El Jable – das größte Wanderdünen Gebiet Europas.

Was gibt es zu sehen und entdecken?

El Jable, der "Parque Natural Corralejo", ist das grösste Wanderdünen Gebiet Europas. El Jable wurde schon 1982 zum "Paisaje Protegido" erklärt, fünf Jahre bevor die Isla de Lobos und das Gebiet um Vallebrón 1987 zum Naturschutzgebiet wurden. Auf Grund seiner Einzigartigkeit war es schon Drehort einiger Hollywood Produktion. Zuletzt wurden im Sommer 2018 Teile von "Wonder Woman 2" in El Jable gedreht. 20 Km2 umfasste das Gebiet noch 1990. Heute sind es nur noch 18 Km2. Die Küstenstrasse behindert die Sandtrifft und so schrumpft das streng geschützte Gebiet kontinuierlich. Daher hat beschloss die autonome Provinz Las Palmas, sobald die neue FV-1 als Autobahn fertiggestellt und Corralejo mit Puerto del Rosario verbunden wäre, sei die alte FV-1 an der Küste abzureissen. Nur die Strasse gibt es immer noch. Gegen den Abriss lief das Cabildo de Fuerteventura Sturm. Warum, das konnte fast niemand verstehen. Die beiden RIU Hotels, Schandfleck der Gegend, wären nicht mehr direkt aus Puerto del Rosario erreichbar gewesen, nur noch über Corralejo, war das eigenartige Argument. Ende 2018 konnte der Abriss der FV-1 an der Küste, nun als FV-1a geführt, verhindert werden. Das Resultat so, dass die neue Autobahn, die grauenhaft die Landschaft durchschneidet, gar nicht mit viel EU Mitteln gebaut werden hätte müssen. "Money rules the world." ist wohl die Antwort zu dem Thema. Das Dünenengebiet wird also weiter schrumpfen. Details siehe Surfsport Playa del Moro – Corralejo.

Die beiden RIU Hotels, einst illegal an den Playas de Jable errichtet, haben mittlerweile 40 Jahre am Buckel. Auch sie waren für den Abriss vorgesehen, da sie im Naturschutzgebiet errichtet wurden. Werden illegal errichtete Objekte nicht binnen 7 Jahren abgerissen, greift in Spanien ein Bestandsschutz, nicht jedoch, wenn diese in einem Naturschutzgebiet liegen. Las Palmas erteilte jedoch 2017 eine neue Lizenz zum Betrieb der RIU Hotels für unglaubliche 70 Jahre, also für zwei Generationen. Es darf gestaunt werden, welches Geschick eine der reichsten Familien Spaniens, Carmen und Luis Riu, bewiesen haben. Bleibt abzuwarten, ob jemand irgendwann in einem 100 Jahre alten Hotel, das heute schon an der Grenze ist, wohnen möchte. Ein architektonisch erhaltenswertes Juwel ist nämlich keines der beiden.

El Jable ist herrliche und eizigartige Natur. Feiner Muschelsand bildet die Dünen. Das oft verbreitete Gerücht, es wäre Sandtrifft aus der Sahara, stimmt nur zu einem ganz kleinen Teil. Wer eine Handvoll Sand aufhebt und ansieht, wird die Muschelreste erkennen. Der Sand stammt hauptsächlich aus Sedimenten des Meeresbodens, die angespült und dann verweht wurden und werden. Die Ursprünge der Kanaren sind keineswegs originär vulkanisch, sondern Resultat einer Plattenhebung durch Drift der Atlantischen Platte. So hat auch die Insel geografisch mit Afrika nichts zu tun. Der Vulkanismus kam erst ganz zum Schluss durch Hotspots an den Bruchkanten dazu und vergrösserte die Inselflächen des Archipels. So geschehen zum Beispiel durch die Vulkankette zwischen Lajares und Corralejo, die erst vor 50 tsd. Jahren den Norden von Fuerteventura um 110 km2, inklusive der Isla de Lobos, vergrösserte.

Die meisten Touristen besuchen El Jable nur für einige Minuten. Es wird am kleinen Parkplatz am Surferstrand Playa del Moro der Mietwagen abgestellt, die fotogene Düne die sich dort derzeit befindet bestiegen und ein Selfie geschossen. Urlauber, die El Jable erleben und entdecken wollen, müssen in die Dünenlandschaft hineinwandern. Kilometerlange Touren können unternommen werden. Ein wahres Fitnesstraining: An der Lee Seite ist der Sand fein und tief und kräfteraubend zu gehen, an der Luv Seite ist er fest gepresst gut zu gehen. Zu all dem geht es in einem laufenden Auf und Ab durch die Landschaft und dabei müssen immer wieder einige mächtige Dünen überwunden werden. Ein Fotomotiv jagt das nächste.

Der Name "El Jable" ist ein Relikt der normannischen Eroberer. Es ist das "eingespanischte" französiche Wort für Sand: "sable".

Die "Wahrheit" über den Sand von El Jable.

Wer eine Lupe zur Hand nahm, konnte immer schon sehen, dass es sich beim Sand von El Jable um Muschelkalk und nicht um Saharasand handelt. Doch wer einmal Calima auf Fuerteventura erlebt hat, also den heissen Wind aus der Sahara, wird gesehen haben, wie binnen eines Tages alles mit einem feinen Staub überzogen wird, feinster Sand aus der Sahara.

Nach wissenschaftlichen Berechnungen, verteilen Wüsten und halbtrockene Gebiete jährlich beeindruckende 2.000 bis 3.000 Millionen Tonnen Sand rund um den Globus. Er verteilt sich durch Winddrift in der Atmosphäre und fällt aus ihr an den verschiedensten Orten aus. Es wird davon ausgegangen, das 70% aus den Gebieten der Sahara stammt. Der Grösste Teil gelangt durch Ostwind aus Afrika in Höhenschichten und wird in der Karibik, dem Amazonas, ja selbst in Nordamerika abgelagert. Der tiefer strömende Staub fällt in Form des Calimas schon in Fuerteventura aus.

Die beiden Wissenschaftler György Varga, Zentrum für Astronomie Budapest und Christopher-Bastian Röttig, Geographischen Institut Universität Dresden, wollten es genau wissen untersuchten den Sand und veröffentlichten ihre Studie im geographischen Bulletin Ungarns. Sie kommen zum Schluss, dass 90% des Sandes von El Jable aus Meeressedimenten hervorgeht, aus organischem Material, 10% aus mineralischem Material. Diese 10% werden durch geschätzte 20 bis 80 Gramm Sharastaub pro m2 und Jahr durch den Calima abgelagert. Und sie konnten auch herausfinden, woher das mineralische Material stammt: Taoudeni, ein Wüstengebiet des nördlichen Mali, das von einem Salzsee bedeckt wird, dem Drae-Aoutouf-Massiv in der Westsahara und aus den Westhängen des Ahaggar Massivs im Süden Algeriens besteht.

Damit ist das Rätsel um den Sand von El Jable auch gelöst.

Sehenswürdigkeiten Fuerteventuras: Corralejo – El Jable

Für wen lohnt der Besuch?

El Jable, der Parque Natural Corralejo, ist für jeden etwas: Für Menschen, die sich einmal wie Lawrence von Arabien fühlen wollen, Fotobegeisterte, Wanderer, Birdwatcher, Naturlieber, Stargazer oder Kinder, die endlich einmal einen Purzelbaum auf einer Sanddüne machen wollen.

Infrastruktur.

Ein Hyperdino Express Supermarkt liegt direkt an der Bushaltestelle,"Parada los hoteles", der RIU Hotels. Drei "chiringuitos", Imbissbuden, finden sich an den Stränden der Playas de Jable: Einmal in Sichtweite der Surfbasis "Flag Beach" am Playa del Medano, eine weitere am Playa del Viejo nördlich der RIU Hotels und eine dritte in the middle of nowhere, die Chiringuito Reynaldos am Playa larga.

Schnell gefunden.

Mit dem Auto wird El Jable über die alte FV-1 (jetzt FV-1a), die Küstenstrasse am südlichen Ortsende von Corralejo, erreicht. Eine andere Strasse gibt es auch nicht, links die Traumstrände Playas el Jable, rechts das Dünenfeld. An windigen Tagen wird die Strasse auch schon einmal verweht.

Mit dem Bus wird El Jabel von Corralejo oder Puerto del Rosario aus mit der Linie 06 erreicht. Im ganzen Parque Natural Corralejo gibt es nur eine Bushaltestelle, die "Parada los hoteles". Sie lieht an den RIU Bettenburgen.

Touristen, die halbwegs fit sind, können von Corralejo aus die Dunas aber auch mit einem leichten Spaziergang entlang der Küste erreichen.


Vulkantour Lajares nach Corralejo Fuerteventura.

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Vulkantour – von Lajares nach Corralejo wandern.

Wem es gefällt, in den Wanderdünen des Parque Natural Corralejo El Jable herumzustreifen, dem wird auch die Wanderung von Lajares nach Corralejo gefallen. Es wird ein System von erloschenen Kratern erwandert. Von den Vulkratern öffnen sich phantastische Blicke in die "calderas" und über das Dünenfeld El Jable sowie die Playas el Jable.

Die Wanderung führt durch den geologisch jüngsten Teil der Insel. Dort entstand vor rund fünfzigtausend Jahren der nördliche Inselteil von Fuerteventura. Auch die kleine Insel Isla de Lobos ist Produkt der Lava des Vulkanes Bayuyo. Vor 5.000 Jahren konnte noch trockenen Fusses nach Lobos spaziert werden. Als jedoch vor 20 tsd. Jahren die Vergletscherung Europas im Würm-Glazial ein Ende fand und es wieder wärmer wurde, stiegen die Meeresspiegel weltweit um einige Meter an. Auch die Meerenge zwischen Fuerteventura und Lobos wurde überschwemmt.

Insider Tipp

Früh aus den Federn – Sonnenaufgang in El Jable!

Frühaufsteher können in den Wanderdünen im Parque Natural Corralejo El Jable einen herrlichen Sonnenaufgang erleben. Küste und Dünen laufen recht genau Nord-Süd und so steigt die Sonne filmreif im Westen aus dem Meer. Ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis.

In den Dünen ist es frühmorgens einsam, auf der Küstenstrasse ist kein Auto zu sehen. Im Sommer findet, je nach Monat, das Spektakel zwischen 6 und 7 Uhr früh statt. Am besten ist es einwenig in das Dünenfeld hinein und dann auf eine hohe Düne zu wandern. Steigt die Sonne aus dem Meer, wird die Dünenlandschaft spektakulär profiliert und in ein intensiv gelborangens Licht getaucht.

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