen Gärten Teneriffas zu sehen ist.


Neben der interessanten Kulturgeschichte des Granatapfels, des Punica granatum, ist seine medizinische Bedeutung, seine heilende Wirkung, besonders interessant. Nicht übertrieben ist er seit Jahrtausenden wichtiger Bestandteil der Naturheilkunde. Einige sind der Überzeugung, es ist das älteste systematisch eingesetzte Heilmittel der Menschheit. Aktuell erfährt der Granatapfel eine fulminante Renaissance in der Medizin, denn er ist ein hervorragendes Heilmittel gegen viele der neueren Zivilisationskrankheiten. Seine Wirkstoffe ein erstklassiges Heilmittel bei den beiden Wohlstandskrankheiten Adipositas, der Fettsucht und der Fettleber. Auch bei rheumatischen Erkrankungen, Arteriosklerose und anderen Erkrankungen lindert er die Beschwerden. Seine medizinische Wirkung ist in unzähligen wissenschaftlichen Studien nachgewissen. Patienten spüren und merken die Wirkung der Wunderfrucht deutlich.


Kultiviert wurde der Granatapfel vor allem um Agua de Bueyes und Vega de Río Palmas. Oft erinnern Namen daran wie der „Barranco de los Granadillos“ nahe Vega de Río Palmas. Wer diese Regionen erwandert und aufmerksam ist, kann ihn in einigen Gärten wachsen sehen. Auch in den Fruchtbars der Sonneninsel findet sich der Granatapfel immer öfter. Dann einen „Zumo de Granada“ bestellen, eiskalt und ein Schuss spritziges Mineralwasser dazu, ein gleichwohl köstlicher wie auch gesunder Energieschub beispielsweise nach dem Surfen. Auch in den Kühltheken der kanarischen Supermärkte ist der Zumo de Granada standardmässig zu finden.


Die Aloe vera – verspricht viel, kann kaum was.

► Aloe vera ist in Mode. Besonders auf Fuerteventura, denn damit kann gut Geld gemacht werden. Die Anzahl der Aloe Vera Shops mittlerweile unübersichtlich. Gegen Geld können Betriebe besucht werden, die Aloe vera anbauen. Zu sehen gibt es da kaum etwas, denn die Aloe vera ist sehr genügsam: Pflanzen, wässern, fertig. Und auch der Prozess, um aus der Aloe vera das Gel zu gewinnen, ist nicht sehr spannend. Die Wunderkräfte, die der Aloe Vera zugeschrieben werden, sind fast durch die Bank „Hörensagen“, die einer gut geölten Marketingmaschinerie entstammen, die Vermutungen so lange mantraartig in den Raum stellt, bis es dann alle glauben. Angeblich wirkt beispielsweise Aloe vera grandios bei der Wundheilung. Tatsache ist, dass sie dieser mehr schadet als nutzt. Wer das nicht glauben mag, hier sind die wissenschaftlichen Studien samt Quellen nachzulesen.


Mit dem reinen Einreiben der Aloe vera sind viele nicht zufrieden. Sie wollen das Wundermittel ihrem Körper auch innerlich antun. Soweit bekannt, starb noch niemand daran, wahrscheinlich auch deshalb, da das Trinken schon einiges an Überwindung kostet. Kaum jemand ist freiwillig in der Lage, grössere Mengen der puren Aloe Vera zu trinken. Die Grenze zum Brechmittel fliessend. Wer gerne neue Geschackswelten erkundet, sollte den Saft der Aloe Vera an einem Tag ausprobieren, an dem er einen soliden Magen hat: Es wird eine extrem bittere Erfahrung werden. Auch im Kühlregal findet sich mittlerweile Aloe vera als Saft oder Gel. Es lohnt, die Zusammensetzung zu studieren. Zucker, Süssstoffe und ähnliches machen den Saft erträglich. Ansonsten wird Aloe vera eher süssen Fruchtsäften in kleinen Mengen beigemischt, damit das Zuckerwasser als „Health Food“ durchgehen kann.


Neben den präsentabel hergerichteten Aloe vera Feldern, die das potentielle Klientel kaufwillig stimmen sollen, verwildern die Felder der Agave. Agave einst wichtiger Wirtschaftsfaktor der Insel, denn ihre Fasern eignen sich ganz hervorragend um Seile, Säcke und ähnliches herzustellen. Aus der Agave lässt sich aber auch Trinkbares ganz hervorragend brennen: Mezcal bzw. Tequila. Im Gegensatz zur Aloe vera hat die Agave eine breite medizinische Wirkung und ist fixer Bestandteil der lateinamerikanischen Volksmedizin.


Die Opuntie – fester Bestandteil mexikanischer Küche.

► Die Opuntie fand den Weg über die spanische Conquista in Lateinamerika auf die Kanaren. Dort klauten die Spanier den Azteken das Geheimnis der Karmin Erzeugung mittels der Opuntie. In Spanien konnte man hingegen schnell an der Garrotte enden, so das Geheimnis einer anderen Nation verraten wurde. Karmin, das unter vielen Namen bekannt ist wie z.B. als „Wiener Rot“, war, bevor Adolf von Baeyer die chemische Farben Industrie begründete, überaus wertvoll. Oft wird es mit Purpur verwechselt aber das ist falsch. Karmin erfährt eine Renaissance, denn es ist ein hervorragender natürlicher Farbstoff. Da immer mehr synthetische Lebensmittelfarben in den Verruf geraten, krebserregend zu sein, steigt das Interesse an Karmin als natürlicher Ersatz.


Die Opuntie wächst wie Unkraut wild auf Fuerteventura und hat sich auf der ganzen Insel verbreitet. Die Karmin Herstellung ist jedoch überaus mühsam, denn nicht die Opuntie selber, sondern die Cochenillen Schildläuse, die auf der Opuntie angesiedelt werden, liefern den Farbstoff. Auf Fuerteventura wird die Karminerzeugung nicht mehr betrieben, auf der Nachbarinsel Lanzarote finden sich jedoch kleinere Betriebe. Besonders gerne wird Karmin als Farbstoff für Lippenstifte eingesetzt. Spanierinnen schminkten und schminken sich besonders gerne intensiv. Das war den züchtigen Pfaffen ein Dorn im Auge. So verbreiteten sie, dass in den Lippenstiften Läuseblut sei, damit junge Mädchen sich ekeln würden. Nun, Schönheit muss leiden, es wirkte nicht zur Abschreckung.


Die Opuntie an sich ist eine köstliche Frucht und auch sie wirkt ganz hervorragend bei den üblichen Zivilisationskrankheiten. Sie kann direkt von der Pflanze gegessen werden. So man an sie herankommt, denn die Opuntie schützt sich mit bösartigen, kaum zu sehenden hunderten kleinen Stacheln, die neben den extrem harten langen Dornen nicht weiter auffallen. Raffiniert. Diese dringen mit Wiederhaken in die Haut ein, sind kaum weg zu bekommen und jucken höllisch. Manch einer bekommt sogar einen Hautausschlag. Es sollte mit soliden Handschuhen ans Werk gegangen werden. Im Frühling blüht die ansonsten unscheinbare Opuntie prächtig, lockt Bienen aus dem Zentralmassiv in die Ebenen um Valle de Santa Inés. Dann ist auch die Zeit, in der die Früchte geerntet werden. Einige Insulaner haben begonnen, aus ihnen wieder einen „Zumo de Opuncia“ zu pressen. Er findet sich als saisonales Produkt in kleinen Tetrapacks in einigen Dino Märkten. Im Gegensatz zum Aloe vera Saft, ist der Saft aus der Opuntie ein überaus süffiges und wohlschmeckendes Getränk. Manch einer zieht es dem Klassiker, dem Orangensaft, zum Frühstück vor.


Mexikaner trinken die Opuntie auch aber nicht nur. Alles Mögliche wird mit ihr in der mexikanischen Küche getrieben auch solches, an das oft gar nicht gedacht wird. Beispielsweise wird sie gerne am Rost gegrillt und als Beilage zu Huhn serviert. Geschmacksnoten, die gut zusammen gehen. Aber sie findet sich auch in Salaten, wird als Gemüse gekocht oder in Teigwaren gefüllt. Experimentierfreudige Köche finden in der Opuntie eine herrliche Frucht.


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