Montaña Tindaya – der heilige Berg Fuerteventuras.

Eine landschaftliche Schönheit – geologisch wertvoll.

Der Montaña Tindaya erhebt sich auf 400,5 m Seehöhe, 225 Höhenmeter über die Ebene "Llano de Esquinzo" um Tindaya. Das ist nicht viel, trotzdem steht er als monumentales Naturdenkmal in weitem, freien Raum. Seine Form ist einzigartig. Als schönes, regelmässiges Dreieck präsentiert er sich von Westen oder Osten betrachtet. Sein Sockel eine Ellipse, dessen Hauptachse 1.200 m Nord-Süd verläuft, die Nebenachse 700 m Ost-West. Diese Ausrichtung und die Ausrichtung des Montaña de Enmedio (532 m)  parallel zu diesen Achsen, ermöglicht auch den einzigartigen Schattenwurf zur Wintersonnwende. Eine Laune der Natur.

Geologisch ist der Montaña Tindaya ein "grosses Stück" Trachyt, ein interessantes Vulkangestein, das in verschiedenen Farben vorkommt. Der Trachyt des Montaña Tindaya ist hellgrau mit einem Schlag ins grünliche, eine sehr verbreitete Art. An den Seitenflanken finden sich teils rötliche Böschung. Eisenhaltige Lava kam mit an die Oberfläche, die über die Zeit oxidiert, "rostet" und sich rot verfärbt. Das kann an einigen Stellen auf Fuerteventura noch deutlich leuchtender entdeckt werden, zum Beispiel in den Barrancos von Cofete am Roque del Moro. Im Inneren finden sich viele Hohlräume, Blasen, die durch aufsteigende Gase bei der Entstehung des Montaña Tindaya entstanden.

Trachyt ist ein wertvoller Baustoff. Schon bei den Römern heiss begehrt. Er ist äusserst druckfest und frostsicher. So wurde er bei Kirchen für hoch beanspruchte Gewölbeteile eingesetzt, wie Schlusssteine, als Bodenbelag wegen seiner Frostsicherheit. Trachyt wird heute in Europa nur noch in einigen Zonen in Italien, Sardinien, Tschechien oder Norwegen abgebaut. Viele Lager sind erschöpft. Es wäre zwar noch ausreichend Trachyt vorhanden, nur liegt der meist in Naturschutzgebieten und ist nicht förderbar. So hätten einige den Montaña Tindaya, da massiv aus Trachyt, am liebsten komplett "abgerissen". Viel Geld hätte gewunken. Ein alter Steinbruch findet sich an der Südseite beim Ort Tindaya, der eine hässliche Wunde hinterlassen hat. Wer nach Teneriffa reist und die Lobby des Gran Hotels "Mencey" in Santa Cruz de Tenerife besucht, wird Trachyt des Montaña Tindaya zu sehen bekommen. "mencey" bedeutete übrigens in der Sprache der Guanchen auf Teneriffa "König".

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Tindaya – Montaña Tindaya

Montaña Sagrada Tindaya – der Ayers Rock von Fuerteventura.

Kulturelles Erbe mit vielen Rätseln.

In Morgen- oder Abendlicht getaucht, kann sich niemand der Schönheit des Berges entziehen. Er steht als Unikat in der weiten Ebene "Llano de Esquinzo". Menschen, die geometrische Formen, klare Linien lieben, werden von seiner regelmässigen Dreiecksform angezogen sein. Wer etwas für Farben übrig hat, wird die schönen Grau-Grün-Rot Nuancen erkennen. Die spezielle Ausrichtung und Form des Berges in Bezug zu seinem Widerspieler im Osten, dem Montaña de Enmedio (523 m), verursacht einzigartige Schattenwürfe zur Wintersonnwende. Das alles zusammen, macht ihn zu einem Berg, der jeden, der ihn näher ansieht, in irgendeiner Weise in seinen Bann zieht. Und so wundert es auch nicht, das der Montaña Sagrada Tindaya (400,5 m) für die Majoreros im Norden der Insel zum kultischen Berg wurde. Für die Majoreros im Süden von Fuerteventura war dies der Montaña Cardón (694 m), der auch seine ganz eigenen Reize hat.

Der Montaña Tindaya dürfte unterschiedlichste kultische Bedeutung gehabt haben. Eine, die Bestimmung der Wintersonnwende. Für Urvölker auf der ganzen Welt eines, wenn nicht das zentrale Himmelsereignis im Jahr. Die Furcht, wird die Sonne auch dieses Jahr wieder kehrt machen, zurück in den Norden wandern, die Tage wieder länger hell werden lassen, oder wird es immer dunkler werden und die Sonne ganz verschwinden. Die Laune der Natur wollte es so, dass der Schatten des Montaña de Enmedio (523 m) vor und nach den Tagen der Wintersonnwende, symmetrisch auf den Berg Tindaya geworfen wird. Aber auch auf der Westseite des Tindaya finden ortskundige Peilsteine, auf die zur Wintersonnwende exakt der Gipfelschatten des Tindaya fällt.

Wie bei alle Naturvölker führt sich der Glaube in irgendeiner Weise immer auf einen Sonnenkult zurück, das Leben spendende. So auch bei den Majoreros. Die kleinen Ausbuchtungen und Höhlen am Gipfel dürften Opferstätten gewesen sein. Tonscherben wurden dort gefunden. Rätsel geben aber die "Podomorphos" auf, die "Grabados", die Felsritzungen. 312 von ihnen wurden bisher am Montaña Tindaya gefunden, Ritzungen ähnlich Füssen, wenn es denn Füsse sein sollten. Da ist man sich nicht sicher. Ähnliche Ritzungen sind auf den Kanaren nur noch in Lanzarote zu finden bzw. im Atlas Gebirge in Marokko, die von Berbern stammen. Ein weiteres Faktum das untermauert, dass die Majoreros mit grösster Sicherheit Berber waren, die von Römern, nachdem sie das Karthagische Reich besiegt und die Provinz Africa errichtet hatten, auf die Insel gebracht wurden. Jüngste Ausgrabungen auf der Isla de Lobos bestätigen das ebenfalls.

Die Bedeutung der "Podomorphos" sind völlig ungeklärt. Interessant ist, das jene, die am Berg Tindaya gefunden wurden, entweder nach Gran Canaria oder dem Teide auf Teneriffa, mit 3.718 m der höchste Berg Spaniens, ausgerichtet sind. Beides ist vom Gipfel des Tindaya an klaren Tagen gut zu sehen. Jene "Grabados" auf Lanzarote sind wiederum Richtung Montaña Tindaya ausgerichtet. Aus welchen Gründen ist rätselhaft. Auch gibt es keine Erkenntnisse, dass die Ureinwohner der unterschiedlichen Inseln Kontakt zueinander hatten. Die Guanchen besassen keine Kenntnisse im Bootsbau und wurden wohl von den Römern als Art Sklaven übergesetzt. Als das römische Reich zerfiel und die Kanaren in Vergessenheit gerieten, wurden sie einfach zurückgelassen.

Im Jahre 2013 wurde der allgemeine Zugang zum Montaña Tindaya sinnvoller Weise gesperrt. Einige Touristen konnten es nicht lassen neben den "Podomorphos" die üblichen Schmierereien wie "Herzen" oder "Ich war auch hier" anzubringen. Wer trotzdem hinauf steigt riskiert eine fette Strafe, wenn gerade das Medio Ambiente vorbeikommt. Wer legal hinauf will, kann das trotzdem. Man besorgt sich im Medio Ambiente in Puerto del Rosario unter Vorlage eines Ausweises ein Carnet. Wer registriert ist kommt weniger leicht in Versuchung, Schmierereien anzubringen. Um den Zugang wieder einer breiteren Gruppe zu ermöglichen, soll 2019 mit der Anlage eines Weges auf den Gipfel samt Besucherzentrum begonnen werden und in einer Art Führung Touristen auf den Berg begleitet werden. Die einzige Möglichkeit das Kulturgut zu schützen.

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Tindaya – Montaña Tindaya

Das Loch im Montaña Tindaya – eine Idee aus dem Drogenrausch.

Die Scheusslichkeiten des Eduardo Chillida.

Der baskische Bildhauer Eduardo Chillida (1924-2002) wird kaum jemandem Bekannt sein. Viele Deutsche haben aber schon unbewusst eine seiner Scheusslichkeiten erlebt. Der verrostete Metallschrott, der wie vergessener Bauschutt vor dem Bundeskanzleramt in Berlin steht, ist das Werk von Eduardo Chillida. Ebenso wie diese Hässlichkeit sich inhaltlich nicht erschliesst, ist es auch mit dem Loch, dass er in den Montaña Tindaya sprengen wollte. Sehr feinfühlig, für einen angeblichen Künstler, mehr Egomane möchte man meinen. Die Idee des 50 x 50 x 50 m grossen Lochs samt Röhren in den Himmel und Aussichtsfenster, muss dem Künstler 1993 wohl schon in Altersdemenz gekommen sein, so kindisch ist sie. „Leere und Toleranz“ ist das Thema dieser Idee, wobei die Leere wohl eher im Kopf Chillidas herrschte und mit Toleranz jene der Majoreros gemeint war, deren Heiligtum er beabsichtigte zu beschädigen und die dies über sich ergehen lassen sollten.

Wer Näheres über das Hirngespinst eines Egomanen erfahren will, der sich auf Kosten der Gefühle anderer ein Denkmal setzen wollte, kann das in der Casa alta tun. Die Casa alta über Tindaya übrigens ein wunderschönes Haus im Kolonialstil, das vom Cabildo leider zum Promoten dieser Schnapsidee missbraucht wird. Sehenswert ist jedoch das Haus an sich. Darüber hinaus sind 6 der 312 "Podomorfos" zu sehen, die archäologisch wenig feinfühlig, passend zu Chillida, aus dem Tindaya gebrochen wurden.

Eduardo Chilliada: Tindaya – Montaña Tindaya

Für wen lohnt der Besuch?

Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass der Montaña Sagrada Tindaya irgendjemanden nicht interessieren könnte. Zu facettenreich ist er. Geologen wird er interessieren, Historiker, Mystiker, Naturliebhaber, Hobbyfotografen, Esoteriker werden sich einbilden, eine besondere Kraft zu spüren, Hobbyastronomen, Basisdemokraten werden sich wegen dem Chillida Projekt für den Montaña Tindaya interessieren, Strafrichter könnten sich demnächst wegen der "Caso Tindaya" für den heiligen Berg noch genauer interessieren, denn im Zusammenhang mit dem Chillida Projekt verschwand viel Geld spurlos.

Auch Birdwatcher sollten sich für den Montaña Tindaya interessieren. Am Berg ist zwar kein Vogelschutzgebiet, aber das interessiert die Vögel nicht. Genau in der Ebene "Llano de Esquinzo" wird durch die Quellen am Morro Tababaire und Montaña Quemada der längste Barranco des Nordens, der Barranco Esquinzo, gespeist, der sich am Playa de Esquinzo ins Meer ergiesst. Die Zugvögel mögen diese ruhige, wasserreiche Ecke und brüten dort. Besonders der Wiedehopf, den ein Mitteleuropäer kaum einmal zu Gesicht bekommt, liebt die Ecke. Unmengen balzende Pärchen dieser schönen Tiere können beobachtet werden.

Infrastruktur.

Tindaya ist ein kleiner Ort, den die Bewohner zum Arbeiten verlassen. In Tindaya wird hauptsächlich gewohnt. Daher darf von der Infrastruktur Tindayas nicht allzuviel erwartet werden. Der Bus Linie 7 aus Puerto del Rosario kommt viermal täglich vorbei, fünfmal aus der Gegenrichtung von El Cotillo. Eine urige Bar gibt es, die besucht werden sollte, um in das echte Leben der Insulaner einzutauchen, ein interessantes Restaurant​​​​​​​ schlägt sich tapfer in der Einsamkeit. Der ab Hof Käse Verkauf ist auch erwähnenswert. Der Tante Emma Laden verdient Denkmalschutz. Wer ihn betritt begibt sich auf eine Zeitreise.

Schnell gefunden.

Der Montaña Sagrada Tindaya liegt im Nord-Westen Fuerteventuras neben der FV-10 bei Tindaya. Es ist nicht zu übersehen.


Casa alta Tindaya Fuerteventura.

Mehr entdecken in der Umgebung.

Die missbrauchte Schönheit – die Casa alta als hilflose Chillida Hure.

Die Casa alta ist ein schönes Haus im spanischen Kolonialstil aus der Zeit der Los Coroneles die in La Oliva residierten. Mit viel Holz ausgebaut, das den Wohlstand widerspiegelte, Patio und zweitem Stock, trohnt sie über dem Ort Tindaya mit herrlichem Blick auf den Montaña Sagrada Tindaya. Ein herrschaftliches Anwesen und für die damalige Zeit auf Fuerteventura purer Luxus. Zweistöckige Häuser waren übrigens nur den "Reichen" vorbehalten.

Völlig desolat wurde sie vom Cabildo de Fuerteventur angekauft und ausgesprochen schön renoviert. Ein Schmuckkästchen ist die Casa alta nun. Leider und das regt viele Bürger nicht nur im Ort Tindaya auf, wird sie missbraucht, das Chillida Irrsinnsprojekt  zu promoten, das nicht nur bei der Bevölkerung auf Fuerteventura sondern auch auf Gran Canaria und anderen Inseln verhasst ist.

Insider Tipp

Gipfelschatten zur Wintersonnwend – die Peilsteine im Malpais!

Der Schattenwurf am Montaña Sagrada Tindaya zur Wintersonnwende hat sich schon ziemlich herumgesprochen. Astronomisch und zur exakten Bestimmung der Wintersonnwende am Montaña Tindaya, sind jedoch viel mehr die Peilsteine der Majoreos, die im westlichen Gebiet der Llano de Esquinzo liegen, interessant. Wie mit "Kimme und Korn" über sie auf den Gipfel geblickt, ergibt sich eine Gerade, die exakt zum Stand der Wintersonnwende ausgerichtet ist. In dieser Linie geht die Sonne auf, der Schatten der Gipfelzacke, wandert der Linie entlang und trifft genau auf die Peilsteine. Eine Wintersonnwend-Uhr.

Die GPS Koordinaten werden hier nicht breit getreten, um Vandalen nicht anzulocken. Wer die Peilsteine finden will, muss sich schon etwas anstrengen. Es braucht eine gute Astrosoftware, einen guten Kompass, es muss die hohe magnetische Missweisung des Gebiets bekannt sein und man muss wissen, was mit der Missweisung anzustellen ist. Dann kann der magische Ort der Ureinwohner im Malpais gefunden werden und wird nach der Mühe sicher mit Respekt behandelt werden.

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